Erlerne die Kunst des Verschwindens

Wie du erfolgreich untertauchst

text: eddie lawrence
Illustration: Mark Thomas

Frank M. Ahearn ist der Mann, der jeden findet. Hier verrät dir der „Skip Tracer“, wie du unsichtbar bleibst.

Als professioneller „Skip Tracer“ spürt Frank M. Ahearn jeden Flüchtigen auf, der auch nur die geringsten Spuren hinterlässt. Jetzt hat er die Seiten gewechselt und hilft reichen Kunden zu verschwinden. Dafür muss man kein Verkleidungskünstler oder Hacker sein, sondern nur einen wachen Verstand haben und die Trennung von seinen Nächsten verkraften.

„Stell dir vor, dein Feind ist in der Nähe. Lebe, als würde er um die Ecke wohnen“, sagt der Autor von „How to Disappear“. „Ich bringe meinen Kunden bei, wie sie Dinge erledigen, ohne Spuren zu hinterlassen.“

1 Werde dir bewusst, wer du bist

„Um zu verschwinden, brauchst du eine Strategie. Was ist in deinem Leben ­passiert? Was davon könnte Feinde auf deine Spur bringen? Was hast du vor sechs Monaten gegoogelt? Welche Gewohnheiten hast du, ­welche Eigenarten? Ändere alles, was die Leute neugierig machen könnte. Und zieh dich bloß nicht wie jemand aus Miami an, wenn du gerade im Westen Irlands bist. Entwickle ein Gespür für deine Umgebung. Du bist in einer Schläger-Bar? Dann benimm dich wie ein Schläger und nicht wie ein Mauerblümchen.“

„Ändere alles, was die Leute neugierig machen könnte.“
Frank M. Ahearn

2 Nimm nur das Nötigste mit

„Wichtig sind Prepaid-Handy, Prepaid-Debitkarte und ein Ausweis. Kleidung kannst du kaufen. Wenn du nicht vor der Regierung oder der Polizei fliehst, brauchst du keine neue Identität. Verdächtig sind die Leute, die mit falschem Ausweis, viel Bargeld oder 75 Prepaid-Debitkarten von der Polizei angehalten werden.“

3 Lock sie auf die falsche Fährte

„Streue Falschinformationen. Sie müssen nicht extra glaubwürdig sein, nur auffindbar. Einmal war der Feind der ­Ehemann meiner Kundin. Ich ließ ihre volle Geldtasche in einem Pariser Hotel zurück, natürlich im Wissen, dass sie jemand findet und abgibt. Bingo, der Ehemann suchte in Paris nach meiner Kundin, während sie in Lissabon war. ­Beschäftige deine Feinde mit falschen Fährten, oder sie finden die richtigen.

Frank M. Ahearn zeigt im Video, wie du untertauchen kannst.

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4 Hinterlasse weniger Spuren

„Wo du auch hingehst, du hinterlässt unweigerlich eine Spur. Der Schlüssel liegt darin, weniger Spuren zu hinterlassen. Unberechenbar zu werden. Geh nicht auf dem Times Square spazieren, nimm ein Taxi. Je weniger Menschen dich sehen, desto geringer die Gefahr, dass dich jemand erkennt. Wenn du einen Bekannten triffst, erzähl ihm, du fliegst morgen nach Belgien.“

5 Nutze dein Umfeld

„Du musst Situationen verändern, damit du dein Umfeld nutzen kannst, ohne nachvollziehbar zu sein. Ein Beispiel? Die Leute denken, dass man mit Prepaid-Handys ­anonym bleibt – ganz falsch. Wenn du in einen Laden gehst, hält die Kamera den Kauf fest. Geh zu einem Obdachlosen und sag: „Hier ist ein Hunderter, kauf mir ein Prepaid-Handy.“ Er bezahlt, die Kamera sieht nur sein Gesicht, und du bist in keiner Verbindung zum Telefon.“

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11 2016 The Red Bulletin

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