Rallye Dakar - Fakten zu ihrer Geschichte

40 Dinge, die du über die Rallye Dakar wissen musst

Text: Werner Jessner
Foto: Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Die Rallye Dakar ist die härteste Motorsportveranstaltung der Welt – und die gefährlichste dazu. Diese 10 Fakten zu ihrer Geschichte und ihren Statistiken werden dich davon überzeugen.

Der Start zur 39. Auflage des Rennens erfolgt am 2. Jänner, diesmal in Asunción, Paraguay. Hier sind ein paar Fakten, die du kennen musst:

  1. Wie hat das alles begonnen?
  2. Warum findet die Dakar in Südamerika statt?
  3. Warum macht einen die Dakar so fertig?
  4. Was wurde 1982 aus Margret Thatchers Sohn?
  5. Fahren die Trucks auch ein Rennen?
  6. Wer ist Rekordstarter?
  7. Wie viele Leute leben in einem Biwak?
  8. Wie viel Pech kann man haben?
  9. Welches Kennzeichen war am häufigsten auf dem Podest?
  10. Wer wird die Dakar gewinnen?
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1. Wie hat das alles begonnen?

Der französische Rennfahrer Thierry Sabine hatte zu einem neuartigen Rennen aufgerufen, am 26. Dezember 1978 folgten 170 Teilnehmer diesem Ruf. Die Rallye, die ursprünglich von Paris in Senegals Hauptstadt Dakar führte, sollte die denkbar härteste Prüfung für Mensch und Material sein. ­Sabines Motto: „Ist dein Leben langweilig, riskier es!“ Sabine verunglückte 1986 bei einem Helikopterabsturz, selbstverständlich während der Rallye.

“Das 13-tägige Rennen führt über 9000 Kilometer und strapaziöses Terrain, das Vehikel und Fahrer an ihre Grenzen bringt.“

© YouTube // dakar

2. Warum findet die Dakar in ­Südamerika statt?

2008 wurde die Rallye wegen ­Terrordrohungen in Afrika ab­gesagt und 2009 ins sichere und ­publikumswirksamere Südamerika übersiedelt. Der Name „Dakar“ war da aber längst zum Synonym für ­Wüstenrallyes geworden, woraufhin die Veranstalter ihn behielten. Eine Rückkehr nach Afrika ist eher ausgeschlossen: Die aktuelle ­Begeisterung der Zuschauer vor Ort ist gewaltig, jeder Starter ein Star. Wertschöpfung vor Ort: rund 300 Millionen Dollar pro Jahr.

3. Warum macht ­einen die Dakar so fertig?

Weil du zu wenig schläfst, zu viel unterwegs bist, zu schnell ­unterwegs bist und auf den Verbindungsetappen lähmend langsam. Weil die anderen Teilnehmer die Besten der Welt sind. Weil sich die kleinen Verletzungen summieren, weil jeder kleine Fehler potentiell tödlich ist. Weil du täglich eine sinnvolle Antwort auf die Frage nach dem Warum finden musst. Weil dir das Essen nicht schmeckt, weil es brütend heiß und schweinekalt ist, weil du die 4000 Meter über dem Meer nicht gewohnt bist, und das alles zugleich.

40 Dinge über die Rallye Dakar - Teil 2

Warum ist die Rallye Dakar die härteste Motorsportveranstaltung der Welt? Hier sind 40 Antworten. Teil 2: Was du vorab wissen musst.

4. Was wurde 1982 aus Margret ­Thatchers Sohn?

Mark Thatcher verirrte sich als Teilnehmer der Rallye Dakar mit seinem Peugeot 504 derart gründlich, dass selbst das ­algerische Militär sechs Tage brauchte, um den Sohn der damaligen Premierministerin des Vereinigten Königreichs schließlich 50 Kilometer abseits der Route aufzustöbern. Die Suche war eine gröbere Staatsaktion, die sich bis in höchste Kreise zog. Möglicher Fehler: „Ich habe keinerlei Vorbereitung gemacht. Null“, erklärte der selbst ernannte „Gentleman Driver“.

Strong, powerfull, fast this is Dakar 👌🏽😉#dakar2016

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5. Fahren die Trucks auch ein Rennen?

