Michael Strasser in Äthiopien

Michael Strassers Blog -
Quer durch Afrika und du bist mit dabei

Fotos: Cairo2Cape/Wisser

Triathlet Michael Strasser hat sich ein Ziel gesetzt: 11.500 Kilometer mit dem Rad von der Nordküste Afrikas bis zum Kap der Guten Hoffnung - „Cairo2Cape“ eben. Wie es ihm auf der Tour, die er in weniger als 40 Tagen bewältigen will, ergeht, verrät er in seinem exklusiven Blog.
Michael Strasser
Michael Strasser, 32, Triathlet und Abenteurer

Tag 21 - Meine armen Bikes

Ich habe es verschrien mit dem Regen. Heute, am 21. Tag, war Gewitter am Tagesprogramm. Vor allem die Nacht war nicht gerade ein Honigschlecken. Schlaflos im nirgendwo in Tansania im Auto aufgrund des Dauerregens. Die Situation war angespannt, vor allem haben Inge und ich einen großen Sturschädel.

Meine liebe Ärztin bremst mich gerne, wenn ich mich von der Kilometerdistanz übernehmen möchte. Aber wir boxen uns schon durch. Ihr müsst bedenken, dass wir seit mehr als 20 Tagen auf engstem Raum zusammenleben. Soviel Professionalität haben wir jedoch, dass wir auf keinen Fall das Projekt gefährden. Am Ende des Tages ist alles vergessen und wir können darüber lachen.

Die vielen Bodenwellen sind nicht gerade förderlich für meine wichtigsten Wegbegleiter.
Über meine Fahrräder
Michael Strasser und Inge

Inge und ich sind zwei Sturschädel, haben aber beide das gleiche Interesse: Radfahren.

Nach 3 Wochen und mehr als 6.000 Kilometern quer durch 5 Länder zeigen meine Bikes erste Anzeichen von Abnützung. Die vielen Bodenwellen sind nicht gerade förderlich für meine wichtigsten Wegbegleiter.

Heute mussten wir aufgrund des Unwetters einen Umweg von 150 Kilometern machen. Leere Kilometer für (fast) nichts. Zumindest erlebten wir eine wunderschöne Steinbrockenlandschaft.

Schlussendlich legten wir 277 Kilometer zurück, nicht nur Richtung Süden nach Kapstadt, sondern auch in den Osten bzw. Westen Afrikas. Wir übernachteten 120 Kilometer vor Dodoma, der Hauptstadt Tansanias. Ich hoffe, morgen geht es wieder bergauf. Drückt uns die Daumen! 


Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael! 

Tag 20 – Abkühlung von oben

Und täglich grüßt das Murmeltier, am Donnerstag war wieder Abfahrt um 6 Uhr früh. Ein Tag mit einem Grenzübergang. Diesmal ging’s uns wieder besser mit der Wartezeit. Sehr freundlich und nur ein kurzes Durchchecken in Namanga, der Stadt, die sich über zwei Länder streckt. Somit holten wir wichtige Zeit für den Weltrekord auf. Derzeit sind es wieder zwei Tage Vorsprung.

Ich bin echt gut unterwegs, mittlerweile sind 5.800 Kilometer abgespult. Aber der Süden Afrikas hat seine Tücken, denn die Weltrekordhalter legten gegen Ende hin eine Fabelzeit hin. Deshalb wird es für mich ein bisschen ungemütlicher. Längeres Fahren am Tag bei Sonne und ein paar Stunden bei Dunkelheit werden notwendig sein. Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann ein bisschen Rückenwind. Ich bin ja auch alleine auf der Straße unterwegs. 

Heute übernachteten wir wieder im Auto, das angefahrene Hotel hatte kein Zimmer mehr frei. Wir durften zumindest duschen, das WLAN benützen und konnten noch abendessen. Untertags hatten wir übrigens mal keine Bohnen und keinen Reis, sondern frisch gebackenes Sauerteigbrot und als 2. Portion gekochte Nudeln mit Sauce.  

