Biodome: Eine Oase in der Arktis

Leben in der Glaskugel - Wie es sich in einem Biodome in der Kälte lebt

Foto: Instagram/im_hjerte

Die Biodome-Architektur macht vor, wie wir auch unwirtliche Regionen bewohnen und uns dort autonom versorgen können.

Wovon andere Naturliebhaber nur träumen mögen, hat Familie Hjertefølger wahr gemacht: Im hohen Norden, auf der norwegischen Insel Sandhornøya, leben Benjamin und Ingrid mit ihren vier Kindern in einem runden Lehmhaus im Einklang mit der Natur. Ein eigener Steg führt auf das Meer, Obst und Gemüse baut die Ökofamilie selbst an.

Wie das gehen soll in der eisigen Kälte Norwegens? Ganz einfach: Mit einer Glaskuppel, die ein bisschen an die Sci-Fi-Serie „Under the Dome“ erinnert. Mit dem Unterschied, dass die Hjertefølgers ganz freiwillig unter die Kuppel gezogen sind. 

© Youtube // Petter Formo

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Architekten und Naturfreunde

Die Hintergründe ihrer ungewöhnlichen Behausung hat Ingrid Hjertefølger im Interview mit „Inhabitat“ verraten. Eingezogen ist sie mit ihrer Familie im Dezember 2013, damals noch mit drei Kindern. Der Entwurf für das futuristisch, aber gleichzeitig bodenständig anmutende Haus stammt von ihr und ihrem Mann selbst. Heute sagt die Hausherrin: „Das Haus funktioniert so, wie wir es gehofft und auch geplant hatten. Wir lieben dieses Haus. Es hat eine eigene Seele und fühlt sich sehr persönlich an.“

Lehm und Glas: eine unschlagbare Kombination

Der Clou ist zweifellos die gigantische, geodätische Kuppel aus vielen kleinen Dreiecken, wie man sie auch von Planetarien kennt. Der Vorteil an dieser Konstruktion ist das günstige Verhältnis von Volumen zu Material, ebenso wie die Resistenz gegenüber Wind. Denn vor allem die extremen Wetterbedingungen auf Sandhornøya waren es, die den Bau eines grünen Hauses zu einer Herausforderung machten. 

My cave. I love you so much, and all the safety and comfort you provide ❤️ #naturhuset #myhome #geodesic

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Die Kuppel war die Lösung dieses Problems: Sie hält den Lehm trocken, das Klima im Inneren beständig und bietet Schutz gegen den Wind. Außerdem ermöglicht sie permanente Sonneneinstrahlung für die Solarzellen, die das Haus mit Energie versorgen. Aus finanziellen Gründen hat sich das naturverbundene Paar für Einfachverglasung entschieden, obwohl Doppelverglasung deutliche Vorteile hätte – beispielsweise die Möglichkeit, einen tropischen Garten anzulegen. 

Der Lehm selbst ist komplett naturbelassen und unbearbeitet, die Wände sind weder verputzt noch gestrichen. Mit etwas Glück hält das Haus ewig, sofern es trocken gehalten wird. 

It never rains on our house ☔️ #rain #raindrop #naturhuset #shelter #domehome #naturehouse

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Der Biodome steckt voller Geheimnisse

Ihren Strom erzeugen die Hjertefølgers, was übersetzt übrigens „Herzensfolger“ heißt, also selbst. Auch ihr eigenes Obst und Gemüse bauen sie an, was sie über weite Strecken zu Selbstversorgern macht. Auf den Tisch kommen Äpfel, Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Kiwis, Grapefruit, Tomaten, Gurken, Kräuter, Kürbisse und Melonen. Zwar wächst während der drei Wintermonate ohne Sonne nichts, doch die Kuppel ermöglicht es, fünf Monate länger anzubauen als unter normalen Bedingungen. 

Das Abwasser wird für die Bewässerung der Pflanzen wiederaufbereitet, Obst- und Gemüseabfälle werden kompostiert und als Dünger verwendet. Die Familie achtet außerdem darauf, im Haushalt vorwiegend ökologisch abbaubare Produkte zu verwenden, um den natürlichen Kreislauf aufrechtzuerhalten.

Eine Oase in der Kälte

Aber auch die Gemütlichkeit kommt nicht zu kurz im Nature House der Hjertefølgers: Im Inneren ist es dank der vielen Fenster in der Konstruktion sehr hell. Es dominieren natürliche Materialien wie Holz und Stein, die eine tolle Kombination mit modernen Elementen ergeben.

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03 2017 THE RED BULLETIN INNOVATOR

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