Mach nur einen Job, der dich glücklich macht

Warum du einen Job machen sollst, den du liebst

Text: Galina Bankova
Foto: Getty Images

Galina Bankovas Vision ist es, jeden Menschen zu seinem persönlichen Traumjob zu verhelfen. Denn die passende Arbeit ist in ihrern Augen unabdingbar für ein glückliches Leben.
Galina Bankova
Galina Bankova

Gründete in München Do Work You Love. Sie coacht Menschen und hilft ihnen dabei, den passenden Job zu finden, der auch glücklich macht.

Montags schleppst du dich ins Büro, mit jedem überstandenem Arbeitstag steigt deine Stimmung ein wenig, um am Freitag auf dem Höhepunkt anzugelangen. Deine Wochenend-Extase ist aber nur von kurzer Dauer, denn spätestens Sonntagnachmittag schwebt die nächste Woche schon wieder wie ein Damoklesschwert über dir. Kennst du? Dann ist es an der Zeit, etwas zu ändern.

Die Arbeit muss keine Qual sein. Sie sollte es auch nicht sein. Galina Bankova hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen zu einem Job zu verhelfen, der nicht als lästige Pflicht empfunden wird, sondern das ganze Leben zum Besseren verändert.

Ihr Gastbeitrag für The Red Bulletin Innovator ist ein Plädoyer dafür, dass jeder in seinem Job glücklich sein sollte. Und er zeigt, warum das so wichtig ist.

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Planet Erde. Europa. Deutschland. Im Jahr 2016. Nicht Brexit, nicht Donald Trump, nicht der Klimawandel und nicht das Flüchtlingsthema – unser größtes Problem ist die fast körperlich spürbare Sehnsucht nach … Beziehungen. Wir sehnen uns nach Nähe, Zuneigung, Zugehörigkeit, nach echten Beziehungen mit echten Menschen – ohne Masken und Rollen. 

Trauen uns aber nicht, uns das zuzugestehen, darüber zu reden und danach zu suchen. Lieber tun wir so, als hätten wir alles, als wären wir „#happy“, als wäre „#lifeisgood“ unser Alltag.

Und doch versuchen wir so oft Beziehungen aufzubauen. Zu diesem einen Menschen, den wir auf Tinder kennengelernt haben, zur coolen Clique auf der einen wichtigen Konferenz, zur anderen jungen Mutter, die auch mit ihrem Sohn die Nachmittage am Spielplatz verbringt. Und oft gehen wir verbittert nach Hause, ziehen uns zurück, vom Gespräch (oder mangels des Gesprächs) verletzt, traurig, beleidigt. Wir fühlen uns unverstanden, einsam und allein. Und wir reden uns ein, wir hätten es nicht nötig, diesen Menschen wieder zu sehen … und den anderen … oder den Kontakt zu diesem Unternehmen … wir würden auch so gut klar kommen … glücklich sein. 

„Es ist unmöglich, eine gute, ehrliche, fröhliche, wertschätzende Beziehung zu jemandem aufzubauen, wenn die wichtigste Beziehung unseres Lebens fehlt – DEINE Beziehung zu DIR selbst.“

Die Zeit vergeht und wir starten einen nächsten Versuch des Dialogs, des Miteinanders. Dabei erwarten wir, dass unser Gegenüber uns versteht, auf uns eingeht, sich für uns interessiert, ahnt was es ist, was WIR wollen … und genau das tut. Der Andere soll richtig handeln! Er muss das! 

Und so vergeht die Woche, der Monat und das Jahr. Bloß keine Beziehung eingehen, denn es könnte weh tun. Und doch tut es weh! Der Grund: Es ist unmöglich, eine gute, ehrliche, fröhliche, wertschätzende Beziehung zu jemandem aufzubauen, wenn die wichtigste Beziehung unseres Lebens fehlt, sie schon lange der Vergangenheit angehört oder noch gar nie vorhanden war – DEINE Beziehung zu DIR selbst. 

Liebst du dich? Kennst du dich? Tust du das, was du für richtig hältst und wenn nicht, warum nicht? Keine Zeit? Kein Geld? Nicht alt genug, nicht jung genug, nicht schlank, nicht groß genug, falsche Ausbildung, falsche Stadt, die Eltern sind schuld oder der Chef, der Kunde und Angela Merkel? Hast du es verlernt oder vielleicht nie gewusst – dein wichtigster Job auf diesem Planeten lautet „glücklich sein“- Nein, nicht im übertriebenen Hollywood-Stil, sondern ganz einfach. Indem du dich jeden Tag so oft und so lange gut fühlst, wie es nur geht. Wenn du gerne Zeitung liest, dann lies. Wenn du gerne mit deinem Sohn Lego spielst, dann spiel. Wenn dir Training gut tut – mach es!

