Der Entrepreneur will.i.am

will.i.am - Der Mann mit tausend Talenten

Text: Thomas Wernhart
Foto: Getty Images

Der Black-Eyed-Peas-Star mischt erfolgreich mit im großen Biz der Unternehmer-Szene. Wofür sich das Multitalent engagiert und warum wir alle Palmen sein müssen.

William Adams, besser bekannt unter seinem Künstlernamen will.i.am, ist ein Mann, der seine Füße nicht still halten kann und vor Kreativität nur so sprüht. Der Rapper, Sänger und Hip-Hop-Produzent hatte mit seiner Band „The Black Eyed Peas“ in den 2000er Jahren richtig Erfolg und verkaufte weltweit mehr als 76 Millionen Platten. Auch als Solokünstler fand will.i.am Anerkennung und sein wohl bekanntester Hit „Scream & Shout“, bei dem er Britney Spears mit ins Boot holte, war in unzähligen Ländern über Wochen Chartleader.

Doch die Musik war nur das Sprungbrett und der Anfang einer spannenden Laufbahn für den mittlerweile 41-Jährigen. 

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will.i.am erblickte 1975 in East Los Angeles das Licht der Welt, und wie viele seiner Freunde war der Junge umgeben von Armut, Gewalt und Drogen. Die Aussichten, diese triste und hoffnungslose Nachbarschaft eines Tage hinter sich zu lassen, erweckten den zielstrebigen und harten Arbeiter in ihm. Er hielt seine Augen und Ohren immer offen und hatte seine Finger überall im Spiel. Genauso ist es auch heute noch, will.i.am lässt sich keine Gelegenheit mitzumischen entgehen.

„Code-Schreiber, das sind meine Idole.“
will.i.am hält große Stücke auf die Menschen in der Tech-Szene

Angefangen hat wohl alles, als „The Black Eyed Peas“ ihr erstes Album auf Interscope Records veröffentlichen durften. Jimmy Iovine, Co-Founder von Interscope, ist selbst Selfmade-Millionär und hat will.i.ams Geschäftssinn den letzten Schliff gegeben. Iovine hat den Rapper zu seiner ersten Investition gebracht und das beim Unternehmen Beats Electronics, das von Raplegende Dr. Dre und Jimmy Iovine selbst ins Leben gerufen wurde. Wieviel will.i.am investiert hat, kam nie ans Tageslicht, doch nur kurz zur Geschichte: 2011 kaufte HTC einen großen Aktienanteil um 300 Millionen US-Dollar. Ein Jahr später erwarb Beats die Anteile zurück und verkaufte sie für drei Milliarden Dollar an Apple, für die die „Black Eyed Peas“ übrigens als erste Werbetestimonials aufgetreten waren. Kein schlechtes erstes Investment!

Mission: Weltverbesserung

Von da an machte will.i.am stetig weiter. Nach Sponsorships von Apple über Coors und Best Buy zu Honda, gründete er mit Coca Cola die Marke EKOCYCLE, die sich dem Recycling von Plastikflaschen widmet. Auch Intel hat seine Ambitionen erkannt und ernannte ihn kurzerhand zum „Director of Creative Innovation“.

Und das nicht ohne Grund, wie Chandra Rathakrishnan, Co-Founder und CTO von i.am+, will.i.ams Unternehmen für Wearables, betont: „Will ist mehr als eine Galionsfigur mit Celebrity-Status. Mit ihm arbeitet man auf Augenhöhe und er versteht ganz genau, wohin es geht. Er ist so leidenschaftlich in Strategie, Produktentwicklung und Business Development involviert, dass er dafür sogar die Musik vernachlässigt.“

Sein wohl bekanntester Hit: Scream & Shout ft. Britney Spears

© Youtube // williamVEVO

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Nicht immer gab es rosige Zeiten und nicht jede Idee ging durch die Decke, doch will.i.am sieht das als Lehrgeld, das man zahlen muss. 2012 steckte der Musiker und Entrepreneur eine herbe Niederlage mit seinem iPhone-Linsensystem foto.sosho ein. Auch ob es die Wearables von i.am+ schaffen werden, bleibt abzuwarten. Das Smartband von i.am+, übrigens in Kollaboration mit Gucci entstanden, soll Apples iWatch Konkurrenz machen.

„Wir müssen Palmen sein!“

Vier Jahre arbeiteten die Entwickler an der Smartwatch „Puls“, doch so richtig konnte sich das gute Stück nicht durchsetzen. Und auch die zweite Version mit dem Namen „Dial“ hat bei den Tech-Freaks und Fashionistas nicht den erhoffen Hype ausgelöst. Aber will.i.am nimmt es mit Gelassenheit und lässt sich davon nicht aufhalten.

Er meint nur: „Wir müssen Palmen sein! Ich bin kein Mammutbaum. Wenn der Wind kommt, dann biege ich mich. Ich bin eine verdammte Palme. Man erwartet keine Palmen in Kalifornien, so wie man Rapper nicht in der Tech-Szene erwartet. Aber wir sind hier und wir überstehen den Sturm.“

Und genau das ist der Spirit, der Menschen wie ihn erfolgreich macht. Niederlagen akzeptieren, daraus lernen und es das nächste Mal mit genauso viel Elan besser machen. Oder wie will.i.am es mit seinen eigenen Worten sagt:

„Es gibt keine Probleme, die nicht gelöst werden können. Die Welt bietet zu viele Optionen. Wenn du ein Problem nicht lösen kannst, dann nur, weil du die richtige Option noch nicht gefunden hast … Aber die Antwort ist immer da.“
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