Wasser zum Essen - verpackt in Gel-Blasen

Wasser in essbaren Blasen

Foto: Facebook/Ooho

Diese Verpackung könnte ein echter Game Changer werden: Bubbles, die Flüßigkeiten umschließen und vollständig verzehrt werden können.

Verpackungsmüll ist ein riesiges Problem, aber in irgendetwas müssen wir unsere Güter schließlich hüllen, um sie zu portionieren und vor äußeren Einflüssen zu schützen.

Der Suche nach einer adäquaten Lösung widmet sich auch das Londoner Startup Skipping Rocks Lab, das die Mission verfolgt, Verpackungsmüll gänzlich aus unserer Welt zu verbannen. Mit ihrem ersten Produkt scheint ein spektakulärer Schritt dahin gelungen zu sein. Bei „Ooho!“ kommt Wasser nämlich nicht in Flaschen, Tetrapacks oder Dosen, sondern in Blasen. Und die können sogar mitgegessen werden.

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Die Grundlage bildet die Sphärifikation, die Herstellung von Kugeln, deren feste Hülle einen flüssigen Inhalt umschließt. Sie kommt durch eine chemische Reaktion verschiedener Zutaten zustande, die eine Gelstruktur um einen flüssigen Kern bildet. Dieses Verfahren wird etwa bereits in der Molekularküche verwendet, um ausgefallene Köstlichkeiten zu kreieren. 

Im Fall von „Ooho!“ wird aus Braunalgen gewonnenes Natriumalginat mit dem Wasser vermischt und kleine Mengen des Gemisches vorsichtig in ein Kalziumbad gegossen. Dort reagieren die Stoffe miteinander und bilden die Gelschicht um das Wasser im Inneren. Beim Verzehr wird die Blase, die grundsätzlich geschmacksneutral ist, aber auch aromatisiert und gefärbt werden kann, einfach aufgebissen bzw. zerplatzt und sorgt so für eine kleine Frischeexplosion im Mund.

© Vimeo //  Skipping Rocks Lab

Die Haltbarkeit beläuft sich auf einige Tage und auch wer sich Gedanken um die Hygiene macht, darf beruhigt sein. Eine zweite, dünne Membrane schützt die eigentliche Kugel. Sie wird einfach abgezogen und kann daher auch beschriftet werden. Die Überreste sollen in vier bis sechs Wochen verrotten, wie gewöhnliche Früchte. 

In der Herstellung sei diese Variante im Vergleich zu Plastikflaschen nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch günstiger, versprechen die Erfinder. Mit der Entwicklung starteten sie schon 2014 und nach mehreren großen Praxistests sehen sie sich nun bereit, um in die Massenproduktion überzugehen.

Dafür sammelte Skipping Rocks Lab mit einer Crowdfunding-Kampagne knapp 800.000 Pfund - das Doppelte des ausgegebenen Ziels. Über 950 Investoren zeigten sich von der Idee dieser neuartigen Verpackung begeistert. Dem nächsten Schritt steht also nichts mehr im Wege.

„Ooho!“ funktioniert im Übrigen nicht nur mit Wasser, sondern könnte auch für zahlreiche weitere Flüssigkeiten wie Softdrinks, Alkohol oder Parfüm verwendet werden. Mit ein bisschen Glück dürfen wir uns also schon bald auf die erste Bier-Bubble freuen …

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04 2017 THE RED BULLETIN INNOVATOR

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