Wie du aus einem Flugzeug springst … ohne Fallschirm

Wie du aus einem Flugzeug springst …

Text: Ben Smithhurst
Illustration: mark thomas

… aber ohne Fallschirm. Skydiver Luke Aikins weiß, wie man das tut. Und überlebt.

„Streck dich, damit dein Luftwiderstand größer wird. Und steuere einen – im Idealfall schneebedeckten – Steilhang an.“ Das ist Luke Aikins’ Tipp, falls du unerwartet aus einem Flugzeug fällst.

Der Ex-Navy-SEAL, „Iron Man 3“-Stuntman und Red Bull Stratos-Sicherheitsberater tat’s aber sogar absichtlich. Ohne Wingsuit, ohne Fallschirm, aus 7620 Meter Höhe

Er landete in einem Netz. „Tat nicht weh“, sagt er. „Nur meine Schulter sah einen Tag lang aus, als hätte jemand mit einem Tennisschläger draufgeprügelt.“

„Meine Schulter sah einen Tag lang aus, als hätte jemand mit einem Tennisschläger draufgeprügelt.“
Luke Aikins
Klicken zum Weiterlesen

1 Mach es, wie du’s für richtig hältst

„Das Projektteam suchte jemanden, der ohne Fallschirm oder Wingsuit auf eine riesige Gummirutsche springt. Ich wollte es zuerst nicht tun, schließlich habe ich Frau und Kind, aber am Ende sagte ich: ‚Okay. Ich mach’s. Die Bedingung: Ich kann das gesamte Setting selbst bestimmen. Ich kenne den technischen Background, ich bin kein verrückter Draufgänger, dem es egal ist, ob er stirbt.‘ Das akzeptierten sie.“

2 Entscheide selbst 

„Ich schlug für die Landung ein zwischen Kränen gespanntes Netz vor und Pneumatikzylinder, um den Aufprall abzubremsen. Zwei Stunt-Monteure von ‚Iron Man 3‘, mit denen ich arbeitete, wollten das Netz mit Heliumballons federn. Aber ein 99-Kilo-Dummy, das wir aus 300 Metern fallen ließen, schlug auf dem Boden auf. Mit meinem ursprünglichen Vorschlag hatten wir dann eine richtig sanfte Landung.“

3 Lass dir Zeit

„Zwischen 7620 Meter Höhe und dem Boden ändern sich Windrichtung und Fallgeschwindigkeit immer wieder und dadurch auch deine Position. Arbeite dich langsam zurück in die richtige Lage. Bei meinem Sprung siehst du, wie ich abgedriftet bin. Wichtig war, weiter konzentriert und cool zu bleiben und auf den Wind zu achten.“

4 Denk schnell 

„Einmal stieß ein Wingsuit-Flieger mit mir zusammen, als ich mit meinem Hochleistungs-Fallschirm unterwegs war. Er verfing sich in meinen Leinen, wir taumelten durch die Luft. Hätte ich mich gleich mit dem Reserveschirm befreit, wäre er verheddert geblieben und unweigerlich abgestürzt. Also wartete ich, bis er sich befreit hatte, und öffnete erst dann meinen Reserveschirm.“

5 Agiere überlegt

„Du bist rund zwei Minuten unterwegs. Die erste Minute entspannst du dich, die zweite Minute, so ab 1500 Metern, bist du umso fokussierter. Vor allem darauf, auf dem Rücken zu landen, denn bei einer Bauchlandung verbiegt das Netz deinen Rücken mehr, als ihm das guttut. Es kann unterwegs immer was passieren, aber egal was es auch ist, du darfst nie überreagieren. Jede deiner Entscheidungen muss ruhig, analytisch und sekundenschnell fallen – aber niemals darfst du hektisch werden.“

Das Ergebnis: Beeindruckend!

© YouTube // Luke Aikins

Klicken zum Weiterlesen
01 2017 The Red Bulletin

Nächste Story