Michael Strasser - Sauerteigbrot

Da strahle ich übers ganze Gesicht, weil ich frisches Sauerteigbrot bekommen hatte. 

Tagsüber konnte ich wieder meine Stärke am Rad beweisen. 354 Kilometer und 3.000 Höhenmeter waren es am Ende des Tages. Tansania ist ein traumhaftes schönes Land, sehr viel Natur und ein paar Wildtiere waren auch schon dabei. Hippos, Zebras und Hyänen waren unsere Weggefährten. Doch Nilpferden sollte man nicht zu nahe kommen, sind die Tiere doch für die meisten Autounfälle in Afrika verantwortlich.

Der unberührte Kontinent ist immer wieder von Dürreperioden geplagt. Das konnten wir selbst bereits erleben, in manchen Gebieten ist es extrem trocken. Ganze 15 Minuten regnete es, doch dann war der Spuk schon wieder vorbei. Dafür bemerkten wir so, dass unser Auto ein bisschen undicht ist. Denn in der Nacht war es wieder regnerisch und beim Aufwachen freitagfrüh waren wir nass. Das steckten wir locker weg. Wir sind ja nicht aus Zucker.
 

Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael!

„Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann ein bisschen Rückenwind. Ich bin ja auch alleine auf der Straße unterwegs.“
Über mögliche Hilfe der Natur
Michael Strasser - Nudeln

Mahlzeit! Chris machte wieder hervorragende Nudeln im Auto für uns.

Tag 19 – Heimatgefühl: Zwischen Mühl- und Waldviertel

Endlich war es soweit – wir haben den Äquator überquert! Cooles Gefühl, jetzt sind wir auf der anderen Seite der Erde angelangt. Die Etappe heute Mittwoch verlief auch echt gut. 344 Kilometer auf einem Stück, ohne Pausen und von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.

Habt ihr schon mal die Sonne beobachtet, wie sie im Laufe eines Tages weiter wandert. Ich habe ja täglich dafür Zeit, mich ein bisschen abzulenken. Bald kann ich die Uhrzeit auf die Minute genau anhand der Sonneneinstrahlung voraussagen.

Apropos Sonne: Langsam gewöhne ich mich an die beißenden Strahlen der Sonne, aber sich davor zu schützen, ist oft vergebens. Leider habe ich schon den einen oder anderen „schönen“ Sonnenbrand als Souvenir von den bereits durchfahrenen Ländern mitgenommen. Doch auch das wird mich nicht von meinem Ziel abbringen, den Weltrekord nach Österreich zu holen! 

Das Tolle daran, ihr könnt Teil des Weltrekords werden. Mit gekauften Rennabschnitten könnt ihr hautnah dabei sein. Sobald ich diesen Abschnitt erreiche, werdet ihr per SMS oder E-Mail benachrichtigt. Sogar ein eigener Name für die Strecke ist möglich. Natürlich kommen 100 % der Einnahmen dem Verein Racing4Charity zugute. Schaut mal auf der Cairo2Cape-Website vorbei, welche Streckenabschnitte noch frei sind. 

Michael Strasser am Äquator

Eine Minute haben wir uns genehmigt, ein Bild am Äquator zu machen. Beeindruckend!

Zurück zum Tagesgeschehen: Bei Tagesanbruch starteten wir los und konnten den Mount Kenia in seiner vollen Pracht bestaunen. Die Landschaft hier in Kenia ist einfach atemberaubend. Lustig, dass es sich hier wie in meiner geliebten Heimat anfühlt. Es sieht so aus, als wäre ich zwischen dem Waldviertel und dem Mühlviertel. „Klein-Österreich“ gibt es also auch in Afrika.

Ich fühle mich sicher, obwohl ich am Anfang dieses Abenteuers vor Kenia am meisten Angst hatte. Bei meinen Recherchearbeiten ging immer wieder hervor, dass die Kenianer aufdringlich seien und Korruption bei Behörden vorherrschend wäre. Doch ich merke hier nichts davon. Sobald die Einwohner mich mit meinem Fahrrad sehen, freuen sie sich und reagieren sehr positiv und hilfsbereit auf mich. Der Sport spielt in diesem Land eine große Rolle, höchstwahrscheinlich wegen den schnellsten Menschen der Welt, den Marathonstars aus Kenia. 

