Brent Bushnell

Brent Bushnell macht Wissenschaft zum Kinderspiel

Text: Nora O’Donnell
Foto: Rick Rodney  

Brent Bushnell ist ein Gaming-Nerd mit einer Mission: Auf seinem Wissenschafts-Jahrmarkt sollen aus Kindern Erfinder und Problemlöser werden.

THE RED BULLETIN: Sorry, aber die Frage muss sein: Sie sind in den 1980ern als Sohn des Atari-Gründers Nolan Bushnell aufgewachsen. Heißt das, sie durften in Ihrer Kindheit Video spielen, soviel Sie wollten?

BRENT BUSHNELL: Logisch! Aber witzigerweise spielten meine Geschwister und ich gar nicht so viel Atari. Mein Vater brachte nämlich immer alle möglichen neuen Konsolen mit nach Hause. Und wir Kids waren dann seine Spieletester.

Der Weg in die Branche war Ihnen also vorgezeichnet?

Ganz und gar nicht. Gerade wenn du einen berühmten Vater hast, willst du eigentlich etwas Eigenes auf einem ganz anderen Feld machen. Ich hatte immer groß erklärt, dass ich niemals im Spiele- oder Entertainment-Bereich landen würde. Aber dann lernte ich Eric Gradman kennen. Und zusammen entdeckten wir unsere alte Liebe für das Spielen wieder. Wir waren einfach zwei Nerds, die begannen, verrückte interaktive Kunst zu machen. Und irgendwann kam ich an den Punkt, wo mir klar wurde: „Hey, das ist genau das, wofür ich auf diesem Planeten bin.“

Sie nennen sich Two Bit ­Circus. Ist es das, was Sie machen: einen Games-Zirkus?

Genau. Wobei wir nicht eines Morgens aufwachten und ­beschlossen, jetzt machen wir einen Zirkus. Was passierte, war Folgendes: Wir hatten für ein Musikvideo der Band OK Go eine riesige Rube-Goldberg-Maschine gebaut. 

„In der Früh haben wir eine Idee für ein Spielgerät, 
und am Nachmittag ist der erste Prototyp fertig.“

Das Video wurde ein YouTube-Hit. Und plötzlich bekamen wir viele Anrufe von Lehrern. Sie erzählten uns, dass sie das Video im Unterricht einsetzten, um Physik und Mathematik anschaulich zu machen. Und wie begeistert die Schüler davon waren – vor allem jene Schüler, die sich sonst überhaupt nicht für Naturwissenschaft und Technik interessieren. Die STEAM-Fächer (Science, Technology, Engineering, Arts, Mathematics; Anm.) haben einfach ein Image-Problem. Und da begriffen wir: Das ist unser Ding! Nachdem wir hunderte Projekte für andere Leute gemacht hatten, wollten wir jetzt endlich unser eigenes Projekt aufbauen.

© OK Go // Youtube

Nämlich Ihren Zirkus.

Wir nennen ihn den STEAM Carnival. Es ist nichts anderes als ein guter alter Jahrmarkt mit jeder Menge Attraktionen.

„Genau das wollen wir: Kids inspirieren, Erfinder zu werden und Probleme zu lösen.“

In einer Halle gibt’s Games mit Laserstrahlen, mit rotierenden Wänden voller Knöpfe, Spiele, wo digitale Elemente mit dem realen Raum verschmelzen. Aber wir haben auch einen Workshop-Bereich, wo Kinder und Jugendliche herausfinden, wie man solche Maschinen selber bauen kann. Spielerisch lernen sie grundlegende Fähigkeiten von Design über Elek­tronik bis Programmieren. ­Alles, was du brauchst, um ein Erfinder zu sein. Denn genau das wollen wir: Kids inspirieren, Erfinder zu werden und Probleme zu lösen.

So wie auch Sie von Ihrem Vater inspiriert worden sind?

Von meinem Vater bekam ich diese unternehmerische Grundeinstellung mit auf den Weg: „Egal wie toll deine Projektidee klingt, die wichtige Frage ist: Wie verdienst du dieses Wochenende einen Dollar damit?“ Nicht eine Million oder eine Milliarde, sondern einen. Diese Einstellung – sofort und immer aufs Neue anzupacken, klein anzufangen, Dinge gleich auszuprobieren, zu testen, zu scheitern, zu überarbeiten, wieder zu probieren – habe ich mir mein ganzes Leben lang bewahrt. Und sie ist bis heute unsere Philosophie bei Two Bit Circus: In der Früh haben wir eine Idee für ein Spielgerät, und am Nachmittag ist der erste Proto­typ fertig. Man weiß immer erst, ob etwas Spaß macht, wenn man es gebaut hat. Du musst so lange testen und ­experimentieren, bis es passt.

Und wenn es eine schlechte Idee ist?

Dann musst du sie erst recht ausprobieren. Die tollsten Spielideen stellen sich nämlich in der Praxis meist als schrecklich langweilig und unspielbar heraus. Während die banalen Ideen, die man sich so nebenbei zuwirft, am Ende immer die besten sind.

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05 2016 THE RED BULLETIN

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