Michael Strasser - Cairo2Cape

Michael Strassers Blog -
Quer durch Afrika und du bist mit dabei

Fotos: Cairo2Cape/Wisser

Triathlet Michael Strasser hat sich ein Ziel gesetzt: 11.500 Kilometer mit dem Rad von der Nordküste Afrikas bis zum Kap der Guten Hoffnung - „Cairo2Cape“ eben. Wie es ihm auf der Tour, die er in weniger als 40 Tagen bewältigen will, ergeht, verrät er in seinem exklusiven Blog.
Michael Strasser
Michael Strasser, 32, Triathlet und Abenteurer

Tag 34 – Gesundheit gefährdet

Es ist nicht mehr das Radfahren, an das man denkt, beispielsweise an einem Sonntag mit der Familie. Es ist einfach irre, 34 Tage am Stück am Rad zu sitzen und pro Tag längere Distanzen als die Tour-de-France-Starter zu fahren.

Diese Profiradfahrer sind schon verrückt, wenn sie sich die höchsten Berge Frankreichs hinauf quälen. Bei mir ist es auch nur mehr ein Quälen. Ich habe mir bei diesem Blogeintrag vorgenommen, dass ihr einen Blick hinter dieses Projekt „Cairo2Cape“ werfen könnt, vor allem hinter meine Person.

Michael Strasser im Schatten

Wir haben Schatten gefunden, Zeit für eine kurze Pause.

Ich glaube, niemand, der noch nicht das Gleiche oder Ähnliches an solchen Strapazen bewältigt hat, kann mitfühlen, welche Belastungen und welch innere Stärke für so eine Leistung notwendig sind.
Über die Schwierigkeiten von "Cairo2Cape"

Es ist ganz und gar nicht alles so toll, wie es vielleicht hin und wieder geschrieben wird. Ich bin schon lange an den Grenzen meiner Belastbarkeit angekommen und reize derzeit meinen Körper bis zum Ende seiner Kräfte aus. Dass es nicht mehr gesund ist, weiß ich schon lange. Bestätigt wird es von den Schmerzen an allen Körperstellen.

Die vielen Ups and Downs nagen an der Psyche von uns allen. Gestern war ein extrem langer, intensiver Tag. Heute Früh war dafür nichts zu holen. Chris und ich waren komplett hinüber von gestern. Vier Stunden Schlaf sind einfach zu wenig. Das tägliche Aufsteigen aufs Rad weckt die Schmerzrezeptoren in meinem Gehirn, die mich immer wieder fragen, warum ich mir das antue.

Victoria West

Einer von vielen durchfahrenen Orten, Victoria West. 

Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht an das Beenden dieses Weltrekordprojektes denke. Oft kann ich nicht anders und weine auf dem Rad einfach drauf los. Das bekommen Inge und Chris gar nicht mit. Ich möchte ehrlich zu euch sein, weil ich dank eures Supports die Schmerzen ein bisschen ausblenden kann und dank euch wieder neue Kraft schöpfe. 

Es sind zwar nur mehr 470 Kilometer bis zum Kap der guten Hoffnung, 400 Kilometer nach Kapstadt, aber die werden keineswegs leicht zu bewältigen sein. Das werden die schwierigsten zwei Tage des gesamten Projekts werden. Trotz der großen Vorfreude, in Weltrekordzeit am Kap, dem südlichsten Punkt Afrikas, anzukommen, wird es für mich psychisch noch einmal eine Herausforderung.

Ich habe meinen Körper innerhalb der letzten Tage intensiv kennengelernt und bin im Kopf extrem stark, aber trotzdem wird das Ertragen der Schmerzen von Stunde zu Stunde schwieriger. Es klingt fast lächerlich, wenn ich auf das bereits Erreichte zurückblicke und nun nur noch ein Zwanzigstel der Strecke zurücklegen muss. 

Ärztin Inge würde mich für längere Zeit hospitalisieren, wenn sie mich in die Ambulanz einliefern würden. Ich glaube, niemand, der noch nicht das Gleiche oder Ähnliches an solchen Strapazen bewältigt hat, kann mitfühlen, welche Belastungen und welche innere Stärke für so eine Leistung notwendig sind.

