24 Dinge, die du über den Nürburgring wissen musst - Teil 2

24 rasante Stunden am Nürburgring:
Das sind die Fahrer und das Publikum

Foto: Christian Stadler/Red Bull Content Pool
Text: Werner Jessner

24 Dinge über die 24 Stunden vom Nürburgring, die der Motorsport-Fan einfach wissen muss. Teil 2: Alles über die Fahrer, Rekorde und Zuseher.

Gefahren wird unter allen Bedingungen: Das macht den Reiz des 24-Stunden-Rennens aus, das heuer von 25. bis 28. Mai stattfindet. Erfahre hier alles, was du immer schon mal wissen wolltest. Zum Beispiel:

  • Die schnellste Runde bei den 24 Stunden
  • Gewinner der letzten 10 Jahre
  • Die Entertainer: Driftbrothers
  • Wer die „Queen of Nordschleife“ ist
  • Warum Niki Lauda bei seinem Sieg 1973 nur 16 Stunden fuhr
  • Zuseher und Fankultur
  • Camping und Verpflegung
  • Und viel mehr …
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1. Wer ist der erfolgreichste Fahrer, welche die erfolgreichste Marke in der Geschichte?

Marcel Tiemann, Pedro Lamy und Timo Bernhard haben jeweils fünfmal gewonnen. Für BMW stehen 19 Siege zu Buche, gefolgt von Porsche mit elf.

2. Wer hat die Rennen in den letzten zehn Jahren gewonnen?

Der Moment, in dem aller Druck abfällt: Zieldurchfahrt nach 24 langen Stunden

2016: Black Falcon / Mercedes-AMG GT3
B. Schneider, M. Engel, A. Christodoulou, M. Metzger

2015: Audi Sport Team WRT / Audi R8 LMS
Ch. Mies, E. Sandström, N. Müller, L. Vanthoor

2014: Team Phoenix / Audi R8 LMS ultra
Ch. Haase, M. Winkelhock, Ch. Mamerow, R. Rast

2013: Black Falcon / Mercedes-Benz SLS AMG GT3
B. Schneider, J. Bleekenmolen, S. Edwards, N. Thiim

2012: Team Phoenix / Audi R8 LMS ultra
M. Basseng, Ch. Haase, F. Stippler, M. Winkelhock

2011: Manthey Racing / Porsche 997 GT3 RSR
M. Lieb, T. Bernhard, R. Dumas, L. Luhr

2010: Schnitzer Motorsport / BMW M3 GT2
J. Müller, A. Farfus, U. Alzen, P. Lamy

2009: Manthey Racing / Porsche 997 GT3 RSR
T. Bernhard, M. Lieb, R. Dumas, M. Tiemann

2008: Manthey Racing / Porsche 997 GT3 RSR
T. Bernhard, M. Lieb, R. Dumas, M. Tiemann

2007: Manthey Racing / Porsche 997 GT3 RSR
T. Bernhard, M. Lieb, R. Dumas, M. Tiemann

3. Was war die schnellste Runde bei den 24 Stunden?

8:10,921 min, gefahren von Kévin Estre, 2014, McLaren MP4-12C.

Pokerface: In der entscheidenden Rennphase am Sonntag willst du dir nicht in die Augen blicken lassen.

© Gruppe C GmbH

„Die Nordschleife ist die ultimative Herausforderung.“
Joe Hountondji, Driftbrother

4. Die Entertainer: Driftbrothers

Joe und Elias Hountondji werden im Rahmen der 24 Stunden die Nordschleife im Drift befahren – zumindest Teile davon –, und zwar im Paar.

THE RED BULLETIN: Wie kommt man auf die Idee, zu driften, wo andere schon geradeaus Probleme haben?

DRIFTBROTHERS: Wir stecken uns immer hohe Ziele. Vieles, was für normale Rennfahrer wichtig ist, zählt auch für uns Drifter: Linienwahl, Präzision, Technik. So sind wir auf die Nordschleife gekommen, weil sie die ultimative Herausforderung ist.

Was sind die Limits?

Ganz klar die Reifen. Mit drei Wechseln werden wir die Stellen mit den meisten Zuschauern im Drift fahren können. Das werden etwa vier Minuten sein. Sollte ein Hersteller einen Reifen bauen, der die komplette Runde hält: bitte melden!

Welche Autos werdet ihr einsetzen?

Einen BMW der Bauserie E30 und einen Nissan, der einmal ein 200 SX war, inzwischen aber aussieht wie ein Pick-up. Beide Autos sind Unikate. Die Motoren kommen zum Beispiel von Chevrolet und leisten zwischen 610 und 700 PS.

5. Wer ist die Queen of Nordschleife?

Sabine Schmitz. Die heutige „Top Gear“-Moderatorin hat 1996 und 1997 hier gewonnen und zeigt im Ring-Taxi auch vermeintlich guten Autofahrern, wie es richtig ginge.

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6. Warum musste Niki Lauda bei seinem Sieg 1973 nur 16 Stunden fahren?

Weil man sich zwischen Mitternacht und acht Uhr morgens eine Ruhepause für alle gönnte. Fad war das trotzdem nicht: Niki Lauda fuhr mit seinem BMW 3.0 CSL in seiner schnellsten Runde immerhin einen Schnitt von 158 km/h. Sein Partner Hans-Peter Joisten verunglückte zwei Monate nach dem Sieg beim 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps tödlich.

© Heritage-Images / National Motor Museum / akg-images

7. Der Umsteiger: Marco Wittmann

Der zweifache DTM-Gesamtsieger über die Herausforderung 24 Stunden am Nürburgring.

THE RED BULLETIN: Wo liegen die Unterschiede zwischen DTM und Langstrecke für den Fahrer?

MARCO WITTMANN: Bei den 24 Stunden am Nürburgring ist mehr als nur der reine Speed gefragt. Du musst materialschonend fahren, das Auto durchbringen, im Verkehr achtgeben und wissen, wie viele Kompromisse du eingehen darfst.

Gilt das auch für die Technik?

Ja, die Abstimmung des Fahrwerks zum Beispiel muss für alle Piloten im Team funktionieren. Da muss jeder Abstriche machen – um als Team schneller zu sein.

Reagieren DTM-Autos nervöser?

Nein, sie haben mehr Abtrieb, daher bremsen sie besser und fahren höhere Kurvengeschwindigkeiten. Die Abstimmung in der DTM geht mehr ins Detail. Auf der Langstrecke sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Autos größer.

Zuseher

© pixathlon

8. Wie viele Zuseher werden heuer in der Eifel erwartet?

Im letzten Jahr waren es 240.000, das war Rekord. Heißt aber nicht, dass es 2017 weniger sein werden.

9. Wie beschäftige ich in der Zwischenzeit die Kinder?

Das ring°werk Museum ist immer einen Besuch wert.

© Joerg Halisch

10. Fankultur: laut, wild, hemmungslos.

Profis reisen bereits zu Wochenbeginn an und lassen die Party nicht mehr enden. Nirgendwo sonst feiern sich die Fans selbst so wie hier.

11. Wo sind die besten Plätze zum Campen?

Wo auch immer du einen Platz findest. (Erwarte nicht, dass es dort sauber und ruhig ist. Aber das tust du ohnehin nicht.)

© Gruppe C GmbH

12. Was gibt’s zu essen?

Schniposa (Schnitzel mit Pommes und Salat) und Gegrilltes.

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06 2017 The Red Bulletin

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