Skydiving am Mount Everest

„Hey, Mount Everest, guck mal!“ - Abenteuer Skydiving

Fotos: Paul-Henry De Baere 

Springe auf rund 7000 Metern zwischen Himalaya-Gipfeln ab und lande nach einem Flug im Angesicht des Mount Everest auf 3800 Metern. Und du brauchst nicht einmal Skydive-Erfahrung für das Everest Skydive Adventure – kein kommerzieller Anbieter weltweit bietet Skydiving-Hochgefühl mit mehr Höhenmetern.

„Der Everest ist eigentlich eine Sie – und eine Göttin. Ihr Name ist Sagarmatha (auf Nepali; Anm.) oder Qomolangma (Tibetisch; Anm.), sie beschützt die Menschen und das Land. Wenn wir uns ihr nähern, tun wir das mit Demut und dankbar für ihre Bereitschaft, uns zu ermöglichen, was wir tun“, sagt Tom Noonan, Sprung-Chefinstruktor von Everest Skydive

Der Berg hat die letzten neun Jahre seines Lebens geprägt. In dieser Zeit gewährte ihm Sagarmatha über 120 Skydives – ohne einen einzigen Zwischenfall. Und dafür war zumindest zu Beginn einiges an göttlicher Unterstützung nötig.

Als Noonan 2008 erstmals herkam, „stand auf unseren Jacken ‚Everest Skydrive‘ aufgedruckt, mit r! Was waren wir für Anfänger.“ Innerhalb eines Jahres ging die britische Firma den Bach runter. Beim zweiten Anlauf machten es Noonan und sein Team besser: ohne r auf den Jacken, dafür im Gegensatz zum ersten Anlauf diesmal in enger Zusammenarbeit mit Nepalesen. 

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„Wir fliegen mit nepalesischen Piloten in nepalesischen Flugzeugen und Helikoptern, drei heimische Reiseführer machten die Ausbildung zum Solo-Skydiver, der gesamte Profit bleibt im Land“, sagt er. „Mehr geben als nehmen – ich nenne das Abenteuer-Tourismus mit sozialer Verantwortung.“

„Mehr geben als nehmen – ich nenne das Abenteuer-Tourismus mit sozialer Verantwortung.“

Scheint sich aufs Karma ausgewirkt zu haben: Mit dem neuen Konzept erlebt Noonan einen wahren Höhenflug. In jeder Hinsicht, übrigens. Denn bereits der Flughafen Syangboche, von dem gestartet wird, liegt auf 3810 Metern. 

„Unser Flieger hebt auf einer Höhe ab, auf der die meisten Skydiver rausspringen“, sagt Noonan. „Das ist toll, hat aber einen Haken: Die Skydiver können den Flughafen nicht direkt anfliegen, sondern müssen drei Tage und rund 1200 Höhenmeter zu Fuß aufsteigen, um sich Schritt für Schritt zu akklimatisieren. Und das bei typischem Himalaya-Wetter. Es kann innerhalb einer Stunde 26 Grad warm sein oder schneien. Es kann sein, dass der Berg nein sagt – dann bleibt uns nichts anderes übrig, als den Rückzug anzutreten.“

Skydive Mount Everest
Insider-Tipp
„Die Leute haben Skydiving viele Jahre mit milder Hypoxie (Sauerstoffmangel; Anm.) betrieben – ohne negative Auswirkungen. Aber wegen der extremen Höhen haben wir Sauerstoff dabei. Zur Sicherheit. Hypoxie bemerkst du selbst ja kaum.“

Und sogar bei allerbestem Wetter ist da noch der Sprung selbst als Herausforderung. „Und das ist kein Drop über flachem Gelände. Wir haben es mit unterschiedlichen Höhenschichten der Himalaya-Topographie zu tun. Das Flugzeug muss abhängig von der Winddrift an der richtigen Stelle über der Absprungzone positioniert werden.“ 

Für einen Solo-Sprung unter solch extremen Bedingungen braucht man natürlich Erfahrung; unter 200 Sprüngen geht nichts. Für den Tandemsprung hingegen braucht man keine Vorkenntnisse. Man muss nur gesund sein, darf höchstens 95 Kilo wiegen und kein Metall im Körper tragen (sonst kann bei harter Landung ein Wirbel Schaden nehmen). 

Skydiving Abenteuer Mount Everest

Außerdem muss man bereit sein, ordentlich was hinzublättern:

Zwei Solo-Sprünge kosten immerhin 22.000 US-Dollar – andererseits, viel einzigartiger kann man sein Geld wohl nicht verblasen.

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12 2016 The Red Bulletin

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