Valentino Rossi Marc Marquez

5 Gründe, warum MotoGP besser ist als Formel 1

Text: Martin Datzinger
Foto: Gold & Goose/Red Bull Content Pool

Mehr Action, interessantere Fahrer und noch drei Gründe, warum es im Duell MotoGP gegen Formel 1 nur einen Sieger geben kann.

Am Sonntag (20. März) startet sowohl die Formel 1 als auch die MotoGP (live ab 15:45 Uhr bei ServusTV) in die neue Saison. Während Lewis Hamilton und Co. in Melbourne ihr Opening haben, liefern sich Marc Márquez, Valentino Rossi und Co. in Katar die ersten Rad-an-Rad-Duelle.

Aber welche Königsklasse ist eigentlich spannender? Für wen schlagen die Fan-Herzen? MotoGP oder Formel 1?

THE RED BULLETIN hat sich die beiden Motorsport-Rennserien genauer angesehen und ist zum Schluss gekommen, dass es nur einen Sieger geben kann.

Ab 20. März live bei Servus TV - die MotoGP in HD!

Weil das Racing besser ist

Beispiel gefällig? Philip Island, Australien. Drittletztes Rennen der noch völlig offenen, irren MotoGP-Saison 2015. Was gibt es in den ersten vier Runden zu sehen, wenn das Rennen nur eine dreiviertel Stunde lang dauert? Überholmanöver ohne Ende! Windschattenduelle, hartes Ausbremsen, Blockpass innen, Demütigung außen, Ausnutzen von Fahrfehlern, Ausspielen überlegener Motorleistung, alles echt und spektakulär erkämpft. Ein paar harmlose Rempeleien, sonst bleibt es sauber und fair - bloß eine Möwe muss durch einen Kopfstoß Federn lassen.

Jorge Lorenzo

Während es in der Formel 1 kaum noch spannende Überholmanöver gibt, stehen Rad-an-Rad-Duelle in der MotoGP an der Tagesordnung.

© Gold & Goose/Red Bull Content Pool

Weil die Fahrer interessanter sind …

An der Spitze der MotoGP treffen unterschiedlichste Charaktere auf vergleichbarem Material aufeinander: Der blutjunge 120%-Racer, der mit allen Wassern gewaschene Altmeister, das ultrakonstante Arbeitstier und ein hochsympathisches Fliegengewicht, das zwischen Knochenbruch und Sieg wenig Graustufen kennt. Alle eint enormer Publikumszuspruch, Mut, Fahrkönnen und sichtbarer Spaß am Job. Und niemand kann behaupten, einer der Top-Jungs sei überbezahlt oder austauschbar.

… und man ihnen besser zusehen kann

Ohne Gewichtsverlagerung, ohne Einsatz von Knie und Ellbogenschleifern, ohne sich hinter die Verkleidung zu falten geht beim einspurigen Rennfahren nichts. Einige strecken beim Anbremsen unwillkürlich das Bein aus. Wer wissen will, wo der Verfolger steckt, muss sich umdrehen. Dabei turnen die Fahrer bis auf eine Schicht Kalbsleder und einen Helm im Freien herum und werden von allen Seiten formatfüllend gefilmt. Wer sich nur ein wenig für den Sport interessiert, erkennt an der Körpersprache sofort, wer auf Angriff fährt, wer verzweifelt Anschluss sucht oder seinen Verfolger komfortabel auf Abstand halten kann, wer frech ist und wer sich das nicht bieten lässt.

Weil die Maschinen überholen erlauben

Wenn zwei Formel 1-Autos gleichzeitig durch eine Kurve fahren, dann kann man darauf wetten, dass ein Carbon-Bauteil zerbröselt oder dem Verfolger der Abtrieb zusammenbricht. Also erledigen sie das Überholen sicherheitshalber auf der Geraden, per Knopfdruck in der DRS Zone. MotoGP-Bikes hingegen brauchen nur einen Bruchteil des Platzes und Downforce spielt keine Rolle. Deshalb bilden sie auch diese wunderschönen Perlenketten, deshalb ist es völlig normal, dass es zu dritt, dicht aneinander gekuschelt, um die Ecke geht. Zwei Objekte können nicht gleichzeitig denselben Raum beanspruchen? Das hat Marc Marquez noch niemand gesagt.

Action, Action, Action - so geil wird die MotoGP-Saison 2016!

MotoGP Girls

Wie sich die Grid Girls wohl entscheiden würden?

Weil die MotoGP noch wild sein darf

Von Herstellerkomitees abgesegnete, ins Detail reglementierte, grüne Hybridantriebe mit dem Klang einer Bontempi-Orgel. Ewige Auslaufzonen, Pinselstrich und Durchfahrtsstrafe statt Kiesbett und Reifenstapel. Familienväter, die auf der Sonntagsfahrt ihre Reifen hätscheln, Verbräuche optimieren, gemäß Stallregie überholen. Dabei Zeit haben, auf dem Lenkrad zig Knöpfe zu drücken und Rädchen zu verstellen. Tief versteckt in den Carbon-Kevlar-Panzerungen, bald auch noch mit Klobrille über den Cockpits. Und in der anschließenden Pressekonferenz werden mit Ruhepuls brav die vorgekauten Texte heruntergebetet. Grid Girls unter Artenschutz, Rosenwasser statt Champagner. Und da wundert sich Bernie Ecclestone, wenn ihm Zuschauer davonlaufen?

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03 2016 The Red Bulletin

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