Mortal Kombat

Die denkwürdigsten Videospiel-Verfilmungen

Text: Marco Rauch
Foto: New Line Cinema

Resident Evil, Mortal Kombat, Super Mario: Videospiele, mit denen Generationen von Gamern ihre Freizeit verbracht haben. Doch was dich auf einem kleinen Screen für Stunden fesselt, muss auf der Leinwand nicht zwangsläufig funktionieren, wie diese Verfilmungen beweisen.

Hitman: Agent 47 oder Warcraft: The Beginning begeisterten die Besucher zuletzt in den Kinos. Naja, ein paar von ihnen zumindest. Für uns ist es aber Grund genug, einen Blick auf bisherige Videospiel-Verfilmungen zu werfen und zwar auf jene, die man gesehen haben sollte, im Guten wie im Schlechten. Wahre Meisterwerke gab es ja von diesem Genre noch nicht wirklich, dafür reichen die Filme von so schlecht, dass sie wieder gut sind, über akzeptabel bis hin zu so schlecht, dass sie wirklich nur schlecht sind.

Erinnerst du dich noch an …

  • Street Fighter
  • Mortal Kombat
  • Super Mario Bros.
  • Silent Hill
  • Need for Speed
  • Resident Evil
  • Hitman

Street Fighter

Mit Jean­-Claude Van Damme kann man eigentlich nichts falsch machen. “The Muscels from Brussels” war 1994 noch auf dem Höhepunkt seiner Karriere, was soll also bei einer Verfilmung von Street Fighter schiefgehen? So ziemlich alles. Angefangen von einem koksabhängigen Star, der sogar seinen Aufpasser in Versuchung führt, bis hin zu Darstellern, die nach Thai­-Massagen süchtig waren und der Tatsache, dass der einzig wahre Profi am Set ein todkranker Raul Julia war. Die Dreharbeiten zu Street Fighter glichen wohl eher einem apokalyptischen Lustfest, bei dem kaum jemand an Arbeit gedacht hat. Wäre vielleicht besser gewesen, sie hätten die Dreharbeiten abgefilmt und veröffentlicht. Was für eine Street-Fighter­-Version wäre das nur gewesen!

© YouTube // VanDammedia

Mortal Kombat

Sub­Zero, Scorpion, Shang Tsung und Goro: nur einige der originellsten Figuren aus Mortal Kombat. Ein simples Beat’em’Up mit grandiosen Charakteren. Das Ergebnis der Verfilmung: ein herrlich trashiger Prügelfilm mit fetzigem Soundtrack, absurden Effekten (Goro) und einem noch absurderen Christopher Lambert als Lord Raiden. Der US-Amerikaner spielt den Donnergott so amüsant an der eigentlichen Figur vorbei, dass man richtig merkt, wie wenig er damit anfangen konnte und von Raiden oder Mortal Kombat gehört hat. Ein unterhaltsam schlechter Film, der aber gerade deshalb absolut sehenswert ist.

© YouTube // Movieclips Trailer Vault

Super Mario Bros.

Okay, aus einem Jump’n’Run wie Super Mario ist es wahrlich schwer einen Film zu machen. Das entschuldigt aber noch lange nicht das Fiasko, das Super Mario Bros. mit Bob Hoskins und Dennis Hopper wurde. Eine Unterwelt voller Eidechsen und Dinosaurier, mit hoch entwickelter Technik, aber einer apokalyptischen Stimmung, dass selbst die Zukunft aus Terminator wie ein Vergnügungspark wirkt? Wenn sogar der Star des Films das gesamte Machwerk als eine auf Zelluloid gebannte Erniedrigung  bezeichnet, dann weiß man, dass man sich in den tiefsten Tiefen des schlechten Filmerlebnisses befindet.

© YouTube // Normenbbg str

Silent Hill

Auch wenn die Filme nicht an den psychologischen Horror der Spiele heranreichen, so ist Silent Hill doch eine durchwegs atmosphärische Verfilmung. Und das, obwohl sie etwas zu oft in Brutalitäten und Schockmomente abgleitet, anstatt sich auf den ständig drohenden Wahnsinn und die hinter jeder Ecke lauernde Angst zu konzentrieren, was die Spiele auszeichnet. Die Auflösung ist ebenfalls nicht so mehrdeutig und subtil, doch Fans von soliden Horrorfilmen kommen auf ihre Kosten.

Need for Speed

Wie verfilmt man ein Spiel, das eigentlich nur aus illegalen Straßenrennen und dem Entkommen von Polizeieinheiten besteht? Wer hier gleich an Fast & Furious denkt, irrt sich natürlich, die Rede ist von Need for Speed. Großartige Spiele, deren Verfilmung leider an einer langweiligen und vielleicht sogar unnötigen Handlung schwächelt. Wieso nicht einfach einen Film machen, in dem die Fahrer nur der Polizei  davonfahren? Praktisch eine durchgehende Verfolgungsjagd in Spielfilmlänge. Dass so etwas funktioniert, hat Mad Max: Fury Road erst kürzlich eindrucksvoll bewiesen.

© YouTube // Constantin Film 

Resident Evil

Ein Herrenhaus voller Zombies und geheimer Labore, zerplatzende Schädel, Splatter, Blut und Hirnmasse. Wie schwer kann es sein, daraus etwas zu machen? Das verfilmt sich doch quasi von selbst. Resident Evil hat nur einen großen Pluspunkt: Milla Jovovich. Rein optisch macht sie schon was her. Auch wenn die Filme einen sonst kaum vom Hocker reißen, wer sieht dieser Frau nicht gerne zu, wie sie sich durch Horden an Zombies prügelt, schießt und schlachtet? Was die Verfilmungen aber perfekt auf ihr Medium übertragen: das pure, billige B-­Movie-Vergnügen einer Zombie­-Schlachtplatte. Mehr wollen die Filme nicht sein und mehr sind,­ wenn wir ehrlich sind, auch die Spiele nicht.

© YouTube // Constantin Film 

Hitman

Die erste Verfilmung mit Timothy Olyphant in der Hauptrolle des eiskalten Killers macht eigentlich nicht viel falsch, aber gleichzeitig auch nichts richtig. Heißt im Klartext: Hitman war ein  genau so kalter und emotionsloser Film wie sein Protagonist, was in gleichgültiger Resignation seitens der Zuschauer mündete. Vielleicht sollte sich die Geschichte rund um eine gezüchtete menschliche Killermaschine selbst nicht so ernst nehmen oder man sollte überhaupt einen komplett konträren Zugang und den Auftragsmörder als Antagonisten verwenden? Hitman: Agent 47 hat jetzt jedenfalls die Möglichkeit die vorherige Verfilmung zu übertreffen, in Vergessenheit ist sie ja ohnehin schon längst geraten.

© YouTube // 20th Century Fox 

PressPlay

Dieser Artikel ist in Kooperation mit pressplay entstanden. Weitere Storys zu Film, Musik und Games gibt es hier: www.pressplay.at

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