Vendée Globe

Vendée Globe: Die Route

Text: Alexander Macheck, Arkadiusz Piatek & Justin Hynes
Foto: B.Stichelbaut

In 78 Tagen allein um die Welt. Wir zeigen euch die gefährlichsten Passagen des Vendée Globe Yacht Race.

Vom französischen Les Sables-d’Olonne startend, einmal rund um die Welt, immer von Westen nach Osten, dabei das Kap der Guten Hoffnung, Kap Leeuwin und Kap Hoorn links liegen lassend – und die Antarktis rechts. Ergibt insgesamt eine Reise-Distanz von 44.000 Kilometern.

Die Schlüsselpassagen:

  • Die Biskaya
  • Die Doldrums
  • Indischer Ozean
  • Pazifik
  • Südatlantik
  • Nordatlantik
Vendée Globe Yacht Race

1 DIE BISKAYA 
Das Massengrab

Vorsicht vor Stürmen aus Südwest. Der Golf von Biskaya ist einer der größten Schiffsfriedhöfe der Welt. Andererseits treten hier starke Winde aus nördlichen Richtungen auf. Wenn du einen von denen erwischst, segelst du mit Highspeed an Spaniens Westspitze vorbei über Madeira zu den Kanarischen Inseln und weiter zu den Kapverden.

2 DIE DOLDRUMS
Seglers Albtraum

Hauptsächlich herrscht hier Windstille – die jedoch mehrfach am Tag von Platzregen, Gewittern und in alle Richtungen drehenden Sturmböen unterbrochen wird. Um den besten Pfad durch diese Wetterhölle zu eruieren, analysieren Skipper Stunden über Stunden Wetterdaten. Vergeblich, behaupten alte Seebären, am Ende tun die Doldrums doch, was sie wollen.

Am 6. November werden 30 der besten Segler der Welt die achte Ausgabe der ultimativen Solo-Regatta in Angriff nehmen.

© youtube // Sailing News

3 INDISCHER OZEAN
Die Schattenwelt

Schattenwelt“: So bezeichnete Titouan Lamazou, der Sieger der ersten Vendée Globe, die düstere Wildnis zwischen dem Kap der Guten Hoffnung und Tasmanien. Wenig Licht, gigantische Wellen, eisig-feuchtes Wetter, brüllender Wind und weit und breit keine andere Menschenseele. Die kürzeste Route hier durch wäre die südlichste. Doch dort treiben Eisberge. Also hanteln sich die Segler nördlich entlang der Eisgrenze (rot strichlierte Linie).

4 PAZIFIK
Eisberg-Slalom

Auf dem Weg zum legendären Kap Hoorn müssen die Skipper gefährlich nah an die Eisgrenze heran (orange strichlierte Linie auf der Karte). Südlich davon ist die Gefahr, mit einem Eisberg zu kollidieren, zu groß. Doch auch nördlich davon treiben immer wieder kleinere Brocken, die weniger als einen Meter über die Wasseroberfläche ragen, immer noch 40 Tonnen wiegen – und vom Radar nicht erfasst werden.

5 SÜDATLANTIK
„Pampero“ auf die Nase

Gerade eben an Kap Hoorn vorbei und raus aus der Eisberg-Gefahrenzone: Unerfahrene Segler denken nun, sie hätten das Schlimmste hinter sich – und knallen gegen den „Pampero“, einen oft extrem starken Wind, der von Argentinien übers Meer bläst. Bei ihrem Kurs Nordost die Küste entlang trifft die Schiffe der Sturm von schräg vorne. Die Folgen: sehr starke Schräglage und damit enorm viel Belastung für Skipper und Schiff.

6 NORDATLANTIK
Eisige Autobahn

Das Ziel kommt langsam in Schlagweite. Zunächst heißt es jedoch noch einmal: Warm anziehen, wir klettern den Globus „hinauf“ Richtung Norden. Zur Belohnung gibt es dort oben eine Zone verlässlich wehender Westwinde, die die Schiffe konstant wie auf einer Autobahn in Richtung Westküste Frankreichs blasen.

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11 2016 The Red Bulletin

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