Ein abgekämpfter Michael Strasser

Dass es mir körperlich nicht mehr gut geht, zeigt dieses Bild sehr gut. 

Zum heutigen Tag ein paar Infos: 316 Kilometer konnte ich heute wieder absolvieren. Ich bin so froh, dass mich Inge und Chris unterstützen, sie sind ein großer Puzzleteil im Projekt. Ich habe mir vor ein paar Tagen zum Ziel gesetzt, ich muss pro Tag mindestens 300 Kilometer schaffen, damit ich den Vorsprung von zwei Tagen nicht gefährde. 

Trotz starken Gegenwinds und extremer Hitze zeigte ich wieder eine unfassbar gute Leistung. Ich habe das Ziel vor Augen und hoffe auf einen guten Ausgang. Jetzt könnt ihr ein bisschen meinen Gemütszustand nachvollziehen. Ich melde mich morgen wieder, wahrscheinlich mit einem der letzten Blog-Einträge, denn jede Reise hat ein Ende …


Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael!

Strasser fokussiert

Focused: Der Blick nach vorne Richtung Zielankunft gibt mir neue Kraft. 

Tag 33 – Hilfsbereitschaft

Ein neuer Tag, den wir zu viert gemeinsam verbracht haben. Ihr fragt, wer ist der oder die Vierte? Ganz klar: unser Auto, der 20 Jahre alte Toyota. Wir wissen nicht genau, welches Geschlecht es ist, aber bis jetzt machte er uns keine Probleme. Ein großes Lob an dich, du weißer Flitzer!

Anscheinend habe ich es  „verschrien“. Während wir eine kurze Pause am Vormittag gemacht haben, war ich schon wieder am Rad und wollte gerade losfahren, da quälten sich Chris und Inge mit dem Starten des Autos, doch der Starter funktionierte nicht.

Michael Strasser - Auto

Die Fehlerquelle wird gesucht und Chris bekommt ein bisschen Elektrikunterricht.

 Sie erzählten mir, dass ein Landwirt aus Südafrika bei ihnen vorbeifuhr und sofort helfen wollte. Er rief einen bekannten Mechaniker an, der zu unserem Teamauto kam. Das Auto sprang dann wieder an und Inge und Chris fuhren in die nächste Werkstatt.

Dort wurden die Probleme rasch gelöst. Sieben Mechaniker kümmerten sich um unser Auto, das war ein Service fast schon wie bei den Formel 1-Rennen. 

Michael Strasser Mechaniker

Danke an die Mechaniker der Toyota-Werkstatt in Kimberley, die unser Auto wieder in Schuss brachten.

Ihre Hilfsbereitschaft ging noch ein Stück weiter. Da sie durch die Erzählungen von meinem Weltrekordprojekt gehört haben, meinten sie einfach, das Service kostete nichts. Sie bauten die Diebstahlsicherung aus, danach war alles wieder in Ordnung. Gut, wir belohnten sie mit einer Packung Mannerschnitten. Danke für euren Support, Jungs. 

Mit funktionierendem Gefährt konnten Inge und Chris mich dann enndlich wieder einholen. ich dachte mir schon, die zwei sind schon wieder bei ein bisschen Sightseeing in der Gegend. 

Der Tag musste einfach besser werden. Und so war es auch. Ich erreichte heute Mittwoch gegen 15 Uhr die 10.000 Kilometer-Marke. Ein beeindruckendes Gefühl. Innerhalb von 33 Tagen war ich mehr als 10.000 Kilometer am Rad. Aber ich habe noch nicht fertig, wenn man Giovanni Trappatoni zitieren würde. Ich bin noch mindestens drei Tage unterwegs.

Sieben Mechaniker kümmerten sich um unser Auto, das war ein Service fast schon wie bei den Formel 1-Rennen.
Über die Unterstützung der Werkstätte

Heute haben wir 386 Kilometer geschafft, eine  fu**ing übermenschlich crazy Leistung. Inge hat schon geschlafen, Chris am Steuer und ich im Sattel hielten bis 24 Uhr durch, ehe wir in Britstown übernachteten.

