Adam Walkers Extrem-Situationen

Adam Walker über seine 5 gefährlichsten Momente im Ozean

text: ALEX HARRIS
fotos: ANDREW WHITTON

Früher verkaufte er Elektrogeräte, heute ist Adam Walker einer von wenigen Menschen, die erfolgreich durch die sieben Weltmeere geschwommen sind. Die Leistung des Engländers ist umso großartiger, bedenkt man die Gefahren, denen er im Wasser bereits ausgesetzt war. Hier seine Top-5:

1.

„Platz 1 der Liste ist eindeutig der Stich einer Portugiesischen Galeere, nachdem ich bereits 13 Stunden ohne Unterbrechung geschwommen bin. Diese Tiere sind auch als ,schwimmender Terror´ bekannt, da ihr Gift so stark wie jenes einer Kobra ist und bereits bei einem Stich all deine Organe langsam versagen können, was dich letztendlich umbringt. Ich musste zwei ihrer Tentakeln von meinem Bauch loslösen, der Schmerz war entsetzlich. Ich dachte eigentlich, dass ich jeden Moment gelähmt sein würde, aber irgendwie schaffte ich es, noch weitere drei Stunden zu schwimmen. Die Panik, noch rechtzeitig an Land zu kommen, spornte mich an. Das ist schon vier Jahre her, aber ich habe immer noch Narben, die mich daran erinnern.“ 

2.
„Als ich durch die Cookstraße (Neuseeland, Anm.) schwamm, befand sich ein Hai von stattlicher Größe unter mir. Das war einerseits ziemlich unheimlich, andererseits einer meiner unglaublichsten Momente, da mir Delfine zur Hilfe kamen. Sie nahmen mich als Teil ihre Herde auf und begleiteten mich für etwa 90 Minuten. Einer von ihnen schwamm sogar um mich herum und berührte meine Hand mit seiner Schwanzflosse. Es war, als würden sie mich beschützen und sicher nach Hause bringen wollen.“

Walker

Adam Walker schwimmt durch die gefährlichsten Ozeane und konfrontiert alle Gefahren mit Geduld und Mut.

„Schmerz dauert eine Minute an, Erfolg ein Leben lang.“
Adam Walker, Extrem-Schwimmer

3.
„Während der 42km-Strecke im Molokai Channel zwischen zwei Hawaiianischen Inseln, sah ich zweimal einen Hai unter mir. Ich redete mir ein, dass das Delfine waren, aber innerlich wusste ich, dass das nicht stimmte. Ich hatte von einem Mann gehört, der die gleiche Strecke schwimmen wollte, und von einem Zigarrenhai gebissen wurde. Ich versuchte, diese Information auszublenden und sämtliche negativen Gedanken zu verdrängen. Diese Art von Hai-Angriffen sind eigentlich sehr selten. Ich denke viele Menschen werden deshalb von Haien attackiert, weil sie mit einem anderen Tier verwechselt werden. Außerdem glaubte ich daran, dass es mein Schicksal war, die Strecke zu schaffen. Zum Glück lag ich da richtig.“

4.
„Als ich von Irland nach Schottland schwamm, war mir eine Gelbe Haarqualle (umgangssprachlich als „Feuerqualle“ bekannt, Anm.) im Weg. Das sind die größten Quallen der Welt, ihre zahlreichen Tentakel können bis zu 36 Meter lang werden. Es ist also sehr schwer, Kontakt zu vermeiden. Ich gab mein Bestes, doch innerhalb der 10 Stunden und 45 Minuten wurde ich doch etliche Male gestochen. Du musst einfach trotz des Schmerzes weiterschwimmen und dein Ziel im Auge behalten.“

Walker

Auf dem Boot ist Adam sicher. Doch das Wasser birgt zahlreiche Gefahren … 

5.
„Meine Bizepssehnenruptur während der fast 34km langen Strecke durch den Catalina Channel (zwischen Los Angeles und Santa Catalina, Anm.) war schmerzvoll genug, aber ich musste auch noch über sechs Stunden mit nur einem Arm durch den Pazifischen Ozean schwimmen. Ich versuchte, nicht an die Haie zu denken und so gut wie möglich voranzukommen. Jeder Schwimmstoß schmerzte entsetzlich, mein ganzer Arm brannte ununterbrochen. Das war schon das zweite Mal, dass das passierte, aber ich dachte mir nur, „Wenigstens nicht so schlimm wie der Stich einer Portugiesischen Galeere”. Die Angst, zu versagen, trieb mich voran. Schmerz dauert eine Minute an, Erfolg ein Leben lang.

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04 2016 redbulletin.com

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