4 Lösungen für EU-Probleme

Unsere Lösungen für 4 Probleme der EU

Kommentar: Boro Petric
Illustration: Nicolás Aznarez Lopez de Guereño

Die EU hat ein paar Probleme und wir ein paar Lösungen. Genau genommen sind es vier Probleme, drei Lösungen und eine Erkenntnis: Niemand außer dir kann die EU retten.

Man kann sicherlich vieles am Projekt Europäische Union verbessern. Aber wie man weiß, wird viel mehr geredet als gemacht. Wir würden gerne Taten sehen und liefern auch gleich ein paar Vorschläge, wie man mit diesen vier ausgewählten Problemen umgehen könnte:

  • die Flagge
  • der Euro
  • direkte Demokratie
  • die Sprache
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1 - Die Fahne

Die neue Europa-Flagge

Die schöne Theorie (im offziellen Wortlaut des Europarates aus dem Jahr 1955): „Gegen den blauen Himmel der westlichen Welt stellen die Sterne die Völker Europas in einem Kreis, dem Zeichen der Einheit, dar. Die Zahl der Sterne ist unveränderlich auf zwölf festgesetzt, diese Zahl versinnbildlicht die Vollkommenheit und die Vollständigkeit … Wie die zwölf Zeichen des Tierkreises das gesamte Universum verkörpern, so stellen die zwölf goldenen Sterne alle Völker Europas dar, auch diejenigen, welche an dem Aufbau Europas in Einheit und Frieden noch nicht teilnehmen können.“

Das schnöde Problem: Die Europa-­Fahne mag in der Theorie die voll­kommene Einheit repräsentieren, in der Praxis aber verkörpern zwölf Sterne einfach nicht 28 Mitgliedstaaten.

Lösung: Nicht ­alles, was ein Problem ist, lässt sich auch lösen.

Versuche, alle Mitgliedstaaten darzustellen und alle Fahnen zu einer zu vereinen, haben nur zu bizarren Barcode-Fahnen geführt. Die Erkenntnis: Es gibt ­Dinge, die muss man einfach so lassen, wie sie sind.

2 - Der Euro

Der neue Euro

Die gute Idee: Die auf der Vorder­seite der Banknoten abgebildeten Tore und Fenster symbolisieren „den Geist der Offenheit und der Zusammenarbeit“. Die auf den Rückseiten abgebildeten ­Brücken symbolisieren die „Verbundenheit zwischen den Völkern Europas und zwischen Europa und der übrigen Welt“.

Die böse Wirklichkeit: Du siehst nur tote Steine – das ist der Eindruck, der beim Betrachten der Geldscheine entsteht. Gefühle werden keine geweckt, schon gar keine von Verbundenheit und Zusammengehörigkeit. Kein Tor, kein Fenster und keine Brücke gibt es wirklich. Wie aber soll ­etwas, das es gar nicht gibt, in der Wirklichkeit etwas bewirken und verbinden? Wie etwas, das so kalt und glatt ist, die Herzen der Menschen berühren?

Lösung: Jeder ­Eu-Bürger und jede EU-Bürgerin auf jedem Euro

510 Millionen Einwohner hat die EU. 17 Milliarden Euro-Banknoten sind im Umlauf. Mehr als genug, um jeden EU-Bürger auf über 33 Euro-­Scheinen abzubilden. Stell dir das vor: Du bist Euro. Dein Gesicht zahlt. – Geld zum Lieben!

3 - Direkte Demokratie

Sprich-mit-Junker-App

Das Gefühl von vielen: „Die EU ist zu groß. Zu undurchschaubar. Zu unpersönlich. Mischt sich aber überall ein. Ist zu bürokratisch. Ich werde nicht gesehen. Nicht gehört. Ich kann nichts bewirken. Ich bin egal.“ 

Das müsste nicht sein. Noch funktioniert der Dialog der EU mit uns Bürgern wie im 19. Jahrhundert. Beschränkt sich zuweilen auf bloß eine Frage bei einer Wahl: Wer soll dich vertreten?

Eine Demokratie des 21. Jahr­hunderts könnte die Kommunika­tionsmöglichkeiten des 21. Jahrhunderts besser nutzen. Noch nie war es so einfach, die Menschen zu fragen: Was willst du? Was ist dir wichtig? Was sollen wir deiner Meinung nach tun? Soziale Medien – schöpfen wir ihr volles Potential einfach aus.

Lösung: Sprich mit Juncker!

Was die EU braucht, ist so etwas wie ein Facebook-­Account, auf dem alle EU-Bürger Freunde sind und in direktem Dialog nach ihrer Meinung gefragt werden können. Ebenso könnten Bürger dort auch direkt Fragen und Wünsche an ihre EU-Vertreter richten.

4 - Die Sprache

All-in-One-Übersetzer für die EU

Die Vielfalt ist Europas größte Stärke – oder wir belügen uns selbst, und sie ist Europas ­größtes Hindernis. Menschen, die einander nicht verstehen, die nicht miteinander reden können, können auch nicht viel mitein­ander machen. 24 Amtssprachen in jeweils alle anderen zu übersetzen verlangt nach 276 Dolmetschern.

Lösung: Ein Handy, das alle versteht

Wann kommt also das Handy, mit dem ich mit jedem Menschen sprechen kann – nicht nur mit jenem Bruchteil der Bevölkerung, die zufälligerweise meine Sprache spricht? Smartphone- und Mobilfunk-Unternehmen sollten das ändern und endlich ein Handy schaffen, das beim Telefonieren jede europäische Sprache in Echtzeit in jede andere übersetzt. Damit wir endlich mit unseren Mitbürgern in Finnland sprechen können.

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