Ich möchte nicht sagen, dass ich schon ein bisschen wehmütig Richtung Ende sehe, aber bis jetzt haben wir so viele tolle Menschen erlebt, beeindruckende Naturgebiete durchfahren und viele Wildtiere in freier Wildbahn beobachtet. Danke für das bisher Erlebte, aber es wird Zeit, meine Liebsten zuhause wieder in die Arme zu nehmen und mit euch zu feiern. Wenn ich den Weltrekord nach Österreich mitnehmen könnte …


Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael!

Michael Strasser in Südafrika

Ein toller Tag geht im Nirgendwo in Südafrika zu Ende.

Tag 32 – Mit Gegenwind zu Strom

Hallo Leute, Tag 32 ist heute. Wie die Zeit vergeht. Euch kommt es vielleicht ein bisschen schneller vor, aber bei mir können die Stunden am Fahrrad ganz schön lang werden. Nichtsdestotrotz sind wir jetzt schon so weit und heute in Südafrika angekommen, wo unsere Weltrekordtour ihr Ende findet. Südafrika, wir sind gekommen, um zu bleiben.

Der letzte Grenzübergang also. Wenn ich so zurückdenke, gab es bei manchen echte Probleme. Ich kann mich noch gut an das stundenlange Warten in der Hitze erinnern. Dafür verlief beim letzten Grenzübergang von Botswana nach Südafrika alles tadellos.

Michael Strasser Radfahren bei Nacht

Das Fahren in der Nacht sorgt immer noch für ein mulmiges Gefühl.

Mittlerweile kenne ich meinen Körper ein bisschen mehr als zu Beginn der Weltrekordjagd.
Ein weiterer Hitzeschlag wurde abgewendet

Der Tag war an sich sehr cool, denn wir sind in unserem Zielland angekommen. Aber mit dem Gegenwind hatten wir wieder keine Freude. Carnuntum, meine Heimatregion, und der Seewinkel sind ja auch recht windige Regionen. Dort hat der Wind zumindest sein Gutes, wird er doch mit Windrädern für die Erzeugung von Strom genützt. Diese würden hier in Südafrika auch für genügend Elektrizität sorgen.

Außerdem war rund um uns ständig Gewittergefahr, zum Glück blieben wir verschont. Da mein Ziel nicht mehr weit entfernt ist, habe ich durchgebissen und konnte 306 Kilometer „erradeln“.

Mit einem Durchschnitt von 25 km/h kann ich damit auch echt zufrieden sein - bedenkt man meine Schmerzen und die äußeren Einflüsse. Die Mittagshitze ließ mich an die Grenzen meiner Belastbarkeit stoßen. Inge und Chris hatten Angst, dass ich wieder so einen Zusammenbruch wie im Sudan erlebe. Mittlerweile kenne ich meinen Körper jedoch ein bisschen mehr als zu Beginn der Weltrekordjagd. 

Michael Strasser mit Proviant

Einmal am Tag steht Babybrei am Menüplan. 

Geschlafen haben wir in Taung in einem Hotel mit Pool, aber zum Plantschen war keine Zeit. Wir werden uns am Ende ein paar Tage Auszeit und Urlaub in Kapstadt nehmen. Das haben wir uns verdient. 

Viel mehr gibt’s über uns heute nicht zu erzählen. Klingt langweilig, aber es geht ja noch ein paar Tage.
 

Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael!

Michael Strasser in Südafrika

Wir sind in Südafrika angekommen und der Himmel gibt uns viel Sonne zurück. 

Tag 31 – Fast Food als Belohnung

Heute Montag gab es wie gestern keinen guten Start in den Tag. Ich bin vor Kälte zitternd eingeschlafen. Ihr könnt euch vorstellen, wie es mir in der Früh ergangen ist. Der Schlafsack war feucht, mir ging es echt bescheiden. Die Stimmung war am Boden, ich wusste nicht mehr, wie es mit mir weitergeht. Ich bin am Tiefpunkt meiner Kräfte angekommen.