Einmal gab es jedoch eine Situation, die wir geschickt lösen konnten. Ein Polizist forderte eine kleine Entschädigung, damit wir von einem Checkpoint schnell weiterfahren durften. Statt Geld bekam er zwei Packungen Mannerschnitten. Puh, das war eine gute Entscheidung von ihm. Da hatten wir noch einmal Glück!

Es sieht so aus, als wäre ich zwischen dem Waldviertel und dem Mühlviertel. „Klein-Österreich“ gibt es also auch in Afrika.
Über die Verwechslungsgefahr
Michael Strasser in Kenia

Schneller als ein LKW mit Personen am Hänger. Meine Ausdauerwerte dürften stimmen.

Am Mittwoch übernachteten wir in Kajiado in einem arabischen Gästehaus, 100 Kilometer von Nairobi entfernt. Dort, in der Hauptstadt Kenias, hatten wir eine Einladung vom österreichischen Botschafter. Doch zeitlich war der Termin ganz schlecht, wir mussten passen, die Weltrekordzeit lässt kaum Freizeitaktivitäten zu. Abends gab’s in einem dubiosen Fast-Food-Lokal nur einen schnellen Snack.

Das Team gibt mir Halt und achtet sehr auf mich. Ich fühle mich gut aufgehoben und bin froh, Inge und Chris als Unterstützung dabei zu haben. Aber auch die Unterstützung von euch allen hilft mehr sehr, ich schöpfe viel Kraft daraus. Danke allen da draußen, die mir auf meinem Weg folgen, für eure motivierenden Worte!

 

Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael!

Michael Strasser vor dem Mount Kenia

Toller Anblick, hinter mir der Mount Kenia

TAG 18 – Steigende Anspannung, schwindender Vorsprung

Die hitzigen Temperaturen, die glühende Sonne und der starke Gegen- und Seitenwind machen den Ausbau des Vorsprunges zum derzeitigen Weltrekord schwieriger. Nur 255 Kilometer konnte ich dienstags am 18. Tag zurücklegen. Ich bin nicht in schlechter Verfassung, nein, sondern Kenia ist abends einfach zu gefährlich. Deshalb habe ich nur 10 Stunden zur Verfügung, in denen ich in die Pedale drücken kann. Das Zeitfenster ist im Norden Kenias begrenzt und das Weiterfahren in der Dunkelheit wäre nur mit Militäreskorte möglich. Mein Tagespensum davor: 14-16 Stunden am Rad. Genau die Zeit geht mir ab. 

Die Anspannung macht sich bei mir und auch im Team immer mehr bemerkbar. Doch wir halten zusammen. 

Michael Strasser - Schild Wildwechsel

Langsam fahren, denn mit Elefanten, Antilopen & Co. ist ein Zusammenstoß nicht ratsam.

Obwohl ich Inge und Chris erst seit ein paar Wochen so richtig kenne, haben wir das Gefühl, es wäre schon eine ewige Freundschaft. Mittlerweile verstehen wir uns (fast) blind, wir wissen, wie wir den einen aufmuntern müssen, wenn es ihm schlecht geht oder meine Betreuer finden die richtigen Worte, wenn Gegenwind und Hitze gerade Oberhand gegen meine Psyche gewinnen wollen. Wir wachsen richtig zusammen. Gemeinsam sind wir stark und können den Weltrekord nach Österreich holen.

Wir übernachteten in Isiolo, ein paar Kilometer vor dem Mount Kenia. Im Hotel am Abend angekommen, esse ich oft zwei bis drei Portionen, um meinen „Bärenhunger“ zu stillen. Das tut uns gut und gibt Kraft. Für uns bleibt auch Zeit, ein bisschen über Erlebtes zu quatschen und wenn wir Internet haben, denken wir natürlich an zuhause und checken unsere Facebook-Accounts. Wir versuchen die Zeit, die wir jetzt kürzer fahren, zum Schlafen und zur Erholung zu nützen. Schließlich wartet noch ein langer Süden Afrikas auf mich. 

