Die kuriosesten Flüche im Sport

Wenn Aberglaube ins Extreme umschlägt: Die verrücktesten Sportflüche der Welt

Foto: Flickr/Werner Kunz

Erst vermutet man Unvermögen, dann Pech und schließlich kommt die Gewissheit: Diese Sportler und Teams können nicht gewinnen, da ein Fluch auf ihnen lastet.

Was, wenn Sportstars ihr Bestes geben und trotzdem nicht siegen können? Was, wenn sie überhaupt keine Chance haben, weil ein Fluch auf ihnen lastet? Wir präsentieren ein paar der unheimlichsten Flüche der Sportgeschichte:

  • Der Guttmann-Fluch
  • Fluch des Bambino
  • Der Fluch des US Masters
  • Sports Illustrated
  • Die Socceroos und der Voodoo Priester
  • Der Fluch des Billy Penn
  • Der Doppelfluch der Canadiens

Der Guttmann-Fluch 

Man schrieb das Jahr 1962, als der damalige Trainer des portugiesischen Fußballklubs Benfica Lissabon nach zwei gewonnenen Europokalen in Folge von den Vereinsverantwortlichen eine Gehaltserhöhung forderte. Diese lehnten die Bitte ab und setzten Béla Guttmann stattdessen vor die Tür. Da prophezeite er seinem Ex-Klub, er werde „in 100 Jahren keinen europäischen Titel mehr gewinnen“. Und der Ungar sollte Recht behalten: Seitdem verlor der portugiesische Verein alle acht Finalspiele in internationalen Vereinsfußballwettbewerben. 

Fluch des Bambino 

Noch weiter zurück geht der Fluch des Bambino, der auf der Baseball-Rivalität zwischen den New York Yankees und den Boston Red Sox fußt. Während der Saison 1919/20 verkaufte der Klub aus Boston seinen Starspieler Babe Ruth, der den Spitznamen „The Bambino“ trug, an die Konkurrenz nach New York. Und plötzlich konnten die Sox keine Titel mehr gewinnen. Erst 2004 war der Fluch mit dem Gewinn der World Series gelöst. Die Yankees hatten in dieser Zeit sage und schreibe 26 Titel geholt.

Der Fluch des US Masters

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Seit 1960 wird das wichtigste Golfturnier des Jahres mit einem Par-3-Contest gestartet, quasi einer Aufwärmrunde für das eigentliche Event. Doch gewinnen will den Auftakt trotz einer Kristalltrophäe niemand: Denn noch nie konnte der Sieger des Neunlochkurses auch die nachfolgenden US Masters auf dem ersten Platz beenden. 

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Sports Illustrated

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Eine ganze Reihe von Athleten musste ihre Präsenz auf dem Cover von „Sports Illustrated“ teuer bezahlen. Überproportional viele Missgeschicke nährten schnell die Gerüchte über einen Fluch. Beispiel gefällig? Als New-England-Patriots-Quarterback Tom Brady die Titelseite zierte, erlitt er im ersten Saisonspiel eine schwere Kreuzbandverletzung. Oder Michael Spinks: Der Boxer bekam eine Coverstory kurt vor seinem Duell mit Mike Tyson inklusive der Überschrift „Don’t count me out“. Der Ringrichter tat aber genau das, nur 91 Sekunden nach Kampfbeginn, nachdem er von „Iron Mike“ auf die Bretter geschickt wurde.

Die Socceroos und der Voodoo Priester

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Caltex Socceroos, Darlinghurst, NSW. 603,880 likes · 15,947 talking about this. The Caltex Socceroos are Australia's national football team. You can...

Es ereignete sich im Jahr 1970 während der Qualifikation zur Weltmeisterschaft, als die australische Fußballnationalmannschaft die Hilfe eines Voodoo Priesters in Anspruch nahm, um die Gegner zu verhexen. Sie vergaßen jedoch, den Mann zu bezahlen, so drehte sich der Fluch auf die Socceroos. Sie qualifizierten sich in den 36 Jahren danach nur für die WM 1974, wo sie sang- und klanglos ohne ein eigenes Tor ausschieden. Erst 2006 bat ein Dokumentarfilmer einen Medizinmann aus Afrika, den Fluch zu brechen. Und was passierte? Australien war bei der WM in Deutschland 2006 dabei, wo das Team sogar ins Achtelfinale kam.

 

Der Fluch des Billy Penn

© YouTube // Comcast

Über Jahre hinweg war es ein ungeschriebenes Gesetz in Philadelphia, der Heimatstadt von Rocky Balboa, dass kein Gebäude höher sein durfte als das Rathaus, auf dem eine Statue des Stadtgründers William Penn thront. Als 1987 durch den Bau des Wolkenkratzers „One Liberty Place“ mit dieser Tradition gebrochen wurde, verfielen die Sportfans in jahrzehntelange Tristesse. Das einst so erfolgreiche Philadelphia musste in den Big-4 (Football, Eishockey, Baseball, Basketball) immer wieder Teams aus anderen Städten den Vortritt lassen.

Das währte bis 2008, als die Baseballer der Phillies endlich wieder die World Series gewinnen konnten. War die Qualität in der Mannschaft der Grund? Mitnichten. Vielmehr ist der Erfolg listigen Fans zu verdanken, die im Jahr davor auf dem Comcast Center, dem mittlerweile höchsten Gebäude der Stadt, eine Figur von William Penn platzierten und den Stadtpatron so wieder auf seine gewohnt „überragende“ Position hoben.

Der Doppelfluch der Canadiens

Das Eishockeyteam der Montreal Canadiens war bis ins Jahr 1993 sehr erfolgreich, konnte bis dahin 24 Stanley-Cup-Siege vorweisen. Seitdem wartet das Team vergebens auf den nächsten Titel. Die Kanadier machen gleich zwei Vorkommnisse für diesen Fluch verantwortlich. Zum einen wäre da der Wechsel von Torwart-Legende Patrick Roy, der sich von seinem damaligen Montreal-Coach gedemütigt fühlte und den Klub daraufhin wutentbrannt Richtung Colorado verließ - der „Fluch des Saint Patrick“.

Zum anderen sehen die Fans den Ursprung des Niedergangs auch in einer kleinlichen Aktion ihres Trainers Jacques Demers im Finale des Jahres ihres letzten Titelgewinns 1993. Damals hatte der Coach eine unzulässige Schlägerbiegung bei einem Gegner dem Schiedsrichter gemeldet, der den Akteur der Los Angeles Kings daraufhin zu einer Zweiminutenstrafe verdonnerte. Diese Verzweiflungstat führte zum Ausgleich, zum Sieg in der Verlängerung und am Ende der Serie zum Gewinn des Cups. Seit dieser pedantischen Beschwerde gewann nie wieder ein kanadisches Team die wichtigste Trophäe im Eishockey. 

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09 2016 The Red Bulletin

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