Die besten Chronographen 2016

Chronographen Cuvée 2016

Text: Gisbert L. Brunner

Die ultimative Übersicht über die Chronographen-Highlights des Jahres. 1. Teil: 10 Modelle mit zugekauftem Uhrwerk.
Gisbert L. Brunner

Gisbert L. Brunner schreibt seit 1981 über Armbanduhren. Von ihm stammen mehr als 20 Bücher zu diesem Thema.

Zugegeben: Im Smartphone-Zeitalter benötigt Mann die Chronographenfunktion am Handgelenk eher selten. Selbst ich ertappe mich dabei, den Countdown beim Al-Dente-Kochen meiner Spaghetti dem Stopper meines iPhone zu überlassen. Der ist komfortabel, denn er erspart ständiges Schielen auf den Zählzeiger und gibt unüberhörbar Laut, wenn die voreingestellte Zeit verstrichen ist. Auf diese Weise kann ich mich ganz nebenbei problemlos anderen Dingen widmen.

Gleiches gilt, wenn ich zur Pattex-Tube greife. Die Erinnerung daran, dass die Phase des  achtminütigen Antrocknens vorüber ist und die beiden Teile zusammengeklebt werden können, überlasse ich bereitwillig meinem elektronischen Wegbegleiter. Das war‘s aber auch. Allen Segnungen moderner Elektronik zum Trotz ist mir der mechanische Chronograph am Handgelenk heilig.

Das akkurate Zusammenspiel dutzender Komponenten zum mehr oder minder präzisen, weil von der Unruhfrequenz abhängigen Erfassen von Zeitintervallen ist auch ein beeindruckendes. Insbesondere dann, wenn man das zeitschreibende Schaltwerk durch die Lupe beobachten kann. Leider ist das nicht bei allen Chronographen durchgängig möglich. Der grundsätzlichen Faszination tut das freilich keinen Abbruch.

Chronograph ist heutzutage keineswegs gleich Chronograph. Es lebe der kleine, mitunter jedoch entscheidende Unterschied. Die Steuerung der drei Funktionen Start, Stopp und Nullstellung kann - wie in guten alten Zeiten - einem Schaltrad oder – moderner - einer Kulisse obliegen.

Drei unterschiedliche Möglichkeiten gibt es zum Verbinden des Chronographen mit dem Uhrwerk: horizontale Räderkupplung, vertikale Reibungskupplung oder Schwingtrieb. Des Weiteren gibt es Chronographen mit integriert konstruierten oder modular zusammengefügten Kalibern. Schließlich besteht Wahlmöglichkeit zwischen Manufakturwerken und Zugekauftem (Etablissage) beispielsweise von Eta oder Sellita.

Nachfolgend habe ich 30 ausschließlich mechanische Chronographen des Jahres 2016, welche das breite Spektrum dieser Spezies Armbanduhr in beeindruckender Weise repräsentieren. Es sollte, meine ich, für jeden technischen oder ästhetischen Anspruch etwas dabei sein. 

Chronographen pur mit zugekauftem Uhrwerk
Baume & Mercier „Capeland Shelby Cobra 1963 Competition”

Baume & Mercier „Capeland Shelby Cobra 1963 Competition”

  • Uhrwerk: Kaliber Eta 7753, integrierte Konstruktion, Kulissenschaltung, Schwingtrieb, 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler
  • Aufzug: automatisch
  • Unruhfrequenz: vier Hertz
  • Gehäuse: Edelstahl mit schwarzer DLC-Beschichtung
  • Durchmesser: 44 Millimeter
  • Wasserdichte: fünf bar
  • Limitierung: keine
  • Preis: 4.400 Euro

Kommentar: Klassischer Chronograph, der an die legendären amerikanischen Rennboliden erinnert

Bulgari „Diagono Magnesium Chronograph“

Bulgari „Diagono Magnesium Chronograph“

  • Uhrwerk: Kaliber Eta 2892-2, modulare Konstruktion auf Basis Eta 2892-2, 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler
  • Aufzug: automatisch
  • Unruhfrequenz: vier Hertz
  • Gehäuse: Edelstahl mit Komposit-Mittelteil aus Magnesium und Polyetheretherketon (Peek) und kratzfester Keramiklünette 
  • Durchmesser: 42,5 Millimeter
  • Wasserdichte: zehn bar
  • Limitierung: keine
  • Preis: 4.950 Euro

Kommentar: ausdrucksstarkes Leichtgewicht am Handgelenk

Hamilton „Jazzmaster Face 2 Face II“

Hamilton „Jazzmaster Face 2 Face II“

  • Uhrwerk: Kaliber H-41, Basis Eta 7750, integrierte Konstruktion, Kulissenschaltung, Schwingtrieb, 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler, zusätzlicher Chronographenzeiger auf der Rückseite
  • Aufzug: automatisch
  • Unruhfrequenz: vier Hertz
  • Gehäuse: Edelstahl-Wendegehäuse
  • Durchmesser: 44 x 53 Millimeter
  • Wasserdichte: fünf bar
  • Limitierung: 1.999 Exemplare
  • Preis: 3.795 Euro

