Boys Noize

The Playlist: Boys Noize

Foto: Shane McCauley

Der 33-jährige DJ Boys Noize verrät The Red Bulletin, welche 5 Songs sein viertes Album „Mayday“ besonders geprägt haben.

Ein „Außenseiter“ sei er, meint der deutsche DJ und Produzent Boys Noize. Vielleicht ein wenig kokett.

Denn er ist erfolgreich, auch wenn er um Dance-Mainstream einen großen Bogen macht, arbeitet mit Kalibern wie Skrillex und Mr. Oizo, ist auf den großen Festivalbühnen der Welt zu Hause, wird vom „Rolling Stone“ als einer der Top-Ten-DJs der Welt gelistet.

Was Boys Noize’ Stil so einzigartig macht? Einflüsse aus Punk und Hip-Hop, gleichberechtigt mit Underground-Techno und House.

© YouTube // BOYS NOIZE

5 songs, die „Mayday“ besonders beeinflusst haben

Daft Punk: „Phoenix“

Mein größter Einfluss! „Homework“ war mein erstes elektronisches ­Album. Bis heute kann ich immer noch Neues darin entdecken. Jahrelang ist es keinem Produzenten ­gelungen, diesen speziellen Sound hinzubekommen. Als mich Thomas Bangalter von Daft Punk in sein ­Pariser Studio einlud, konnte ich nicht anders, ich musste mir eine Platte signieren lassen – voll Fan-mäßig, aber das sind echt coole Typen.

© YouTube // Daft Punk

LFO: „Whistle While You Jerk“

Niemand verbindet Techno und Punk so gut wie LFO. Das ist dem 2014 verstorbenen Mark Bell zu verdanken, der auch für Björk oder ­Depeche Mode produziert hat. Er ist einer meiner Helden, ich durfte ihn oft live erleben. Mir fällt gerade auf, dass drei meiner ausgewählten fünf Platten aus England kommen. Das hat wohl einen Grund: Durch die vielen Kulturen, die sich dort vermischen, entstehen eben immer ungewöhnliche Dinge.

© YouTube // Techno

N.R.G.: „I Need Your Love“

Eine meiner ganz frühen Rave-­Platten, zum ersten Mal gehört habe ich sie auf der Loveparade. Dieser überdrehte Beat, ein 70er-Jahre-Zitat und darüber irgendwelche Synthesizer: „I Need Your Love“ berührt durch ehrliche, direkte Naivität und macht am Ende einfach Spaß. Das ist mir auch wichtig, wenn ich mit anderen Musikern arbeite: diese Momente festzuhalten und zu zeigen, wie viel Spaß man zusammen hatte!

© YouTube // makis man

The Dust Brothers: „Chemical Beats“

Das sind eigentlich die Chemical Brothers, die damals noch Dust Brothers hießen. Mit einem meiner Lieblingstracks, den ich als DJ seit vielen Jahren auflege. Als die Platte 1994 rauskam, habe ich eher Hip-Hop gehört als elektronische Musik, Wu-Tang Clan und A Tribe Called Quest waren groß. „Chemical Beats“ ist auch wegen der Kombination aus Hip-Hop-Beats und Techno-Sounds spannend und ein großer Einfluss auf „Mayday“.

© YouTube // Shoomer1988

Dopplereffekt: „Master Organism“

Die Bedeutung des Begriffs „Electro“ hat sich im Lauf der Jahre ­verändert, aber Dopplereffekt – übrigens aus Detroit, nicht aus Deutschland – waren für mich Mitte der 1990er Jahre die klassische ­Definition davon. Ein kalter, maschineller Sound, der Spaß macht und groovt. In meinen DJ-Sets und ­Produktionen spielt diese Musik eine große Rolle, zum Beispiel bei „Dynamite“ auf dem neuen Album.

© YouTube // Techno

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09 2016 The Red Bulletin

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