Westworld TV series

„Westworld“: Wenn Maschinen durchdrehen

Foto: HBO

In der neuen Serie „Westworld“ brennen ­intelligenten Robotern in einem Freizeitpark die Sicherungen durch. Ist an der düsteren Zukunftsvision etwas dran?

Was ist „Westworld“? 

Ein 1973 erschienener Science-Fiction-Klassiker von „Jurassic Park“-Autor Michael Crichton. Die Besucher eines Freizeitparks bekommen es darin nicht mit Dinos, sondern mit durchgeknallten Roboter-Killermaschinen zu tun.

Jetzt folgt die actiongeladene TV-Serie, die philosophische Fragen anschneidet (Stichwort: künstliches Bewusstsein) und tiefer in das Konzept eines Parks eintaucht, in dem Besucher mit Hilfe von Androiden ihre Fantasien ausleben.

„Wir wollen die subversivste und abgefahrenste Serie schaffen, die es je gab“, sagt Co-Creator Jonathan Nolan

Wann öffnet das echte Westworld?

Walt Disney schuf den ersten menschlichen Roboter – Abraham Lincoln nachempfunden – zur New Yorker Weltausstellung 1964/65. Bis Roboter mit Künstlicher Intelligenz (KI) zur Ausstattung von Freizeitparks gehören, ist es aber noch ein langer Weg. „Wir werden in diesem Leben ganz sicher nicht das Niveau menschlicher Intelligenz erreichen“, so Dr. Simon Stringer vom Oxford Centre for Theoretical Neuroscience and Artificial ­Intelligence. „Wer auf dem Gebiet arbeitet, weiß von den Limitierungen, über die im Film gern hinweggesehen wird.“

Vielleicht ist das gar nicht so schlecht …

Einige der größten Denker unserer Zeit sehen die KI-Entwicklung kritisch. Tesla-CEO Elon Musk hält sie für „eventuell gefährlicher als Atomwaffen“, und Stephen Hawking glaubt, dass ausgereifte KI „das Ende der Menschheit bedeuten könnte“. Dr. Stringer ist optimistischer. „Science-Fiction hat die Vorstellungen von Wissenschaftlern und Technikern beflügelt und leistet einen unglaublich positiven Beitrag auf den Feldern der KI und Robotik.“ 

© Youtube // HBO

Technisches K.o.

Mörderische Maschinen in Film und TV

„2001: Odyssee im Weltraum“ (1968)
„Es tut mir leid, Dave, aber das kann ich nicht tun“, ist die wohl höflichste Form des „Computer Says No“. HAL 9000, der Rechner mit der Neurose, tut alles, damit man nicht den Stecker zieht. Zutiefst menschlich und ziemlich gefährlich.

„Terminator“ (1984)
Unbeeindruckt von den Robo-Spezialeffekten des „Westworld“-Originals – nicht mehr als eine Schaltplatte hinter ­einer Maske –, schuf James ­Cameron mit dem T-800 eine gnadenlose Kampfmaschine, die selbst als nacktes Endoskelett nicht das Töten lässt.

„Itchy & Scratchy Land“ („Die Simpsons“, 1994)
In der „Westworld“-Hommage laufen mechanische Katzen und Mäuse in einem von Disney inspirierten Freizeitpark ganz gehörig Amok. Euro Itchy & Scratchy Land bleibt zum Glück verschont. 

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10 2016 The Red Bulletin

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