Andrew Stanton und „Findet Dorie“

FINDING GLORY - Wie eine Film-Fortsetzung erfolgreich wird

Text: James Luxford
Foto: Getty Images/montage   

Andrew Stanton, Macher von „Findet Dorie“ (und „Findet Nemo“) erklärt mithilfe von 5 Tipps, wie ein Sequel zu einem Superhit wird.

1 Finde etwas, das dich motiviert

„Ich hatte überhaupt nicht vor, nochmal zurückzusehen. Ich war mit anderen Filmen beschäftigt und habe „Findet Nemo“ schon etwa acht Jahre lang nicht mehr gesehen. Aber wir wollten es noch in 3D herausbringen, also musste ich wie ein normaler Zuschauer im Kino sitzen und war auf einmal so unzufrieden mit der Art, wie wir Dories Geschichte beendet hatten.

Ich war wirklich besorgt um sie – was, wenn sie Marlin und Nemo vergisst und verloren geht, oder nicht mehr weiß, wo sie herkommt? Es musste einen Abschluss für ihre Geschichte geben.“

Kinostart: 29. September 2016

© YouTube // KinoCheck

2 Hinterfrage deine Beweggründe

„Die Entscheidung, eine Fortsetzung zu machen, sollte auf keinen Fall damit begründet sein, dass der vorherige Film erfolgreich war und das Publikum deswegen schon wieder kommen wird. Wir haben uns immer gefragt: Hat der Film den gleichen fruchtbaren Boden wie der vorherige? Was bringt Schwung hinein? Welcher Wert steckt in der Idee? Denn immerhin wird es ein Plan sein, mit dem du dich die nächsten drei bis vier Jahre beschäftigst. Meistens wird irgendetwas nicht klappen, weswegen in der Fülle an Ideen da wirklich ein kleiner Goldschatz vergraben sein sollte.“

DIE FAKTEN:

  • Name: Andrew Stanton
  • Geburtstag: 3. Dezember 1965 (Alter: 50 Jahre) in Rockport, Massachusetts, USA
  • Ehefrau: Julie Stanton
  • Kinder: 2
  • Bekannt für: Regie und Drehbuch für „Das große Krabbeln“, „Findet Nemo“, „WALL-E“ und „John Carter - Zwischen zwei Welten“
  • Weitere Projekte: Schreibt gerade an „Toy Story 4“
  • Gut zu wissen: Trat 1990 bei Pixar als zweiter Animateur und neunter Angestellter bei
Klicken zum Weiterlesen

3 Hab keine Angst vor Kritik

„Innerhalb von Pixar geht es oft chaotisch zu, aber die Mitarbeiter haben eine sehr enge Beziehung untereinander und das gehört auch so. Wir haben bei jedem Projekt gelernt, dass wir bessere Filme produzieren, wenn wir Filmmacher-Kollegen im Gebäude nach Ratschlägen und Input fragen. Die Zusammenarbeit mit anderen birgt viel mehr Potential für gute Filme, als als wenn man alles im Alleingang machen will. Wenn du jemandem etwas beibringen willst, das du selbst bereits weißt, dann siehst du es aus einer anderen Perspektive. Du verstehst alles auf einmal viel besser, wenn du es vor einer anderen Person laut ausgesprochen hast.“

andrew stanton on Twitter

About to do interviews with some friends. #FindingDorypic.twitter.com/omtUPIRAhS

4 Nutze den Erfolg des ersten Films

„Einer der Vorteile, eine Fortsetzung zu machen, vor allem eine zu „Findet Nemo“, ist, dass unsere Anrufe ziemlich schnell beantwortet wurden. Wir hatten auch das Glück, unsere Traumbesetzung zusammenstellen zu können [unter anderem Idris Elba als Seelöwe und Sigourney Weaver als… die körperlose Stimme von Sigourney Weaver], und einfach alle sagten ‘Ja’. Es war unglaublich!“

5 Akzeptiere deine inneren Zweifel

„Ganz ehrlich, „Findet Nemo“ zu machen, war eine der schwierigsten Aufgaben. Bis zu den letzten acht Monaten hatte ich nicht das Gefühl, dass es klappt. Bei Dorie war das nicht anders. Das ist das seltsame mit diesen Filmen, wenn sie auf einmal fertig sind und nach außen irgendwie so mühelos wirken. Das zeigt, dass eine gigantische Portion Kummer und Herzblut dahinter steckt.“

Klicken zum Weiterlesen
08 2016 The Red Bulletin

Nächste Story