Wir wachsen richtig zusammen. Gemeinsam sind wir stark und können den Weltrekord nach Österreich holen.
Über den Teamspirit
Michael Strasser trägt sein Rad

Gut, dass mein Rad so leicht ist, denn zuletzt musste ich es öfters vom heißen Asphalt wegtragen.

Teilweise muss ich mein Fahrrad tragen, da die Straße noch so neu ist oder der Asphalt einfach nicht trocknen will, sodass meine Reifen kleben bleiben. Jetzt könnt ihr ein bisschen miterleben, wie heiß es in Afrika wirklich ist. Der Ausweg: ich muss auf den sandigen Untergrund ausweichen und hoffen, dass die Kette von meinen Cannondale-Bikes nichts abbekommen hat. Wie ihr seht, wird mir nicht langweilig. Es wäre nicht Afrika, wenn alles wie „geschmiert“ laufen würde.
 

Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael!

Tag 17 – Vom Winde verweht

Leute, wie die Zeit vergeht, wir sind gut in unserem vierten Land, in Kenia, angekommen und hatten am Montag unsere erste Etappe. Dort, wo (fast) alle Weltmeister und Olympiasieger des Marathons geboren werden, möchte ich die Basis für den Weltrekord im Radfahren weiter legen.

Eigentlich ist es verrückt, dort zu laufen, zu radeln ja auch, denn die Hitze gepaart mit Sturm erreicht dort ihren Höhepunkt. Kennt ihr das Gefühl, beim Neusiedler See zu radeln und es geht den ganzen Tag der Wind, besser gesagt der Sturm? In Kenia ist es noch schlimmer. Es gibt eigene Warnschilder mit Vorsicht „cross winds“, übersetzt Seitenwind.

Cross Winds Sign

 Du kämpfst nicht nur gegen die Hitze, sondern jetzt auch noch gegen einen Gegner an deiner Seite, den Wind von rechts oder links. Gefährlich wird’s, wenn sogenannte Windrosen neben dir entstehen und der Sand durch die Gegend gewirbelt wird. Davon blieb ich nicht verschont. Man kann sagen, vom Hochland in die Sandwüste. An ein Brilleputzen im Stehen war nicht zu denken.

Heute war die gefährlichste Etappe, vor der wir von mehreren Seiten gehört haben, ein Stoppen des Autos könne zu riskanten Situationen führen. Also war für meine Crew Kochen während des Fahrens angesagt. Inge machte mir einen Kaffee, während Chris am Steuer hinter mir her düste. Keine leichte Angelegenheit, musste sie beim Kochen doch mit heißem Wasser hantieren. 

Zusammengefasst, drei Worte für Kenia: heiß, windig und karg. Bis jetzt, denn morgen Dienstag warten wieder 1.500 Höhenmeter auf mich. Das Bergmassiv Mount Kenia steht im Weg zum Weltrekord. Aber mit den Bergetappen in Äthiopien bin ich ja schon richtig eingefahren …

„Es gibt eigene Warnschilder mit Vorsicht ‚cross winds‘.“
Über die Stürme in Kenia
Michael Strasser - Inge beim Kochen

Meine Betreuerin Inge kocht Kaffee, während Chris am Steuer sitzt und ich vor ihnen im Sattel hänge.

Tag 17 ist beendet, bald ist die Hälfte vorbei, hoffentlich, denn mein Ziel, unter 38 Tagen von Alexandria bis ans Kap der guten Hoffnung zu radeln, ist hochgesteckt. Die Jungs, die den Weltrekord zu fünft aufgestellt haben, hatten ein schnelles Tempo und ich bin alleine. Ja, aber wie ihr seht, bin ich schnell genug, dass ich unter dem aktuellen Weltrekord liege. Verrückt, aber das macht mich ein bisschen stolz.

