Frank Solomon

Frank Solomon: Ein Surfer als „ehrlicher“ Filmstar

Text: Louis Raubenheimer
Foto: Chris Saunders

Frank Solomon hat im Big-Wave-Surfen den Sinn des Lebens gefunden. Jetzt wurde sein Leben verfilmt – mit ihm selbst in der Hauptrolle.

Der Südafrikaner Frank Solomon ist ein verdammt guter Surfer. Nur, verdammt gute Surfer gibt es wie Sand am Meer. Was Solomon besonders macht? 

Sein Mut, seine Verrücktheit und seine Bereitschaft, ein komfortables Leben gegen Tage in riesigen Wellen und Nächte auf fremden Fußböden zu tauschen. Dazu kommt seine Hartnäckigkeit – hat sich Solomon etwas in den Kopf gesetzt, verschwindet das Wort „Nein“ aus seinem Wortschatz.

Seiner erstaunlichen Geschichte wurde jetzt ein filmisches Denkmal gesetzt: „Let’s Be Frank“ erzählt die Story eines Big-Wave-Verrückten.

Schau dir den offiziellen Trailer von “Let’s Be Frank“ an

© Youtube // Red Bull

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Die Premiere von „Let’s Be Frank“ lief am 19. 9. auf redbull.tv. Der Film wird im Dezember erneut zu sehen sein.

THE RED BULLETIN: Wie kam es zu „Let’s Be Frank“?

FRANK SOLOMON: Zuerst muss ich etwas loswerden: Nicht in meinen wildesten Träumen hätte ich daran gedacht, dass jemand einen Film über mich drehen will. Aber dann traf ich Regisseur Peter Hamblin auf der Premiere seines Surf-Streifens „The Wright Side of Wrong“ und erzählte ihm, was ich so mache. Nach ein paar Bieren sagte er, wir müssen einen Film machen und ihn „Let’s Be Frank“ nennen. (Ein Wortspiel, „frank“ bedeutet im Englischen auch „ehrlich“; Anm.) Ich sagte „meinetwegen“ und feierte weiter.

Ein paar Tage später rief er tatsächlich an: „Erinnerst du dich noch an mich? Ich will das machen. Und ich meine, es wird ziemlich cool.“

Was hast du erzählt, als er nach deiner Story fragte?

Nun ja, ich postete Fotos meiner Reisen auf Instagram. Von außen sah es wohl so aus, als sei ich ständig an den großartigsten exotischen Orten. Es stimmt schon, ich war am Surf-Spot Mavericks in Kalifornien, aber dazwischen hatte ich vier oder fünf Jobs und schlief auf dem Fußboden ­anderer Leute. Diese Bilder postete ich natürlich nicht, also glaubte Peter, dass mein Leben ein einziger Traum aus glänzenden Wellen ist. Nachdem er begriff, wie es wirklich war, reizte ihn der Kontrast zwischen Schein und Realität umso mehr. Und kreativ, wie er ist, wusste er, wie wir daraus einen Film machen.

Er machte also einen Spielfilm, der auf einem Kontrast beruht?

Ja, kann man so sagen. Ich meine, mein Leben ist schon interessant. Es gibt viele Geschichten über mich, und Peter spitzte sie eben zu. Bevor wir begannen, schickte er E-Mails an meine Freunde und fragte nach den krassesten Storys. Er nahm den wahren Kern und machte daraus seine eigene, wilde Version.

Wie die Untergrund-Kampfszene in Irland? 

Im Film geht mir die Kohle aus, das ist wirklich so passiert. Ich musste jedoch nie an einem Untergrund-Faustkampf teilnehmen, um wieder zu Geld zu kommen. Die Szene ist stark vom Film „Snatch – Schweine und Diamanten“ ­beeinflusst. Wir drehten in ­Irland, Großbritannien, Südafrika, Mexiko, Hawaii, Kalifornien – alles Orte, an denen ich schon gesurft bin. Wir drehten sogar, während ich auf Reisen war. Peter kam dann zu mir, und wir arbeiteten am Film.

„Nach ein paar Bier sagte er, wir müssten unbedingt einen Film machen. Ich sagte ,meinetwegen‘ und feierte weiter.“
Frank Solomon, 33

Wusstest du schon immer, dass du mal so ein Leben führen würdest?

Hätte ich früher jemandem erzählt, dass ich Pro-Surfer werden möchte, wäre ich ausgelacht worden. Aber ich habe es geschafft. Eins sage ich dir: Es ist nicht einfach, seinen Traum zu leben. Es ­waren zehn Jahre voller Einsatz und Hingabe nötig, um das zu erreichen. Ich erzählte den Leuten, ich bin Pro-Surfer, und ich war es nicht einmal. So sehr wollte ich es. 

No place like home:) Pic - @matildatemperley

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Du dachtest, so könntest du dir einen Namen machen?

Heutzutage kannst du mit ­Social Media extrem viel ausprobieren. Das heißt, du kannst Pro-Surfer sein, ohne an vielen Wettkämpfen teilzunehmen. Ich surfe Contests, aber sie sind definitiv nicht mein Schwerpunkt. Mir geht es darum, sichtbar zu sein und coolen Content zu schaffen. Wenn ich meine Sponsoren glücklich machen kann und dabei relevant bleibe, ist das doch ziemlich cool.

Du ziehst also dein eigenes Ding durch?

Allerdings! Und das Tolle ­daran: Die Leute respektieren, was ich mache.

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10 2016 The Red Bulletin

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