Nach guten Gesprächen mit Inge und Chris - danke, dass ihr immer die richtigen Worte findet - setzte ich mich dennoch wieder aufs Rad. Es wurde von Kilometer zu Kilometer besser. Der Regen hörte auch endlich auf und die immer besser werdenden Asphaltstraßen änderten mein Gemüt ins Positive. Meine Stimmung korreliert anscheinend mit der Straßenbeschaffenheit. Das zu erforschen, wäre für die Wissenschaftler unter euch interessant. Ich bin gespannt, ob ihr da einen Zusammenhang findet. 

Meine Stimmung korreliert anscheinend mit der Straßenbeschaffenheit.
Über die unterschiedliche Qualität der Beläge und meine Motivation

Der „Strasser Express“ startete voll durch. Wir kamen gut durch Gaborone, der Hauptstadt Botswanas. Dort wollte meine Crew, während ich alleine weiter fuhr, den Blinker reparieren lassen. Fehlanzeige. Die Werkstätten hatten nicht die die passenden Ersatzteile dafür. Zumindest wissen wir, was das Problem ist. Es ist wirklich gefährlich,  keinen Warnblinker in der Nacht verwenden zu können. Oft müssen wir stehenbleiben, damit ich essen oder trinken kann, oder einfach nur so eine kurze Pause machen. 

Michael Strasser beim Essen

Fütterungszeit während des Fahrens

Mittlerweile werde ich vom fahrenden Auto aus gefüttert. Ein bisschen gefährlich, aber so sparen wir Zeit. Wobei … ich kann die Kreationen von Inge und Chris nicht mehr sehen. Nudeln, Reis und Bohnen verursachen schlechte Erinnerungen in meinem Kopf.

Ich habe ihnen verordnet, jedes Fast-Food-Lokal, das auf unserem Weg ist, anzufahren und mir als Belohnung einen Burger oder etwas Fettiges zu kaufen. Mein Körper streikt sonst. Übrigens werden die beiden auch mit dem Essen nicht mehr glücklich. An alle Ernährungsexperten da draußen, ich weiß es ist ungesund. Aber fährt mal 9.500 Kilometer, da spürt auch ihr das Verlangen nach Fast Food.

Dafür war ich heute wieder echt gut unterwegs. Vor allem abends nach dem Essen ging noch einiges weiter. 371 Kilometer standen am Ende des Tages am Zähler. Bin super zufrieden. Unser Tagesziel, die Stadt Lobatse, wurde locker erreicht.

Morgen geht’s bereits nach Südafrika. Die Vorfreude ist groß, denn es ist unser letztes Land, das wir am Weg zum Weltrekord erreichen werden. Das Kap der guten Hoffnung ist nicht mehr weit entfernt. Wenn nichts mehr schief geht, - drückt mir die Daumen - kommen wir samstags am 5. März an. Mein Traum und mein hoch gestecktes Ziel würden in Erfüllung gehen. Genug mit träumen, aus für heute, ich melde mich morgen wieder!

Michael Strasser in Botswana

In Botswana sind sogar die Baustellenumfahrungen asphaltiert.

PS: Ich bekomme nur am Rande mit, welch große Unterstützung ich von euch erhalte. Das ist einzigartig und hätte ich mir nie zu träumen gewagt. Genau diese Unterstützung brauche ich bis zum Schluss, mit eurem Support ist alles möglich. Ein großes Danke dafür, ich freue mich schon aufs Feiern mit euch.
 

Gemeinsam schaffen wir das , euer Michael!

Kabel angesteckt

Wenn wir mal Strom haben, dann wird alles aufgeladen.

Tag 30 – Kein Weiterkommen

Meinen Sonntag hätte ich mir ein wenig anders vorgestellt und nicht zu träumen gewagt, dass wir ihn für Sightseeing nützen könnten. Zumindest ein unkomplizierter Start wäre wünschenswert gewesen. Wir hegen und pflegen unser Auto, 20 Jahre alt und noch immer top in Schuss, aber das hat er sich nicht verdient. Heute war er ein bisschen arm dran, der weiße Flitzer.