Es gibt es öfters Momente, da denke ich mir, warum mache ich das überhaupt? Die Leidenschaft nach Sport und das Verlangen nach noch Unerreichbarem sind Gründe genug. Vor Projektstart, Monate davor, konnte ich die Dimension keineswegs so abschätzen, wie es jetzt ist. Es macht mir echt Spaß, jeden einzelnen Beitrag, jeden Kommentar und jede Nachricht von euch zu lesen, denn genau eure Worte pushen mich weiterhin, täglich unzählige Stunden am Rad zu sitzen sowie jeden Tag wieder um 6 Uhr in der Früh aufzustehen und auf Anschlag gegen die Uhr anzutreten. 

Michael Strasser - Sandsturm

Ein beeindruckendes Naturschauspiel, wenn neben dir Windrosen bzw. Sandstürme entstehen und dich teilweise treffen.

Am Dienstag fahren wir wahrscheinlich über den Äquator, spannende Sache. Meine beiden Fotografen Inge und Chris werden uns alle mit spektakulären Bildern, wie schon die letzten Tage versorgen. Ach ja, bevor ich’s vergesse, heute legten wir 243 Kilometer zurück, trotz Sturm, Hitze und Problemen beim Grenzübergang. Wir sind gut in Marsabit vor Sonnenuntergang angekommen, morgen peilen wir an, die Stadt Naro Moru im Landesinneren zu erreichen.
 

Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael!

Tag 16 – Burger voller Energie

Nachträglich alles Gute zum Valentinstag allen meinen Unterstützerinnen, ich habe nicht auf euch vergessen. Wir haben am 14. Februar nicht pausiert, sondern kamen dem Weltrekord wieder ein gutes Stück näher. 300 Kilometer waren es und wir hatten sogar noch ein bisschen Zeit für einen ruhigeren Abend.

Kurz nach Sonnenuntergang kamen wir im Hotel, wo Inge und Chris schliefen, an der Grenze zu Äthiopien in Kenia an. Dort gönnten wir uns mal ein gutes Essen, abseits von Reis mit Salz und Ketchup oder Nudeln mit Kidneybohnen und Mayo: einen richtig großen Burger mit Tomaten-Eier-Salat. Wow, war das lecker! Zuerst hatten wir starke Bedenken, ob das unsere Gesundheit vielleicht angreifen könnte, aber nein, wir brauchten einen kleinen Kick und fühlten uns danach gut. Das brachte mir viel Energie.

Nudeln mit Kidneybohnen und Majo

Nudeln mit Kidneybohnen und Mayo machen nicht immer Freude.

 Ihr fragt euch wahrscheinlich, wie viel Wasser ich täglich zu mir nehme, denn bei körperlicher Anstrengung bzw. bei hohen Temperaturen darf die ständige Wasserzufuhr nicht zu gering ausfallen.

Mehr als fünf Liter Wasser trinke ich täglich, in Äthiopien waren es mehr, da die Anstrengung aufgrund der vielen Höhenmeter noch intensiver war. Dazu kommen noch ein paar Dosen Red Bull am Tag.

Inge und Chris achten auch auf ihren Wasserhaushalt und kommen so auf vier Liter. Fürs Kochen und Abwaschen brauchen wir auch pro Tag 10-15 Liter. Wenn wir dann drei bis vier Tage keine Möglichkeit zum Kaufen von neuen Wasser haben, könnt ihr euch ausrechnen, wie viel wir täglich im Auto mithaben.

Täglich haben wir auch mit den Straßen zu kämpfen, heute war es vom Straßenbelag her zum Glück ein bisschen besser. Die letzten 20 Kilometer musste ich öfters ins Feld ausweichen, aber trotzdem sind wir gut in Moyale auf äthiopischer Seite angekommen.