Kommentar: zeitschreibender Wende-Bolide in limitierter Edition

Hanhart „Pioneer MonoControl“

Hanhart „Pioneer MonoControl“

  • Uhrwerk: Kaliber  HAN3911, Basis Eta 7750, integrierte Konstruktion, Kulissenschaltung, Schwingtrieb, 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler, Ein-Drücker-Steuerung
  • Aufzug: automatisch
  • Unruhfrequenz: vier Hertz
  • Gehäuse: Edelstahl-Wendegehäuse
  • Durchmesser: 42 Millimeter
  • Wasserdichte: zehn bar
  • Limitierung: keine
  • Preis: 2.350 Euro

Kommentar: Die Erinnerung lebt, roter Drücker wie schon in den 1940er Jahren 

Erwin Sattler „Chronograph II Classica Secunda”

Erwin Sattler „Chronograph II Classica Secunda”

  • Uhrwerk: Kaliber La Joux-Perret 7772 (Eta 7753), integrierte Konstruktion, Kulissenschaltung, Schwingtrieb, 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler
  • Aufzug: automatisch
  • Unruhfrequenz: vier Hertz
  • Gehäuse: Edelstahl 
  • Durchmesser: 44 Millimeter
  • Wasserdichte: fünf bar
  • Limitierung: keine 
  • Preis: 6.900 Euro

Kommentar: Zeitschreibendes von der Münchner Großuhren-Manufaktur

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Junghans „Meister Driver Chronoscope”

Junghans „Meister Driver Chronoscope”

  • Uhrwerk: Kaliber Eta 2892-2, modulare Konstruktion auf Basis Eta 2892-2, 30-Minuten-Zähler
  • Aufzug: automatisch
  • Unruhfrequenz: vier Hertz
  • Gehäuse: Edelstahl 
  • Durchmesser: 41 Millimeter
  • Wasserdichte: drei bar
  • Limitierung: keine 
  • Preis: 1.990 Euro

Kommentar: preiswerter Retrolook der einstmals größten deutschen Uhrenmarke

Longines „Aviation Type A-7 1935”

Longines „Avigation Type A-7 1935”

  • Uhrwerk: Kaliber L788 (Basis Eta A09.L11 exklusiv für Longines entwickelt und gefertigt, integrierte Konstruktion, Schaltrad, Schwingtrieb, 30-Minuten- Zähler, Ein-Drücker-Steuerung 
  • Aufzug: automatisch
  • Unruhfrequenz: vier Hertz
  • Gehäuse: Edelstahl mit schwarzer DLC-Beschichtung
  • Durchmesser: 41 Millimeter
  • Wasserdichte: drei bar
  • Limitierung: keine 
  • Preis: 3.680 Euro

Kommentar: Die große zeitschreibende Vergangenheit von Longines lässt optisch grüßen

Oris „Williams Chronograph Carbon Fibre Extreme”

Oris „Williams Chronograph Carbon Fibre Extreme”

  • Uhrwerk: Kaliber Eta 7750, integrierte Konstruktion, Kulissenschaltung, Schwingtrieb, 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler
  • Aufzug: automatisch
  • Unruhfrequenz: vier Hertz
  • Gehäuse: Mittelteil Karbonfaser (patentiert), Lünette, Krone und Drücker Titan mit schwarzer DLC-Beschichtung
  • Durchmesser: 44 Millimeter
  • Wasserdichte: zehn bar
  • Limitierung: keine 
  • Preis: 3.950 Euro

Kommentar: Innovativer Chronograph zur Kooperation mit dem Williams-Formel-1-Team 

Porsche Design „Chronotimer All Black”

Porsche Design „Chronotimer All Black”

  • Uhrwerk: Kaliber Sellita SW 550 (Eta 7750-Klon), integrierte Konstruktion, Kulissenschaltung, Schwingtrieb, 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler
  • Aufzug: automatisch
  • Unruhfrequenz: vier Hertz
  • Gehäuse: Titan mit schwarzer Titankarbid-Beschichtung
  • Durchmesser: 42 Millimeter
  • Wasserdichte: zehn bar
  • Limitierung: keine 
  • Preis: 4.550 Euro

Kommentar: Funktionaler Stopper aus der Schule des verstorbenen Design-Papstes Ferdinand-Alexander Porsche 

Wempe „Zeitmeister Sport Taucher Chronograph DLC“

Wempe „Zeitmeister Sport Taucher Chronograph DLC“

  • Uhrwerk: Kaliber Eta 7750, integrierte Konstruktion, Kulissenschaltung, Schwingtrieb, 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler, exklusive Feinregulie
  • Aufzug: automatisch
  • Unruhfrequenz: vier Hertz
  • Gehäuse: Stahl mit schwarzer DLC-Beschichtung, Keramik Tauchzeit-Drehlünette in einer Richtung verstellbar
  • Durchmesser: 45 Millimeter
  • Wasserdichte: 30 bar
  • Limitierung: 100 Exemplare
  • Preis: 3.975 Euro

Kommentar: Tauch-Bolide „Made in Germany“ mit offiziellem deutschem Chronometerzertifikat 

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09 2016 The Red Bulletin

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