World Tour Extrem: Once upon a saga

World Tour Extrem:
Ohne Flugzeug um die Welt

Foto: facebook/Once-Upon-a-Saga

Flugzeuge kommen in Torbjørn C. Pedersens Plan nicht vor. Der Däne will 203 Länder der Welt bereisen. Dabei zeigt der Kerl nicht nur, dass er Eier aus Stahl hat, sondern auch kräftige Waden und ordentlich Sitzfleisch. 

Den Traum einer Weltreise hatten schon viele Menschen, einige davon haben ihn sogar schon umgesetzt. Und doch ist das Vorhaben von Torbjørn „Thor“ C. Pedersen etwas Besonderes: Er fliegt nicht einen einzigen Meter. Stattdessen reist er ausschließlich zu Fuß, mit Auto, Bus, Bahn, Moped oder Schiff.

Klar, dass sich seine Reise dadurch extrem in die Länge zieht. Während du den Pazifik beispielsweise per Flugzeug in 12 Stunden überwinden kannst, bist du auf einem Schiff zwei Wochen unterwegs. Pedersen begann seine Reise vor drei Jahren, damals war er 34 Jahre alt.

Nach aktuellem Verlauf des Trips könnte er 2019 sein ungewöhnliches Ziel erreicht haben.

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Drei Regeln

Für seine Reise, die er „Once upon a Saga“ nennt, hat Thor drei Regeln. Wie schon erwähnt, darf er nicht das kleinste Stück des Weges per Flugzeug oder Hubschrauber absolvieren. Zudem muss er sich in jedem Land mindestens 24 Stunden aufhalten. Und Umdrehen ist ausgeschlossen. Zudem kehrt der Däne erst in seine Heimat zurück, wenn er alle Länder besucht hat.

Wer ist der Kerl?

Thor ist schon vor seiner „Saga“ viel rumgekommen. Vor dem Start der Weltreise hatte er umgerechnet jedes vierte Land der Welt besucht. In Dänemark geboren lebte er als Kind vor der Rückkehr in seine Heimat lange in den USA und Kanada. Beruflich versuchte Pedersen sich zunächst als Soldat, landete dann in der Schiff- und Logistikbranche. 2009 machte er sich selbstständig und arbeitete in Ländern wie Libyen, Bangladesch oder Kasachstan. Insgesamt habe er in seinem Leben rund 200 Flüge absolviert, wie Pedersen im Interview mit „News on Sunday“ erzählt.

Wie alles begann

Zu dem Trip inspirierte ihm demnach eine E-Mail seines Vaters, in der ihm dieser die besondere Geschichte eines Reisenden darlegte. Ein alter Freund habe ihn dann endgültig überzeugt. So startete Thor seine Reise um die Welt, auf welcher er nicht nur als Privatperson, sondern auch als Sonderbotschafter für das dänische Rote Kreuz unterwegs ist. Insgesamt hat Pedersen schon mehr als 150.000 Kilometer zurückgelegt und dabei fast 100 Züge, über 200 Busse und etliche Boote bestiegen. „Meinen längsten Trip per Bus absolvierte ich in Brasilien, er dauerte 56 Stunden“, schildert Thor.

Wer zahlt den Trip?

Sein Budget: 20 US-Dollar am Tag. Damit bezahlt Pedersen Essen, Transport, Unterkunft und Visa. Aktuell hat er rund 24.000 Dollar ausgegeben. Insgesamt kostete die Saga bereits über 50.000 Dollar, darin enthalten sind Krankenhauskosten, Medizin, Ausgaben für Equipment oder Ausflüge. Zunächst wurde er gesponsert, dann nutzte er sein eigenes Kapital, aktuell ist ein Crowdfunding-Projekt angelaufen.

© youtube // Once Upon a Saga

Die Idee dahinter

Getreu dem Motto „Ein Fremder ist ein Freund, den du nur noch nicht getroffen hast“ möchte Thor mit seiner Reise die Menschen inspirieren, damit sie die Welt mit anderen Augen sehen. Pedersen möchte zeigen, dass auf der Erde nicht alles schlecht ist und fremde Länder nicht nur aus Terroristen, Krankheiten und Chaos bestehen. Stattdessen treffe er in jedem Land immer freundliche, hilfsbereite Menschen an, die einfach nur versuchen, ein glückliches Leben zu führen. Wenn er zuhause angekommen ist, möchte er ein Buch über seinen Trip schreiben, welches denselben Namen bekommen soll: „Once upon a Saga“. 

„Freude, Aufregung, Entdeckungen, Kummer, Trauer, Stress, Freundschaften, Bildung, Stolz!“
Torbjørn C. Pedersen über seine intensiven Erfahrungen

Würde er es jetzt anders machen?

„Hätte ich gewusst, dass es so sein wird, hätte ich mein Zuhause nicht verlassen“, sagt der Globetrotter. Die Reise sei für ihn harte Arbeit, allerdings hätte sich sein Leben auf allen Ebenen intensiviert: „Die Freude, Aufregung, die Entdeckungen, der Kummer, die Trauer, der Stress, die Freundschaften, die Bildung, der Stolz!“

Trotz teils heftiger Krankheiten hat er nicht aufgegeben. „Ich hatte die Schlafkrankheit. Es war einer der schlimmsten Momente, ich musste täglich 25 Pillen nehmen. Ich war dehydriert, erschöpft und konnte kaum schlafen.“ Seine Entscheidung, die Reise zu machen, bereut Pedersen nicht. Und das ist gut so. Go Thor!

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01 2017 The Red Bulletin

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