Worauf wartest du? Auf Erlaubnis und Zuspruch von Freunden, Kollegen, Familie, gar der Gesellschaft? Das wäre schön. Fehlt aber. Weil dich Ansichten wie „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, „das Leben ist kein Ponyhof“ oder „Träume sind Schäume“ bremsen. Wir wurden so programmiert, uns wurde beigebracht, Bescheidenheit sei wichtiger als Wünsche zu haben. Das, was leicht zu uns kommt und uns Freude bereitet, bekommt einen bitteren Beigeschmack, macht uns misstrauisch, wir stoßen es lieber weg, weil normal ist, was schwierig ist.

Und so fangen wir an, das zu tun, von dem wir denken, es wäre richtig, gut und lobenswert. Statt zu hinterfragen, in sich hinein zu hören, unterschiedliche Wege auszuprobieren und zu gestalten, tun wir das, von dem wir denken, andere würden es von uns erwarten und gutheißen. Wir wollen schließlich immer gut sein – gute Kinder, gute Eltern, gute Freunde, Nachbarn, Liebhaber, Mitarbeiter und Chefs. 

Berthold Glass on Twitter

Galina von @DoWorkYouLove_ darüber, warum wir Montage lieben sollten und was das mit Digitalisierung zu tun hat #isarcamp #mww16

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„Tue, was du liebst und liebe, was du tust. Denn das Leben ist zu kurz für den falschen Job.“

Du hast begonnen, dein Leben so zu gestalten, wie ein gutes „du“ es tun würde. Du hast die Schulfächer gewählt, die Mama für richtig hielt, das Studium und diesen einen Beruf angetreten, um Papa stolz zu machen. Du hast den nächsten (Scheiß-)Job angenommen, damit die Freundin bei dir bleibt und zu dir aufschaut. Du hast einen Kredit aufgenommen und zahlst jetzt dein Familienhaus ab.

Und warum fühlt es sich so an, als wäre es nicht dein Leben? Ganz einfach. Du hast dich lange nicht mehr gefragt, wieso du all das entschieden hast. Wenn du jetzt neue Entscheidungen triffst, wählst du automatisch die eine, die deine Liebsten zufrieden stellt. Denkst du zumindest. Und so gehst du von Montag bis Freitag ins Büro, machst deinen Job, den du nicht ausstehen kannst, um nach Feierabend einfach nur auf der Couch liegen zu wollen, weil die Energie für etwas anderes fehlt. Und so lebst du von Wochenende zu Wochenende. Bis du 67 bist und die Rente kommt. 

Vielleicht wachst du eines Tages auf und merkst, wie du all die Jahre mit etwas verbracht hast, das dich nicht glücklich macht. Vielleicht war das Geld an sich gut, du hast es aber dafür ausgegeben, dir teure und schnelle Befriedigungen zu kaufen, um den Frust und die chronische Unzufriedenheit im Job zu kompensieren. Umsonst. 

Stell dir vor, du würdest in den statistisch 90.000 Stunden deines Lebens, die du im Beruf verbringst, Dinge machen, die du gut kannst, gerne tust und für die du gut und fair entlohnt wirst. Dein neues „du“, würde vielleicht damit anfangen, gerne ins Büro zu fahren, im Gespräch mit den Kunden Witze zu reißen, Sicherheit und Motivation zu verspüren – denn es spricht ja endlich über das Thema, das es kennt und für das es brennt. Dann schaut man nicht mehr mit der Hoffnung auf die Uhr, dass es endlich 17 Uhr wird. Lästige und unangenehme Tätigkeiten, wie Reiseabrechnungen, gehen auf einmal schneller und leichter von der Hand.

Dann ist die Erfüllung plötzlich da, du fühlst dich immer öfter wohl, gehst gut gelaunt nach Feierabend mit Freunden in die Bar, ins Kino oder zum Sport. Und die Couch? Ach, die Couch ist nun dafür da, um mit deiner Freundin im Arm am Sonntagabend fernzusehen – „Tatort“, mit einem kühlen Bier in der Hand und breitem Lächeln im Gesicht. Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr zu Jahr. Du weißt, was dir gut tut und gönnst dir mehr davon – im Privaten und im Beruf. Weil es dich gesund, fröhlich, liebenswert, erfolgreich (nach deinen Kriterien) macht.

So schließt sich der Kreis: du bist selbst reflektiert, kennst dich gut, akzeptierst dich so, wie du bist; handelst authentisch und integer, bist entscheidungsfreudig und motiviert, schätzt dich selbst und andere wert. An einem verregneten Tag siehst du die Schönheit der Natur, statt dich über die Nässe zu ärgern. Weil du die wichtigste aller Beziehungen aufgebaut hast – die zu dir selbst. Und nun hast du Kraft, Größe und die Freude daran, Beziehung zu anderen aufzubauen. Weil sie das Salz in der Suppe namens Leben sind.

Tue, was du liebst und liebe, was du tust. Denn das Leben ist zu kurz für den falschen Job.

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11 2016 THE RED BULLETIN INNOVATOR

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