Eddie Brown - Jump over Snake River Canyon

Auf den Spuren von Evel Knievel: Wie Eddie Braun über den Snake River Canyon flog

Foto: Facebook / Weiward

Evel Knievel bezwang Autos und Busse. Im Snake River Canyon fand der Stuntman jedoch seinen Meister. Eddie Braun trat das Erbe an und bewältigte den Flug – mit einer dampfbetriebenen Rakete.

Seit er den Motorrad-Derwisch Robert Craig „Evel“ Knievel als kleiner Junge traf, wollte Eddie Braun nichts anderes werden, als Stuntman. 42 Jahre nach dem Versuch seines Idols, eine Schlucht in Idaho mit einer Rakete zu bezwingen, wagte sich der 54-Jährige also an den legendären Stunt heran.

Doch drehen wir zuerst die Zeit ein wenig zurück …

Knievel wäre fast ertrunken

Am 8. September 1974 startete Knievel das Unterfangen, mit der Skycycle X-2, einer von Dampf angetriebenen Rakete, über den 500 Meter breiten Snake River Canyon zu fliegen. Ursprünglich wollte der Nachkomme deutscher Vorfahren mit einem Motorrad mit Raketenantrieb über die Schlucht springen. Doch sein Team entschied sich nach einem Test, auf eine Rakete zu setzen.

© youtube // Smithsonian Channel  

Knievel startete also seine Rakete. Doch als er die Rampe verließ, angetrieben von 260 Grad heißem Dampf, öffnete sich der Fallschirm an seinem Flugkörper. Statt auf der anderen Seite des Canyons zu landen, segelte er in den Abgrund. Glück für den Stuntman, dass der Wind ihn ans Ufer trug und nicht wenige Meter weiter in den Fluss. Aufgrund einer Fehlfunktion seines Gurtes konnte er nicht eigenhändig aussteigen und wäre vermutlich ertrunken.

Originalvideo von Evel Knievels Stunt-Versuch über den Snake River Canyon zu springen.

© youtube // SMPD Misconduct

40 Jahre später wurde der Traum wahr 

Seit diesem Sonntag im September planten weitere Stuntmen – auch seine Söhne –, in Knievels Fußstapfen zu treten und den Flug zu meistern. Doch erst vier Jahrzehnte später, am 16. September 2016, sollte dieser Traum Wirklichkeit werden.

Auf Basis der ursprünglichen Pläne ließ sich der Stunt-Veteran Eddie Braun eine neue Skycycle X-2-Variante bauen – die „Evel Spirit“. Insgesamt 1,6 Millionen Dollar investierte er in den Versuch, seinem großen Idol Tribut zu zollen. Immerhin hatte Knievel Braun dazu inspiriert, Stuntman zu werden. Und zwar nicht irgendeiner, sondern einer der bekanntesten der Filmszene: Braun arbeitete an Blockbustern wie „Lethal Weapon“, „The Avengers“ oder „Transformers“ mit.

Fast 700 km/h schnell 

Aber jetzt, zum Abschied von seiner 30 Jahre andauernden Karriere als Stuntman in Hollywood, riskierte er den Flug über den Snake River Canyon. Der Start war für Samstag geplant, doch entschloss sich das Team aufgrund der guten Wetterlage, schon am Freitag zu starten.

© youtube // 2NewsBoise

Mit fast 700 Kilometer pro Stunde katapultierte Braun seine „Evel Spirit“ 600 Meter in die Höhe. Wie das GoPro-Video aus seinem Cockpit zeigt, wurde der Stuntman dabei zunächst ordentlich durchgeschüttelt, bereits nach kurzer Zeit signalisierte er aber: Daumen hoch – der Versuch war geglückt.

Damit hat sich Braun seinen Traum und den seines Helden erfüllt. Er wollte nochmal eine Duftmarke hinterlassen. Das hat er geschafft.

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The Face You Never See

Jetzt kehrt allerdings wieder der Alltag ein, Braun muss wieder ans Set. Als Stunt-Koordinator hinter der Kamera. Aber klar, schließlich muss er die 1,6 Millionen Dollar wieder reinholen …

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10 2016 The Red Bulletin

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