Zuerst hatten wir starke Bedenken, ob das unsere Gesundheit vielleicht angreifen könnte, aber nein, wir brauchten einen kleinen Kick und fühlten uns danach gut.
Über den Genuss eines Burgers

Montags, am 17. Tag müssen wir in Kenia unbedingt in Marsabit, einer größeren Stadt, ankommen, da es dort sicher für uns ist. Laut der österreichischen Botschaft in Kenia gab es auch in letzter Zeit keine Vorfälle, wir hoffen wir kommen sicher durch den Norden unseres nächsten Landes.
 

Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael!

TAG 15 - Abnehmen leicht gemacht, aber nicht gewollt!

Der Schlafmangel macht nicht nur mir zu schaffen, sondern auch meinen beiden Crew-Leuten. Jeder Tag beginnt für Inge und Chris um 5:30 Uhr morgens, ich stehe um 6 Uhr auf.  Kurz vor Sonnenaufgang starten wir in die nächste Etappe unseres Abenteuers. Meine beiden Crewmitglieder wechseln sich mit dem Fahren ab, sodass immer einer der beiden schlafen kann, um den Energiehaushalt aufzufüllen. Wobei auch viel Arbeit auf sie wartet.

Während ich mit dem Rad fahre, müssen Inge und Chris das Roadbook lesen, Essen für mich kochen und mir immer wieder Drinks und Müsliriegel vom Auto aus reichen.  Die beiden kommen neben mir, also auch ganz schön ins Schwitzen, nicht nur weil es untertags um die 47 Grad Celsius hat. 

Der Samstag hatte es aufgrund der Bodenbeschaffung in sich. Mit dem Rennrad gestartet, musste ich rasch aufs Mountainbike umsteigen, denn ich fuhr mehr als 150 Kilometer auf Schotterstraßen. Am Ende des Tages duschte ich ein paar Kilo Staub hinunter, das ging an die Substanz mit meiner Atmung.

Michael Strasser dreckig

Nicht braun gebrannt, sondern schwarz angestaubt.

198 Kilometer, die es am Ende des Tages wurden, klingen zwar wenig, aber die Straßen waren ja alles andere als gut. Zudem hatten wir ein paar Orientierungsprobleme beim Fahren, wir verpassten uns zweimal. Dank meiner Crew zuhause, fanden wir uns mit GPS wieder. Doch alleine in Äthiopien zu fahren, ist nichts für schwache Nerven. Eine achtköpfige Motorradgang umringte mich heute, mit ein bisschen Diskutieren wurde die Situation bereinigt. Ich möchte gar nicht daran denken, wenn das anders ausgeht.

Sobald die Sonne die Bildfläche verlässt wird es schnell kühl und meine Kollegen müssen in einer Unterkunft einkehren, dies macht unser Zeitfenster für sportliche Höchstleistungen relativ kurz. Ich trotze den Temperaturen und übernachte im Auto.

Jeder Tag zehrt sehr an meinen physischen und psychischen Kräften. Meine Oberschenkel werden immer dünner, obwohl ich so viel esse, wie noch nie in meinem ganzen Leben. Durch den hohen Kalorienverbrauch schwinden auch meine letzten Fettdepots, was sicher viele freuen würde, nur mich leider überhaupt nicht. 

Durch den hohen Kalorienverbrauch schwinden auch meine letzten Fettdepots, was sicher viele freuen würde, nur mich leider überhaupt nicht.
Über den Energieverbrauch
Michael Strasser - Schotterstraße

Die Schotterstraßen machten ein schnelles Vorankommen unmöglich.

Die Gesundheit spielt auch während unseres Abenteuers eine große Rolle. Um der Krankheit Malaria vorzubeugen, nehmen wir seit acht Tagen Prophylaxe-Tabletten, die uns leider sehr auf den Magen schlagen. Höchstwahrscheinlich ein Mitgrund für meinen Zusammenbruch vor einer Woche.

Erfreuliche Neuigkeiten gibt es natürlich auch noch. In einem Tag werden wir die kenianische Grenze erreichen. Dort wartet ein 1800 Meter hoher Berg auf mich, der Mount Kenia. Mein Ziel ist es, das Land in drei Tagen durchquert zu haben.
 

Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael!

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02 2016 Redbulletin.com

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