Die wenigsten (etwa Kamaz), selbst wenn sie eine Startnummer tragen. Um in die Wertungsprüfungen einfahren zu dürfen, musst du am Bewerb teilnehmen, auch wenn du nur Transportvehikel für die Ersatzteile der vor dir gestarteten Autos und Motorräder bist. Das gilt für fast alle der bis zu 160 km/h schnellen Race-Trucks: Irgend­welche Kisten mit wichtigem Zeug hat jeder geladen. Prinzipiell ist bei der Dakar jeder angehalten, allen anderen zu helfen. Dabei gilt allerdings: Je weiter vorn du rangierst, desto kürzer musst du helfen.

Andrey Karginov of Russia drives his Kamaz truck

Der Russe Andrey Karginov mit seinem Kamaz-Truck während der 10. Etappe der Rallye Dakar 2014

© POOL New / Reuters

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6. Wer ist Rekordstarter?

Yoshimasa Sugawara aus Japan nahm 33-mal teil: auf dem Bike (2‑mal), im Auto (7-mal), im Truck (24-mal). Stets wussten seine Mechaniker die Etikette zu wahren. Rollte Sugawara San ins Biwak, verbeugten sie sich nach alter Tradition, weiße Handschuhe und Overalls inklusive. Ob er 2017 als 74-Jähriger ein weiteres Mal dabei sein wird, ist noch offen.

40 Dinge über die Rallye Dakar - Teil 3

Warum ist die Rallye Dakar die härteste Motorsportveranstaltung der Welt? Hier sind 40 Antworten. Teil 3: 10 Dinge, die dich bei der Rallye erwarten könnten.

7. Wie viele Leute leben im Biwak?

Knapp 600 Fahrzeuge fahren im Bewerb. Zählt man Mechaniker, Organisationscrew, Medienvertreter, Ärzte, Köche etc. hinzu, summiert sich das auf rund 3000 Bewohner. Eine wandernde Stadt!

Bivouac

© Philipp Horak

8. Wie viel Pech kann man haben?

Heinz Kinigadner

© Marco Rossi

 Der zweifache Motocross-Weltmeister Heinz Kinigadner sah bei keinem seiner sieben Dakar-Starts das Ziel, sondern schied jedes Mal – um den Sieg mitkämpfend – aus.

THE RED BULLETIN: Was waren jeweils die Gründe für dein Ausscheiden?

HEINZ KINIGADNER: Dreimal war es ein technischer Defekt, viermal bin ich gestürzt.

Warum?

Eigentlich jedes Mal, weil ich zuvor ­wegen eines Problems Zeit verloren hatte und dann versucht habe, diese Zeit mit der Brechstange aufzuholen. Brechstange bedeutet bei der Dakar Helikopter. Rettungshelikopter. 

Siehst du dich als Pechvogel?

Überhaupt nicht. Ich habe so viel ­erlebt. Bei meiner ersten Dakar überhaupt wurde ein Hafenarbeiter beim Löschen der Ladung vor den Augen von uns Fahrern von einer Stahltrosse geköpft. Solche Ereignisse relativieren den Sport schlagartig. Die Dakar ­siebenmal zu überleben fällt definitiv in die Kategorie Glück, nicht Pech.

Stephane Peterhansel

Stephane Peterhansel (FRA) vom Team Peugeot Total am Ende der dritten Etappe der Rallye Dakar 2016

© Flavien Duhamel

9. Welches Kenn­zeichen war am häufigsten auf dem Podest?

„BR“ für Braunau in Österreich. Hier sind die Werks­-KTMs angemeldet, die 15-mal in Serie ­gewonnen haben.

10. Wer wird die Dakar gewinnen?

Die Titelverteidiger heißen ­Stéphane Peterhansel (Auto; Bild oben), Toby Price (Bike) und Gerard de Rooy (Truck). Doch man achte auch auf Sébastien Loeb, Nasser Al Attiyah und Carlos Sainz bei den Autos, Sam Sunderland und Matthias Walkner bei den Bikes und die spektakulären Kamaz-Trucks!

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01 2017 The Red Bulletin

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