Michael Strasser: Die kommenden Ziele des Extrem-Radfahrers

Afrika, und dann?
Michael Strassers Leben nach dem Rekord

Interview: Werner Jessner
Foto: Craig Kolesky / Red Bull Content Pool

Im Frühjahr 2016 fuhr Extrem-Radfahrer Michael Strasser in knapp 34 Tagen alleine von Kairo nach Kapstadt und stellte damit einen Rekord auf. Wie er die Monate nach seiner Afrika-Durchquerung erlebt hat – und was er für die Zukunft plant, verrät er im Interview:

THE RED BULLETIN: Nachdem du Kapstadt nach 34 Tagen, 11 Stunden und 10 Minuten erreicht hattest, hast du das Bike vermutlich ins Eck gepfeffert und nicht mehr angeschaut – korrekt?

MICHAEL STRASSER: Am ersten Tag bin ich tatsächlich nicht gefahren. Am zweiten war ich ein paar Stunden Mountainbiken – es war die Zeit vor dem berühmten Cape Epic, und die Chance mit den Jungs zu fahren wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Dir ging es also körperlich gut?

Die ersten Wochen waren wie auf Wolken. 

Und dann?

Dann bin ich wochenlang in ein Loch gefallen. Ich hatte körperliche Probleme, habe die Wohnung kaum verlassen und manchmal 20 Stunden durchgeschlafen.

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Es gab das Gerücht, dass du das 24-Stunden-Downhillrennen am Semmering bestreiten wolltest – so gar nicht deine Disziplin.

Wollte ich auch. Genau wie ich meinen Titel beim Austria Extreme Triathlon verteidigen wollte. Aber der Akku war leer. Ich bin bei der Hälfte des Rennens ausgestiegen und habe auch auf den Semmering verzichtet.

Was hast du also gemacht?

Ich habe mein Buch „Cairo 2 Cape“ geschrieben und im Zuge dessen mein Afrika-Abenteuer nochmal durchdenken und verdauen müssen. Das war eine gute Therapie und ich bin draufgekommen, wie viel Glück ich hatte. Fotos der Schlangen, die wir am Wegesrand getroffen haben, habe ich an Experten im Haus des Meeres geschickt. Die waren einigermaßen blass um die Nase, das hat man sogar im Mail gespürt.

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Die ersten Wochen waren wie auf Wolken, dann bin ich in ein Loch gefallen.
Michael Strasser, Extrem-Radfahrer

Was machst du jetzt?

Medienarbeit. 20 Vorträge habe ich bereits gehalten, sie waren durchgehend ausverkauft. Jetzt folgt eine zweite Staffel. Mein Buch ist auch beinahe ausverkauft. Ich bin in TV-Sendern aufgetreten und habe Interviews gegeben. Daneben arbeite ich an einem Film meines Afrika-Abenteuers. In Summe anstrengend, aber ich wollte es ja so. 

Michael Strasser: Cairo2Cape

Die Zeit in Afrika war nicht immer einfach, die Zeit danach ebenso wenig.

© Cairo2Cape/Wisser

Macht körperliches Training inzwischen wieder Spaß?

Ich arbeite daran. Doch, ja, es beginnt gerade wieder Spaß zu machen.

Langzeitschäden?

Seit neun Monaten gehe ich zwei Mal pro Woche zur Physiotherapie, um meine entzündeten Sprunggelenke in den Griff zu bekommen. Bis sie im Originalzustand sind, wird es aber noch ein paar Monate dauern.

Würdest du es noch einmal machen?

Fix ja! Die Erlebnisse in Afrika haben mich geprägt. Mich bringt jetzt nichts mehr aus der Ruhe.

Hast du schon konkrete Pläne für die Zukunft?

2017 möchte ich drei Alpin-Ironmen bestreiten: in Österreich, Italien und Tschechien. Für 2018 haben andere Fahrer angekündigt, meinen Afrika-Rekord angreifen zu wollen. Ich habe nicht vor, ihn zu verteidigen. Mir schwebt ein neues Großprojekt in einer anderen, wunderschönen Weltregion vor. Aber noch ist es zu früh, um über ungelegte Eier zu gackern.

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10 2016 The Red Bulletin

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