Houdini´s Jahrhundert-Trick: Wie du kopfüber aus einer Zwangsjacke kommst

WIE DU KOPFÜBER AUS EINER ZWANGSJACKE KOMMST

Illustration: Mark Thomas

Das Geheimnis hinter Houdinis Jahrhundert-Trick: Ein Entfesslungskünstler verrät die Details.

Am 6. November 1916 versammelten sich hunderte Menschen an einer Straßenecke in Pittsburgh, um einem Mann dabei zuzusehen, wie er sich in 15 Meter Höhe, kopfüber an einem Kran baumelnd, aus einer Zwangsjacke befreite.

Es war Harry Houdini – das Kunststück gelang, die Menge war begeistert, der Entfesselungskünstler war die Sensation der Stunde. Bis heute begeistern Zauberkünstler das Publikum mit Houdinis Trick.

Am 100. Jahrestag wird der Magier Lee Terbosic das Kunststück an genau jener historischen Straßenecke vorführen. Aber zuerst erklärt er hier, wie’s geht.

So befreite sich der legendäre Harry Houdini kopfüber aus einer Zwangsjacke.

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1 Mach Platz

„Während sie dich in die Zwangsjacke stecken, atme tief ein. So lassen sich die Gurte nicht komplett festziehen, die Jacke sitzt lockerer. Außerdem achte auf deine Arme. Sie werden ja an deinen Körper gebunden, als würdest du dich selbst umarmen. Während das geschieht, drück sie von deinem Körper weg. So schaffst du ein paar Zentimeter Platz, die dir später dabei helfen, dich aus der Jacke zu befreien.“

2 Bleib ruhig

„Bleib cool, auch wenn du in der Jacke natürlich ein mulmiges Gefühl hast. Wild gegen die Jacke anzukämpfen kostet sinnlos Kraft. Führ deine rechte Hand ruhig zur linken Schulter. Hebe deinen Ellbogen, so entsteht Platz unter der Ellenbeuge, unter den du deinen Kopf schiebst. Dabei verdreht es dir ziemlich den Hals, sogar ich zerrte mir die Halsmuskeln schon ein paar Mal. Sobald du den Kopf unter der Armbeuge durchgeschoben hast, lösen sich die Ärmel, und du kannst deine Hände bewegen. Greif durch den Stoff nach den Schnallen um Hintern und Nacken und löse auch sie. Dann musst du die Jacke nur noch ausziehen.“

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3 Übe die Position

„Die Position ist kopfüber fürs Publikum natürlich viel beeindruckender, aber sie ist – abgesehen von der Belastung für die Sprunggelenke – sogar einfacher. Denn die Schwerkraft hilft dir bei jenen Bewegungen, die im Stehen mehr Eigenkraft erfordern. Sieh dir alte Videos von Harry an. Wie ein Fisch an der Leine, er zappelt nur, um sich Bewegungsspielraum zu schaffen. Du musst deinen Körper darauf vorbereiten, damit er nicht bewusstlos wird, wenn du längere Zeit kopfüber hängst. Ich übe die Kopfüber-Position auf dem Fitnessstudio-Rückentrainer 10 bis 15 Minuten am Stück.“

4 Werde fit

„Du musst nicht sehr gelenkig sein, aber elastisch. Und es hilft, wenn du in Form bist. Dich aus dem Ding zu zwängen ist wie ein Workout. Ich war früher ein wenig dicker: Da wusste ich zwar auch, wie es geht, war aber immer außer Atem.“

„Du musst nicht sehr gelenkig sein, aber elastisch. Und es hilft, wenn du in Form bist“
Lee Terbosic, Zauberer

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5 Zur Not: schwindle

„Es gibt präparierte Zwangsjacken mit gebogenen Gurten, die sich leicht lösen lassen. Um als Zuschauer den Fake zu erkennen, müsste man ein Experte sein: Man muss auf die Art achten, wie der Zauberkünstler die Arme in den Ärmeln bewegt – für einen Laien unmöglich. So eine präparierte Jacke eignet sich aber nicht nur gut fürs Schwindeln, sondern auch gut fürs Üben. Welche Jacke ich verwende? Eine originale Psychiatrie-Zwangsjacke. Solche werden nicht mehr in Serie gefertigt, aber du kannst dir eine maßschneidern lassen. Absolute Königsdisziplin, die erlaubt keine faulen Tricks.“

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12 2016 The Red Bulletin

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