Inge ist beim Wegfahren im Sand stecken geblieben. Wieder ein paar Minuten Zeit verloren. Hätte ich bloß vorher gelesen, dass nur Allradautos da hineindürfen. Es war kein Weiterkommen mehr möglich. Dank ein paar Südafrikanern war das Auto wieder rasch aus dem Schlamassel gezogen. Mittlerweile besteht das Autofahren nicht mehr nur aus Lenken, Schalten und Bremsen. Nein, ein Blinken ist nicht mehr möglich, deshalb einfach Hand rausstrecken und das Blinken selber simulieren.

Ich war waschelnass von Kopf bis Fuß.
Über die Wetterextreme in Afrika

Gut, dann soll ab jetzt bitte nichts mehr passieren, einfach „nur“ 300 Kilometer und ein bisschen mehr herunter radeln. Danke Wettergott, dass es nicht so einfach wurde. Regen, Regen, Regen, … und Regen passen zu dem heutigen Tag.

Michael Strasser - Cairo2Cape

An der Tankstelle war aufgrund der nassen Klamotten Umziehen angesagt.

Ich war waschelnass von Kopf bis Fuß. Wieder einmal aufgezeigt, dass Afrika nicht nur trocken ist, sondern auch hin und wieder tausende Liter Wasser vom Himmel hinunterplätschern. Zumindest gut für die Landwirtschaft und für die Tierwelt. Ich hingegen kann dem noch nicht viel abgewinnen.

Nach einer kurzen Fahrzeit war in Francistown Trocknen angesagt, verordnete mir meine strenge Ärztin Inge. Ich habe nachgegeben und meinen Sturschädel diesmal hinten angestellt. Die richtige Entscheidung, weil das kann echt zu gesundheitlichen Problemen führen.

Auch mit den Straßen bin ich derzeit nicht wirklich zufrieden. Ihr denkt wohl, ich jammere ständig auf hohem Niveau, weil ich ja in Österreich nur gute Beläge gewöhnt bin. Nein, es gibt entweder Schlaglöcher oder die Beläge sind schon so veraltet, dass mein Bike nur wackelt. Das 13 Stunden am Sattel sitzend zu erleben ist es kein Vergnügen. Bald schnappe ich mir den Polster vom Schlafen für die Unterarme. Außerdem gibt es hier schon wieder viel zu viele Autos, die ein sicheres Fahren unmöglich machen. Und der Gegenwind, der wieder kräftig gegen mich bläst, kostet doppelt Kraft. Doch genug: Jammern beendet!

Michael Strasser - Cairo2Cape

Hätte ich nur gelesen, dass Allradautos hier reindürfen …

Michael Strasser - Spuren in Botswana

… hätten wir uns das Rausziehen aus dem „Gatsch“ erspart.

Wenn ihr denkt, ich bzw. wir (Inge, Chris und die riesige Crew zuhause) sind die Verrücktesten auf diesem Kontinenten, dann täuscht ihr euch gewaltig. Heute trafen wir Jacob, einen Radfahrer, der seit drei Jahren nichts anderes macht, als täglich von einer Stadt zur nächsten zu radeln. Sein Ziel? Alle Kontinente mit dem Rad entdecken. Wo er schläft? In der Hängematte. Seine bisherige Ausbeute? 55.000 Kilometer. Warum er das macht? Weil er das einfach liebt. Mehr gibt es da echt nicht zu sagen. Großartig, was er da macht. Danke für die Bestätigung. Auch wir sind verrückt und gehen unserer Passion, verpackt in einem Weltrekordprojekt, nach. Mehr von Jacob findet ihr hier.

Insgesamt konnten wir wieder 320 Kilometer abspulen, was derzeit das Soll ist, damit der mögliche Weltrekord in Reichweite bleibt.

Das Suchen einer geeigneten Unterkunft gestaltete sich mühsam. Zwei Orte, durch die wir fuhren, hatten keinen Campingplatz bzw. kein Hotel zu bieten. Wir dürfen hier in Botswana einfach nicht im Auto schlafen, weil die Wildtiere zu gefährlich sind. Unsere einzige Möglichkeit wäre Feuer zu machen, aber dafür ist uns der Schlaf zu schade. Wir haben letztes Endes im Auto geschlafen. Und überlebt. 


Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael!

Tag 29 – Endlich ein paar Wildtiere

Gestern die giftigste Schlange der Welt, heute die größten Wildtiere der Welt. Eine gute Abwechslung, oder? Wenn man an Afrika denkt, hat man Elefanten, Löwen und Zebras im Kopf. Doch erst in Botswana, dort kamen wir gestern gut von der Grenze Sambia mit der Fähre in unser siebtes Land, hatten wir unsere erste größere Begegnung mit Wildtieren. Übrigens die Behörden sind kleine Hygiene-Fetischisten. Wir mussten unseren großen Bananenvorrat aufessen und wurden bei der Grenzkontrolle komplett desinfiziert. Ok, meine Füße hatten es eh schon nötig, aber dieses Thema möchte ich nicht weiter vertiefen.

Michael Strasser - Cairo2Cape

Beeindruckend, einen Elefanten aus der Nähe in freier Wildbahn zu sehen. 

In Botswana kurz nach der Grenze war ein paar Meter neben der Straße schon richtig viel los. Eine vierköpfige Elefantenfamilie stolzierte neben uns vorbei. Ein bisschen angsteinflößend, denn mit Elefanten passieren leider immer wieder gefährliche Unfälle. Sogar wir sahen am Straßenrand einen völlig demolierten LKW liegen, davor die Reste eines Elefanten und darüber fliegende Aasgeier. 

Michael Strasser - Cairo2Cape

Bei der Grenze war eine Desinfektion unerlässlich. 

Insgesamt sahen wir 35 gezählte Elefanten. Wow, das war richtig cool, ich hatte so viel zum Anschauen, aber fast keine Zeit zum Stehenbleiben. Ihr wisst schon, die Zeit tickt.

Apropos Stehenbleiben: Das ist auch nicht unbedingt empfehlenswert, die Warnschilder unterstreichen das alle paar hundert Meter. Inge hatte bei einem Elefanten echt Angst, das konnte man in ihrem Gesicht sehen. Wenn er „töröö töröö“ neben dir macht, wird dir ein bisschen anders. Auf Holz klopfen! Es ist nichts passiert, sie stecken einfach nur ihr Revier ab und das ist gut so. Springböcke, Giraffen und Wildschweine waren heute schon in unserem Blickwinkel. 

Am 29. Tag legten wir 311 Kilometer zurück, ein bisschen weniger als gestern, aber wir hatten ja auch einen Grenzübergang zu bewältigen. Außerdem werden die Straßen wieder ein bisschen schlechter, was natürlich meinen Armen und meinem Gesäß keine Freude macht. Uns gehen schon die schmerzstillenden Cremen aus, ich hoffe ich kann durchbeißen.

Sogar wir sahen am Straßenrand einen völlig demolierten LKW liegen, davor die Reste eines Elefanten und darüber fliegende Aasgeier.
Über die Unfälle von Fahrzeugen mit Elefanten
Michael Strasser - Cairo2Cape

Stehenbleiben auf eigene Gefahr

Wir übernachten in einem Campingplatz in der Nähe von Nata, weil an der Straße mögliche Begegnungen mit Löwen und Elefanten zu gefährlichen Situationen führen könnten.

Eigentlich nur mehr ein paar Tage, 2.100 Kilometer warten noch auf uns. 2.100 Kilometer mit Wildtieren, Bergen und einem Ende in Sichtweite. Ich höre schon die Wellen vom Kap der guten Hoffnung, wo ich im Dezember 2015 beim Trainingslager war. Ich kann mich noch gut an die letzte Etappe erinnern, die ich schon gefahren bin. Bis dort hin warten aber noch 5-6 Etappen voller Fragezeichen und Nachtfahrten.
 

Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael! 

Michael Strasser - Cairo2Cape

Das Auto ist gut mit der Fähre von Sambia nach Botswana gekommen. 

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02 2016 The Red Bulletin

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