Daniel Norris: Baseball-Millionär wider Willen

Daniel Norris: Millionär wider Willen

Bild (oben): @DanielNorris18

Daniel Norris ist Pitcher in der Major League Baseball - und Multimillionär, der eigentlich keiner sein will.

Daniel Norris betankt seinen Kleinbus. Für 20 Dollar. Dann fährt er los. So weit ihn das Benzin trägt. Er sucht sich einen Parkplatz für die Nacht, am besten irgendwo am Strand, macht sich auf seinem Gaskocher ein schnelles Dinner warm und chillt zur Musik aus dem Autoradio. Die Sonne versinkt im Meer. In der Nacht packt sich Norris in einen Thermo-Schlafsack. Am nächsten Morgen macht er sich auf die Suche nach einer Tankstelle. Das ist sein Alltag. Das pure Glück. Daniel Norris ist Pitcher bei den Detroit Tigers. Und Multimillionär.

„Was hab ich denn schon geleistet?“
Daniel Norris

In einer Welt, die den Erfolg eines Sportlers am liebsten daran misst, wie hoch über der Realität schwebend er sein Privatleben verbringt, kommen Menschen wie Daniel Norris in Erklärungsnot.

Der Multmillionär, der keiner sein will

MLB

Seit 2011 spielte Daniel Norris bei den Toronto Blue Jays. Erst im Draft-Team, seit 2014 in der Major League Baseball. 2015 wurde er zu den Detroit Tigers getradet.

FASTBALLER

Norris ist Linkshänder und hat einen der schnellsten Wurfarme der Liga. Seine Bälle nähern sich dem Batter mit über 150km/h. 

Kein Luxus-Penthouse mit sieben Schlafzimmern? Kein Strandhaus in Kalifornien für die Saisonpause? Nicht mal ein fetter Flatscreen im Wohnzimmer? Ach ja – welches Wohnzimmer? Norris’ Zuhause ist sein Volkswagen Westfalia, Baujahr 1978, den er sich um sein erstes Profi-Gehalt als Baseballer gekauft hat. Damals war er achtzehn, und die Toronto Blue Jays hatten ihm über Nacht zwei Millionen Dollar überwiesen. Norris taufte seinen VW „Shaggy“ – der Zottelige.

An die staunenden Blicke seiner Umwelt hat sich Norris längst gewöhnt. Manche Passanten halten ihn für einen Obdachlosen. Viele Kollegen aus der Sportwelt einfach für einen Spinner. Aber aus Norris’ Sicht ist sein Lebensstil der richtige, der selbstverständliche. Alles andere wäre für ihn unangemessen: „Was hab ich denn schon geleistet?“

Daniel Norris

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© Twitter // @danielnorris18

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07 2015 The Red Bulletin

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