Wenn Gaming-Welten real wären

Wenn Gaming-Welten real wären

Text: Marco Rauch
Foto: Flickr/H.B.Kang

Hast du dir schon einmal vorgestellt, wie es wäre, in einem Computerspiel zu leben? Nein, tu es besser nicht, denn es erwartet dich nichts Gutes. Zumindest in den folgenden Games.

Man kann über „Assassin’s Creed“ sagen, was man will, aber die Welten bzw. Epochen, in denen die Games stattfinden, sind immer mit viel Liebe zum Detail gemacht und an sich nicht unbedingt grausame, lebensfeindliche Umgebungen.

Nicht so in anderen Spielen, die Welten kreiert haben, in denen man nicht mal seine Alpträume verbringen möchte. Welten, die aber auf ihre schreckliche Art auch etwas Schönes an sich haben - zumindest wenn man sie aus der Sicherheit seines Wohnzimmers bewohnt.

Pressplay, das Magazin für Film-, Games- und Musikkritikenpräsentiert exklusiv für The Red Bulletin die verstörendsten Gaming-Welten.

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Silent Hill

Kaum ein Spruch trifft so passend auf Silent Hill zu wie: „There goes the neighborhood“. Egal ob man dort arbeitet, wohnt oder auch nur Urlaub macht, Silent Hill ist eine Ortschaft die lieber zu meiden ist. Auch wenn die Immobilienpreise dort vermutlich im Keller sind und der Kauf eines Hauses am beschaulichen kleinen Toluca Lake nur allzu verlockend wirkt. Sicher, wer nichts dagegen hat, dass sich die Umgebung zeitweise in Rost zerfressene Bauten verwandelt, hin und wieder ein undurchdringlicher Nebel aufzieht, in dem sich kleine, fiese Monster verstecken und der Nachbar sich nur zu gerne eine metallene Pyramide auf den Kopf setzt und mit überdimensionierten Fleischermesser durch die Gegend rennt, wird dort sicher glücklich. Alle anderen ergreifen wohl eher die Flucht (sofern möglich) oder viel besser, sie machen einen großen, großen Bogen rund um Silent Hill.

Tetris

Klar, wir regen uns gerne über die derzeitige Wetterlage auf. Im Winter fällt der Schnee und es ist zu kalt, im Herbst immer wieder Regen und Wind und im Sommer prallt uns die Sonne auf den Schädel. Aber man stelle sich mal vor, es gäbe eine Welt, in der gigantische Blöcke vom Himmel fallen, die sich drehen oder hin und her bewegen. Man denke nur weiter, dass sich der Boden immer mehr mit solchen Blöcken ansammelt, bis nicht mal die Müllabfuhr nachkommt und wir der begrenzenden Decke über unseren Köpfen bedrohlich näher kommen. Und was ist, wenn eine ganze Reihe fertig ist, dann lösen wir uns einfach auf. Oben ist es aber auch nicht besser, da ist es auch gleich mal aus. Tetris ist eine durch und durch lebensfeindliche Umgebung, ohne Himmel und Hölle, da heißt es für uns Menschen so oder so: Game over.

Super Mario

Klempner bzw. Installateure sind sicher ein ganz eigener Menschenschlag, aber in der Welt von Super Mario sind sie entweder ständig auf Pilzen und fliegen deshalb durch die Luft, spucken Feuer oder werden gleich doppelt so groß. Für den Rest der Welt sieht es hingegen trist aus. Wir anderen, Normalsterblichen, die nicht ständig Pilze oder Sterne fressen, sind entweder selbst Pilze, Schildkröten, Drachen oder Prinzessinnen. Da fragt man sich, ob es schon zu spät ist für eine Umschulung zum Installateur?

Denn wie man es auch dreht und wendet, für die Weltbevölkerung bzw. alle abseits der zwei auserwählten Super-Klempner sieht es wahrlich schlecht aus - wir können uns dem globalen Vernichtungsangriff zweier Brüder nicht erwehren. Jeder, der schon mal „I Am Legend“ von Richard Matheson gelesen hat, kennt den tragischen Twist am Schluss, der sich auch hier abzeichnet, denn wenn der Großteil der Bevölkerung aus Pilzen, Schildkröten und Drachen besteht, sind nicht sie die Bösen, sondern die zwei psychopathischen Installateure. 

Metro 2033 / Metro Last Light

Die Postapokalpyse macht wahrlich keinen Spaß. Kein fließendes Wasser, und wenn doch, ist es verstrahlt. Überall sind gemeingefährliche Mutanten oder wahnsinnige Radikale und als sein Zuhause bezeichnet man die U-Bahn Schächte - wer schon mal nachts mit der U-Bahn gefahren ist, kommt einem postapokalytischen Szenario zumindest ansatzweise nahe und weiß, dass das kein wünschenswerter Dauerzustand wäre. Aber Spaß beiseite, die Welt aus der Metro-Reihe (basierend auf den Büchern von Dmitri Gluchowski) ist von allen Alpträumen auf dieser Liste noch die realistischste und die Gefahr einer nuklearen Katastrophe darf auch heutzutage nie unterschätzt werden. Also, am besten man gewöhnt sich schon mal an die U-Bahnen und die neue Gesellschaft.

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12 2016 The Red Bulletin

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