"my boo my Volta": Das erste E-Fahrrad aus Bambus

Das erste Bambus-E-Bike

Foto: my Boo

Ein umweltfreundlicheres Fortbewegungsmittel als „my Volta“ ist schwer zu finden. Und obendrein hat es auch noch einen positiven gesellschaftlichen Einfluss.

Es ist fertig, das weltweit erste E-Bike mit einem Rahmen aus Bambus und integriertem Mittelmotor. Das Kieler Unternehmen my Boo arbeitet seit fast zwei Jahre an dieser Entwicklung und präsentiert ihr „my Volta“ nun offiziell.

„In den nächsten Wochen werden die zahlreichen Vorbestellungen ausgeliefert und der Fachhandel mit Vorführmodellen bestückt“, freut sich my Boo-Gründer und Geschäftsführer Jonas Stolzke.

Das Social-Startup verbindet mit ihrem Bambuspedelec ein innovatives Produkt, konkretes soziales Engagement und nachhaltiges wirtschaftliches Handeln.

my Boo: Das soziale Bambusfahrrad

my Boo-Gründer Maximilian Schay im Interview über sein außergewöhnliches Geschäftsmodell.

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Seit 2013 werden die Rahmen für die Bambusfahrräder in 80-stündiger Handarbeit gemeinsam mit einer sozialen Institution in Ghana gefertigt. Inzwischen sind mehr als 30 fair bezahlte Arbeitsplätze entstanden. Die erzielten Gewinne werden vor Ort für Bildungsprojekte wie z.B. Schulstipendien investiert. Aktuell baut my Boo gemeinsam mit dem Yonso Project eine eigene Schule in der Ashanti-Region.

© Youtube // my Boo - Bamboo Bikes

„Was unsere Fahrräder so spannend macht, ist neben dem besonderen Rohstoff natürlich der Ansatz, den Rahmen sozial, fair und nachhaltig zu produzieren. Ein schnödes matt-schwarzes Alurad von der Stange kann ja jeder verkaufen“, sagt Gründer Maximilian Schray, der my Boo aber keineswegs als Sozialprojekt sieht:

„Am Ende des Tages sind wir auch Betriebswirte und tragen - in Deutschland mittlerweile für 10 Mitarbeiter und in Ghana für ein Team von 30 jungen Menschen - eine große Verantwortung. Sozial nachhaltig zu agieren heißt nicht, wohltätiger Samariter zu sein. Wir arbeiten hart und viel, wir sind mit viel Passion und Freude dabei. Mit uns zu verhandeln macht für unser Gegenüber sicherlich nicht immer Spaß.“

Mit der Idee der Bambusfahrräder kam Schray durch das Foto eines Freundes in Kontakt. „Danach ließ mich der Gedanke an ein Fahrrad aus einem nachwachsenden Rohstoff nicht mehr los. Ich erzählte meinem Mitgründer Jonas davon und er war ebenfalls sofort mit dem Bambusfahrrad-Virus infiziert. Drei Monate später saßen wir in einem Flieger nach Ghana“, erzählt er und hebt die technischen Vorteile hervor:

„Die natürlichen Eigenschaften des Bambus‘ garantieren ein komfortables Fahrverhalten bei sehr hoher Stabilität.“

Neben Bambusrohren setzt das Pedelec auf die Unterstützung von Shimano. Der weltweit größte Hersteller von Fahrradkomponenten elektrifiziert mit dem „Shimano Steps Mittelmotor E6000“ das Bambusfahrrad. Dieser Antrieb ermöglicht Geschwindigkeiten bis 25 km/h und schafft eine Reichweite bis 120 km. 

Genug also, um entspannt durch die Gegend zu cruisen. Auf einem mit Sicherheit einzigarigen Fahrrad.

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05 2017 THE RED BULLETIN INNOVATOR

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