Baume & Mercier „Clifton Ewiger Kalender"

Ewig währt weiterhin am längsten:
Baume & Mercier Clifton Ewiger Kalender

Text: Gisbert L. Brunner
Fotos: Baume & Mercier

Gisbert L. Brunner

Gisbert L. Brunner schreibt seit 1981 über Armbanduhren. Von ihm stammen mehr als 20 Bücher zu diesem Thema.

Eine Armbanduhr mit ewigem Kalender gab es bislang noch nicht in der Baume & Mercier-Kollektion. Diese Lücke schließt CEO Alain Zimmermann nun durch ein weiteres Highlight in der nostalgisch angehauchten Clifton-Kollektion. Auf die limitierten Clifton-Modelle mit „fliegendem“ Tourbillon sowie Fünf-Minuten-Repetition folgt nun die Clifton mit einem ewigen Kalendarium, das - rein theoretisch versteht sich - bis Ende Februar 2100 keiner manuellen Korrektur bedarf.

Es folgt damit den Vorgaben des Julianischen Kalenders. In Sachen Gregorianischer Kalenderreform von 1582 muss sie indessen passen. Will heißen, der 2100 eigentlich zu eliminierende Schalttag bleibt getreu dem üblichen 4-Jahres-Zyklus erhalten. Aber das sollte die derzeit lebenden Generationen herzlich wenig berühren. 

Nachdem Baume & Mercier nicht für sich in Anspruch nimmt, eine Uhrenmanufaktur mit eigenen mechanischen Werken zu sein, setzt sich das Innenleben der 4 Millimeter großen Rotgold-Armbanduhr mit Sichtboden aus zwei Ebenen unterschiedlicher Provenienz zusammen:

2,6 Millimeter flache Mikrorotor-Automatik, Kaliber 5401, von Vaucher, einem Mitglied der Parmigiani-Gruppe. Ihr Gangregler vollzieht stündlich 21.600 Halbschwingungen, was einer Frequenz von drei Hertz entspricht. Nach Vollaufzug beträgt die Gangautonomie rund 48 Stunden.

Baume & Mercier „Clifton Ewiger Kalender"

Das wirklich Komplizierte, nämlich die Kalender-Kadratur versteckt sich diskret unter dem Zifferblatt. Nicht weil Baume & Mercier etwas zu verbergen hat, sondern weil die Anzeigen von Datum, Wochentag, Monat, Schaltjahreszyklus und Mondphasen (Fehler ein Tag alle drei Jahre) aus technischen Gründen danach verlangen.

Lieferant der kalendarischen Mechanik ist ein langjährig erfahrener Spezialist aus dem abgelegenen Vallée de Joux, ca. 50 Kilometer entfernt von Genf. Das vom Automatikwerk angesteuerte und, obwohl Mann es wohl nie zu Gesicht bekommt, sorgfältig finissierte Kalender-Modul trägt die Bezeichnung 5100.

Baume & Mercier „Clifton Ewiger Kalender"

Am Handgelenk trägt das Goldstück gerade einmal 11,2 Millimeter auf. Und das kann mit Fug und Recht als flach gelten. Durchaus moderat für eine massivgoldene Armbanduhr mit dieser Komplikation ist der Preis. Am Telefon ließ mich Alain Zimmermann wissen, dass er ihn nach Möglichkeit unter 20.000 Euro halten möchte. 

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10 2016 The Red Bulletin

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