Die neue TAG Heuer Connected wurde präsentiert

Smarte Innovation:
Die neue TAG Heuer Connected

Text: Gisbert L. Brunner
Fotos: TAG Heuer

Die zweite Generation der Connected produziert TAG Heuer in der Schweiz und bietet damit die Qual der Wahl: moderne Elektronik mit Internetzugang oder klassische Mechanik?
Gisbert L. Brunner

Gisbert L. Brunner berichtet seit 1981 über Uhren und Zeitmessung

Den spontanen, selbst für Jean-Claude Biver einigermaßen erstaunlichen Erfolg der ersten, im November 2015 lancierten „Connected“ erklärt der TAG Heuer-CEO mit der ihm eigenen Klarheit: „in erster Linie handelte es sich um eine richtige Armbanduhr. Und das ist sie auch im Ruhezustand, denn ein schwarzes Loch war mit mir nicht zu machen. Deshalb sind zu jeder Tag- und Nachtzeit sowie in jeder Lebenslage Zeiger für Stunden, Minuten und Sekunden sichtbar.“

Uhrenkenner und -liebhaber, auch solche, die mit Smartwatches nichts am Hut haben, identifizieren das runde, 46 Millimeter große Titangehäuse mit einem Blick als echte Carrera. Für anhaltend ungetrübte Optik sorgt ein kratzfester Saphirglas-Touchscreen. Tief im Inneren, dafür zeichneten die Spezialisten von Intel verantwortlich, agiert ein ausgeklügelter Micro-Computer mit beachtlicher Rechenleistung. Den könnte man - passende Anschlüsse vorausgesetzt - auch mit konventioneller Tastatur und großem Monitor betreiben. 

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Nach dem Hochfahren mit deutlich sichtbarem TAG-Heuer-Logo stehen gleich mehrere Zifferblätter zur Verfügung. Je nach Lust und Laune zeigen sich drei Zeiger mit Datum, ein GMT-Display mit zusätzlichem 24-Stunden-Zeiger oder ein Chronograph im typischen Valjoux-7750-Look. Darüber hinaus gibt es beispielsweise von Cara Delevingne, David Guetta oder anderen Markenbotschaftern Gestaltetes. 

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Selbstverständlich lässt sich der optische Auftritt nach Belieben ändern. In einer zweiten Funktionen-Ebene finden sich spezielle, vom Smartphone unabhängige Zeitmess-Applikationen wie Stoppuhr, Timer oder Alarm. Danach folgen sensorgesteuerte „Komplikationen“ beispielsweise zur Schlafkontrolle, Geschwindigkeitsmessung sowie der Activity-Tracker „Google Fit“.

Das riesige Spektrum unterschiedlichster Apps wie Racechrono, Golfshot, Insiders oder Viewranger aus dem Google Play Store lässt sich bildschirmfüllend betreiben oder in Mini-Displays der „klassischen“ Zifferblätter darstellen. Präsenz zeigt auch die Deutsche Fußball-Bundesliga, der TAG Heuer als Sponsoring-Partner verbunden ist. Zum Verbinden mit dem Netz stehen gleich zwei Möglichkeiten zur Verfügung: direkt per Wifi oder Bluetooth zur Kommunikation mit Smartphones, Sensoren oder einer Soundbox. Das volle bidirektionale Leistungsspektrum bietet sich jedoch nur mit Android Wear. iOS-Nutzer müssen mit systembedingten Einschränkungen leben. So weit die erste Generation, welche zwar ausverkauft, aber keineswegs aus der Mode ist. 

Am 14. März 2017 geht die Nachfolgerin an den Start. Und zwar am malerisch gelegenen Vierwaldstätter See gegenüber jener Wiese, auf der gemäß dem Geschichtsschreiber Aegidius Tschudi am 8. November 1307 der berühmte Rütlischwur erfolgte. Aus ihm erwuchs die Schweizer Eidgenossenschaft. Die Wahl des Ortes kommt nicht von ungefähr. Jean-Claude Biver wird in Anwesenheit des Intel-Managers Joshua M. Walden und David Singleton aus dem Hause Google verkünden, dass die zweite „Connected“-Generation das Swiss Made tragen wird. Will heißen, die Fertigung - auch der Elektronik - erfolgt nachweislich in der Schweiz.

Im Gegensatz zu diesen eher unsichtbaren Werten blickt der Betrachter zunächst auf ein neues, hoch auflösendes AMOLED-Display. Die anfängliche Qual der Wahl erstreckt sich über 30 verschiedene Zifferblätter. Blackout: weiterhin Fehlanzeige. Das übrige Funktionenspektrum der „Connected“ bleibt nicht nur unangetastet, sondern wird durch eine integrierte GPS-Funktion sowie NFC (Near Field Communication) für unkompliziertes Zahlen beispielsweise via „Android Pay“ noch erweitert. Als Software ist die neueste Version von Android Wear aufgespielt.

TAG Heuer Connected

Der wahre Clou besteht im extrem breiten Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten der eigenen Armbanduhr. Generaldirektor Guy Sémon und sein Team haben ein geniales modulares Gehäusekonzept in die Realität umgesetzt.

Mit Verkaufsstart offeriert TAG Heuer nicht weniger als zehn verschiedene Standard-Varianten der neuen „Connected“. Langeweile am Handgelenk unterbinden gleich vier unterschiedliche Hörner, acht Kautschuk- und drei Lederbänder sowie zwei Bandschließen. Das ist freilich nur ein Teil der chronometrischen Vielfalt. Ist die verbundene Elektronik des Abends fehl am Platz: kein Problem. Bei Dinner, Party, Soirée oder Theaterbesuch kann Mann im Handumdrehen mit klassischer Mechanik glänzen. Ganz einfach die Hörner vom Elektronik-Container entfernen und an einem Titan-Modul mit tickendem Innenleben befestigen.

TAG Heuer bietet den Kunden je nach Lust, Laune und Geldbeutel folgende Alternativen: Schlichte Drei-Zeiger-Automatik mit Fensterdatum - Das hier verbaute „Calibre 5“ entspricht dem bekannten Eta 2824-2 oder seinem Klon Sellita SW 200.

Anspruchsvolle Mechanik-Freaks kommen durch das Automatikkaliber Heuer 02T zu ihrem Recht. Fürs Geld gibt es eine Manufaktur-Automatik mit Schaltrad-Chronograph und ein leichtes Minutentourbillon, dessen Drehgestell teilweise aus Karbon besteht. Das Werk ist wieder chronometerzertifiziert.

TAG Heuer Connected

Dazu Jean-Claude Biver: „Als ich Anfang Februar mit dem COSC-Direktor sprach, teilte er mir mit, dass TAG Heuer die einzige Marke sei, die Automatikchronographen mit Tourbillon zur Prüfung eingereicht habe. Auch die Ausfallquote von weniger als drei Prozent habe ihn sehr überrascht. 2017 werden wir 3.000 dieser Uhrwerke bauen, denn was fertig wird, ist sofort weg. Daher haben wir zur Produktion zusätzliche Leute eingestellt und ein großes finanzielles Engagement getätigt. Meine Prognosen gehen dahin, dass TAG Heuer 1.500 Tourbillons mit klassischem Gehäuse und weitere 1.500 Exemplare als Modul für unsere neue Connected verkaufen wird. Das Set mit zwei Modulen, Connected und Tourbillon bringen wir für 17.900 Euro auf den Markt. Und das ist ein sensationeller Preis.“

Die neue Connected allein kostet knapp 1.575 Euro. Der Container mit dem Calibre 5 ebenso.

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03 2017 The Red Bulletin

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