NBA-Star Stephen Currys unglaubliches Training

Die modernen Trainingsmethoden von NBA-Star Stephen Curry

Foto: facebook.com/StephenCurryOfficial

Als zweifacher MVP und einer der weltbesten Dreierschützen hat Steph Curry sich schon jetzt einen Legendenstatus in der NBA gesichert. Das Geheimnis seines Erfolges besteht aber aus mehr als nur den Stunden auf dem Court.

Ohne Frage ist Wardell Stephen „Steph“ Curry II auf etlichen Ebenen einer der besten NBA-Spieler aller Zeiten. In seiner bis dato acht Jahre andauernden Karriere hat er die Golden State Warriors aus den Niederungen der Tabelle zur Meisterschaft 2015 geführt. Im selben Jahr erhielt er den Titel des „Most Valuable Player“ (MVP).

2016 wurde Curry – erstmals in der Geschichte der Liga – einstimmig zum MVP gewählt. Im März warf er sich in die Top Ten der besten Dreipunkteschützen aller Zeiten in der NBA. Mit gerade einmal 28 Jahren.

Steph Curry ist zweifelsohne ein außerordentlich talentierter Sportler. Autor Brandon Sneed zeigt in seinem neuen Buch „Head in the Game: The Mental Engineering of the World’s Greatest Athletes“, wie der Ausnahme-Basketballer dieses Talent perfektioniert hat. Und zwar durch unkonventionelle Trainingstechniken, die sich auf den wichtigsten „Muskel“ im menschlichen Körper konzentrieren: den Verstand. 

Wenn du also auch jeden Wurf von „Downtown“ versenken willst, solltest du weiterlesen.

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Stroboskop-Brille

Der Mann, der Curry laut Sneed zu diesem Topspieler geformt hat, ist Trainer Brandon Payne vom Basketball-Trainingscenter Accelerate Basketball. Payne fand in Curry 2011 den perfekten Schüler – aufgrund seiner Bereitschaft, zu experimentieren und neue Trainingsmethoden auszuprobieren. Teil einer der ersten dieser neuen Methoden war die Eclipse-Brille der Firma Sensory Performance Technology. Diese wurde entwickelt, um die Gehirnfunktionen durch Stresstraining zu verbessern und dadurch eine bessere Spielübersicht zu bekommen.

Die Brillengläser arbeiten mit einem Stroboskopeffekt, der in regelmäßigen Abständen die Sicht des Trägers für den Bruchteil einer Sekunde behindert. Curry trägt sie in verschiedenen Serien von Dribbling- und Passübungen. Er musste zum Beispiel mit einer Hand einen Basketball dribbeln, während er in der anderen einen Tennisball warf und fing.

In der Theorie wird das Gehirn nach dieser Methode dazu gezwungen, effektiver zu arbeiten, weil es vom Auge weniger Informationen erhält. 

© youtube // jemsdaily

FITLIGHT

Eine andere Übungsreihe, die Payne für Curry kreiert hat, bezieht das Fitlight-System ein. Es besteht aus mehreren tellergroßen Scheiben, die an Stangen, Wänden oder auf dem Boden platziert werden können. Sie leuchten in zufälligen Intervallen auf, um die Geschwindigkeit, Reaktionszeit, Beweglichkeit und Koordination eines Athleten zu testen und zu verbessern.

Sie passen perfekt zu Paynes Absicht, die „neurokognitive Effizienz“ eines Spielers zu steigern; also das Gehirn dazu zu bringen, anhand der Informationen, die von den Augen geliefert werden, schneller bessere Entscheidungen zu treffen.

Payne platziert die Fitlights an unterschiedlichen Stellen des Platzes und benutzt eine Fernbedienung, um sie auszulösen. Curry muss unterschiedliche Bewegungen ausführen und gewisse Würfe nehmen, je nachdem, welche Farben er aufleuchten sieht.

Die sensorische Überlastung, die dadurch entsteht, schafft eine gewollte Stresssituation für das Gehirn und zwingt Curry zu schnellen Entscheidungen – die perfekte Übung, um im entscheidenden Sekundenbruchteil während eines Spiels herauszuragen.

Auch sein Bruder Seth von den Dallas Mavericks arbeitet mittlerweile mit dieser Methode:

Seth Curry is putting in work for @dallasmavs @mavsnation @sdotcurry #sethcurry #mavs

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Floating-Anlage

Um nach der geistigen Beanspruchung durch Paynes Training einen klaren Kopf zu bekommen, verbringt Steph Curry Zeit in einem Floating-Tank – einem geschlossener Behälter, der mit körperwarmem Wasser gefüllt ist.

Das Wasser hat einen hohen Bittersalzgehalt, wodurch der Körper auf der Wasseroberfläche treibt, ohne den Boden der Wanne zu berühren. Wird die Öffnung der Kammer geschlossen, befindet sich die Person im Inneren in kompletter Dunkelheit und Stille, von allen körperlichen Empfindungen befreit und nur in Gesellschaft der eigenen Gedanken.

Das Salzwasser hilft den schmerzenden Muskeln, die Schwerelosigkeit entspannt die Wirbelsäule. Am meisten profitiert aber auch hier das Gehirn. Steph Curry sagt, dass die Kammer ihm dabei hilft, „den Reizen und Anforderungen des Lebens zu entkommen“.

Laut Forschern sollen Erfahrungen in einem Floating-Tank angeblich dem meditativen Höchstzustand eines Meditationsexperten nahekommen.

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03 2017 The Red Bulletin

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