Diese Inseln werden von Tieren beherrscht

Diese Inseln werden von Tieren beherrscht

Foto: Getty Images

Kein Platz für uns Menschen: Hier haben die Tiere längst wieder die Kontrolle übernommen.

Kannst du dir eine Welt ganz ohne Menschen vorstellen, in der Kaninchen, Schweine, Affen und Echsen das Sagen haben? Solche Orte gibt es tatsächlich. Die Inseln der Tiere sind allerdings meist kein Paradies auf Erden. Viele der tierischen Herrscher sind auf Hilfe angewiesen, um überleben zu können.

Das Leben auf einer Insel besitzt seine Tücken, denn die Bewohner können den gewohnten Lebensraum nicht einfach verlassen. Sie entwickeln sich in der Regel zu wahren Spezialisten und besetzen jede freie Nische im Ökosystem. Ohne Gegenspieler können sie sich in Ruhe vermehren und sind anderen so zahlenmäßig überlegen. Problematisch wird es, wenn der Lebensraum nicht darauf ausgelegt ist und die Nahrung knapp wird. 

Hier kommt der Mensch ins Spiel. Er bereist die abgelegensten Orte der Welt und bringt als Tourist Leckereien mit, von denen wiederum die Tiere profitieren. In unseren Beispielen wird deutlich, wie das Ganze funktionieren kann.

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Okunoshima: Die Insel der Hasen

Ein echtes Highlight für Touristen ist die japanische Insel Okunoshima. Früher wurden hier Chemiewaffen produziert und getestet – unter anderem an Kaninchen. Heute sind die Menschen verschwunden, die Tiere sind aber geblieben. Gerüchteweise handelt es sich bei ihnen um die Nachfahren der Versuchskaninchen, doch das ist eher unwahrscheinlich. Nach den Tests wurden die Tiere eingeschläfert. 

Naheliegender ist es, dass Touristen die Kaninchen ausgesetzt haben. Da es auf der Insel keine Raubtiere gibt, die ihnen gefährlich werden könnten, pflanzten sie sich ungebremst fort.

Einziges Problem: Wasser und Nahrung auf der Insel sind durch die Chemikalien verseucht. Für ausreichend Verpflegung sorgen heute die Touristen.

Big Major Cay: Die Insel der Schweine

Die schwimmenden Schweine von Big Major Cay haben sich im Vergleich dazu ein Paradies erobert. Die Insel liegt im Exuma-Distrikt der Bahamas und soll derzeit um die 20 Schweine beherbergen. Wie sie auf das Eiland gekommen sind, bleibt bis heute rätselhaft. 

Eine Theorie besagt, dass ihre Vorfahren nach einem Schiffsunglück an Land geschwommen sind. Eine andere vermutet dahinter einen genialen Trick der Seeleute vergangener Tage. Sie hätten ein paar Exemplare ausgesetzt, um immer auf einen frischen Fleischvorrat zurückgreifen zu können. 

Heute müssen die Schweine keine Angst mehr haben, als Braten auf dem Tisch zu landen. Sie haben sich zur absoluten Touristenattraktion gemausert und werden von den Besuchern umsorgt. 

Cayo Santiago: Die Insel der Affen

Manoj Vaidya on Twitter

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Affen sind in der Karibik keine Seltenheit, doch die puerto-ricanische Insel Cayo Santiago ist ein von Menschen geschaffener Lebensraum für die Tiere. In den 1930er Jahren wollten Forscher Affen studieren, sich aber den langen Weg nach Afrika oder Asien sparen. Deshalb siedelten sie auf Cayo Santiago Rhesusmakaken an, um diese zu beobachten.

Nicht ganz ungefährlich, denn die Affen tragen den Herpes B-Virus in sich. Die Tiere haben damit kein Problem, doch steckt sich ein Mensch an, kann das schwere Entzündungen des Gehirns oder des Rückenmarks zur Folge haben und sogar zum Tod führen. Touristen dürfen die Affen daher nur vom Boot aus beobachten.

Komodo National Park: Die Insel der Echsen

Ein echtes Abenteuer können Touristen im Komodo National Park in Indonesien, im Bereich der Kleinen Sunda-Inseln im Grenzgebiet der Provinzen Ost-Nusa Tenggara und West-Nusa Tenggara, erleben. Denn diese Insel gehört den Komodowaranen, die auch liebevoll als Drachen bezeichnet werden. 

Sie können bis zu 90 Kilogramm schwer und, wenn sie sich provoziert fühlen, gefährlich für Touristen werden. Die wenigen Einheimischen haben aber einen Weg gefunden, sich mit ihren tierischen Herrschern zu arrangieren: Um diese zu verjagen, machen sie sich groß, schreien und werfen Steine oder Stöcke. Doch meist ist das nicht nötig und sie lassen die Warane in Ruhe. 

Die wiederum nutzen ihre Vormachtstellung und lassen sich überall zu kleinen Schläfchen nieder, wo es ihnen gerade gefällt.

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04 2017 The Red Bulletin

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