Batmans Stimme im Interview

Zum Batman-Kinostart:
So kannst auch du ein dunkler Ritter sein

Text: James Luxford
Foto: Warner Bros.

Lego-Batman flattert zurück ins Kino. Wir befragen Kevin Controy, die Stimme aus dem Batman-Zeichentrick der 90er und den „Arkham“-Games, zum Dunkler-Ritter-Sein.

THE RED BULLETIN: Wie wird man Batman?

KEVIN CONTROY: Ich bewarb mich 1991 für die Rolle. Ich war beruflich in Los Angeles, und mein Agent meinte, ich solle für eine neue animierte Batman-Serie vorsprechen. Damals kannte ich Batman nur von der Serie mit Adam West aus den 60ern. Es hieß, sie wollten den Film-Noir-Touch der Tim-Burton-Verfilmung von 1989 einfangen, den ich nicht kannte. Ich improvisierte und versetzte mich in eine schmerzvolle, dunkle Welt, und plötzlich sprach ich mit ­dieser tiefen, rauchigen Stimme. Es fühlte sich gleich richtig an.

Aber „The Lego Batman Movie“ ist eine Komödie. Wie verleihst du deinem dunklen Ritter Witz?

Man muss beim Charakter bleiben, aber ihm einen Twist ver­passen. Mit unterschiedlichen Stimmen für Bruce und Batman wollte ich seine Tarnung überzeugender gestalten, am Ende wurde Bruce einfach verspielter. Da liegt Ironie in der Stimme.

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Selbst schon mal in der Öffentlichkeit erkannt worden?

Nicht zu Beginn. Ganz ehrlich, ich hab keine Ahnung, wer die Cartoons meiner Kindheit sprach, aber heutzutage landet ja über das Internet jeder gleich bei dir. Kürzlich überquerte ich mit meinem Hund den Broadway, als mich ein Polizist anleuchtete. Ich dachte: „Oje, hab ich was getan?“ Dann rief er aus dem Auto: „Du bist Kevin Conroy! Batman! Zeit für ein Foto?“ Ich liebe, wie die Leute auf den Charakter reagieren, das ehrt mich sehr.

© YouTube // TheAnimator727

Könnte dein Batman die anderen in die Pfanne hauen?

Echt jetzt? Mein Batman ist der schlimmste Badass-Batman, den es je gab. Es ist interessant zu sehen, wie jeder Darsteller seinen Charakter prägt. Mein liebster Joker ist natürlich Co-Star Mark Hamill, aber Heath Ledger war super crazy auf seine Art.

SOLO YOLO
Lego-Batman ist nicht der einzige Charakter, der einen Neustart wagt.

„Deadpool“ (2016)

© YouTube // 20th Century Fox

Ryan Reynolds’ Auftritt als Deadpool, alias Merc with a Mouth, in „X‑Men Origins: Wolverine“ war 2009 ein Desaster, aber beharrliche Fans und geleaktes Material ließen den Einzelgang klappen. Das derbe Resultat (FSK 16) brach Rekorde. 

„Better Call Saul“ (2015)

© YouTube // Netflix UK & Ireland

Die Vorgeschichte von Saul Goodman (u.), dem unethischen Anwalt aus „Breaking Bad“, war ein Hit. Zunächst als 30-minü­tige Sitcom geplant, erhält das 60-Minuten-Episodenformat nun gar eine dritte Staffel.

„Ewoks – Die Karawane der Tapferen“ (1984) 

© YouTube // bmoviereviews

George Lucas gab den pelzigen „Stars“ aus „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ eine eigene Plattform: einen TV-Film, in dem die Ewoks zwei Kindern helfen, ihre Eltern zu finden. Trotz Verriss kam das Sequel.

  
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02 2017 The Red Bulletin

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