Glashütte Original Senator Excellence Panoramadatum Mondphase

Glashütte Original: Präzisionsmond und Panoramadatum

Text: Gisbert L. Brunner
Fotos: Gisbert L. Brunner und Glashütte Original

Zu den puristischen Modellen der „Senator Excellence“ gesellen sich bei Glashütte Original Versionen mit Panoramadatum und Mondphasenindikation.
 
Gisbert L. Brunner
Gisbert L. Brunner

Seit 1981 schreibt Gisbert L. Brunner in internationalen Medien über Neuigkeiten in der Uhrenwelt.

Über das neue Manufakturkaliber 36 von Glashütte Original hatte ich im Februar 2016 an dieser Stelle ausgiebig berichtet. Beim 4,45 Millimeter hohen Automatikwerk mit beidseitig wirkendem Zentralrotor und satten 100 Stunden Gangautonomie handelt es sich um eine durchweg neue Konstruktion, welche unter den Vorzeichen Effizienz, Präzision und Zuverlässigkeit entstand. Zu finden ist das puristische Oeuvre in der „Senator Excellence Automatic“, welche während der Baselworld 2016 debütierte.

„Das 36-59“, konstatierte der damalige CEO Yann Gamard während der Produktpräsentation, „verkörpert nur den Anfang, denn die Konstruktion der Kaliberfamilie 36 wurde ganz bewusst auf interessante Erweiterungsmöglichkeiten nicht zuletzt auch durch Module ausgelegt.“ Diese Ankündigung wurde nun Realität. Als würdiger Anlass diente die Eröffnung der neuen Glashütte-Original-Boutique am Kohlmarkt, eine der feinsten Adressen im Herzen der österreichischen Hauptstadt Wien.

Die neue Glashütte-Original-Boutique am Wiener Kohlmarkt

Dieses Ereignis nutzte Thomas Meier, um sich erstmals als CEO der sächsischen Nobelmanufaktur in der Öffentlichkeit zu zeigen. Das Amt hat er seit dem 1. Oktober inne. Ein Neuer in der Swatch Group ist der Deutsche nicht. Und in Sachen mechanischer Zeitmessung macht dem gelernten Uhrmacher so schnell niemand etwas vor. Darüber hinaus hat er Mikromechanik und Mikroelektronik studiert sowie eine Zusatzausbildung in Betriebswirtschaft absolviert.

Thomas Meier, neuer CEO von Glashütte Original

Thomas Meier, der neue CEO von Glashütte Original

Vor seiner Karriere bei der Swatch Group, welche 1994 als Projektleiter bei Mido begann, hatte Thomas Meier als Entwicklungsingenieur bei Junghans in Schramberg gearbeitet. Nach kurzem externem Intermezzo kehrte er 1999 wiederum als Projektleiter zur Swatch Group zurück. Erfahrungen im Geschäft mit Luxusuhren sammelte Thomas Meier als Produktionsleiter bei Breguet. Von 2004 bis 2008 zeichnete er für Eta verantwortlich. Diese Funktion beförderte ihn 2005 auch in die erweiterte Konzernleitung.

Glashütte Original_Senator Excellence_Panoramadatum_Mondphase

Die neuen Modelle der Uhrenlinie „Senator Excellence

Glashütte Original Kaliber 36

Glashütte Original Automatikkaliber 36

Auf die Entwicklung der erweiterten „Senator Excellence“-Linie konnte der neue Chef logischerweise noch keinen Einfluss nehmen. Die Herbst-Modelle bringen das, was ich bereits im Frühjahr 2016 vermutet hatte: Die im beruflichen Alltag eminent wichtige Datumsanzeige. Bei Glashütte Original handelt es sich um das bekannte Panoramadatum mit nur einem Zifferblattausschnitt und ohne Steg zwischen den Zehner- und Einerziffern.

Hierfür haben die Techniker in der sächsischen Uhrenmetropole ein kleines Modul entwickelt, welches die Uhrmacher auf der Vorderseite montieren. Dadurch steigt die Bauhöhe dieses Kaliber 36-03 auf 6,7 Millimeter. Die Besonderheit der Datumsindikation: Sie agiert springend, schaltet also um Mitternacht in kürzester Zeit auf den nächsten Tag weiter. Zu diesem Zweck findet sich im Aufsatz eine kleine Schnecke. Auf ihrem Umfang gleitet ein Hebel, durch kontinuierliche Drehung und Anheben desselbigen wird im Laufe des Tages sukzessive jene Energie angesammelt, welche es für den mitternächtlichen Datumssprung braucht. Die blitzartige Freigabe und Fortschaltung erfolgt, wenn besagter Hebel über die Stufe in der Schnecke fällt.

Durch diese Zusatzfunktion klettert der Preis für die „Senator Excellence Panoramadatum“ gegenüber der stählernen Basisversion um 1.200 auf 9.700 Euro. Verfügbar ist auch eine Variante mit Rotgold-Schale. In beiden Fällen beträgt der Durchmesser 40 Millimeter. Wie gehabt, wird das Automatikwerk per Klinkensystem im Gehäuse befestigt.

Glashütte Original „Senator Execellence Panoramadatum“

© Fotos: Gisbert L. Brunner

36-04 heißt die aufwändigere Kaliber-Variante mit Panoramadatum und Präzisions-Mondphasenanzeige. Will heißen, dank eines fein verzahnten Rads verlangt die Indikation - rein theoretisch, versteht sich - erst nach 122 Jahren eine manuelle Korrektur um einen ganzen Tag. Über die halb gezogene Krone, welche auch auf das Panoramadatum einwirkt, erfolgt die Anpassung an die Dauer des synodischen Mondmonats von 29 Tagen, 12 Stunden, 44 Minuten und 2,9 Sekunden. Die „Senator Excellence Panoramadatum und Mondphase“ ist mit 40-Millimeter-Gehäusen aus Edelstahl oder Rotgold erhältlich. Letztere verlangt ein Investment von 21.200 Euro.

 

Glashütte Original Kaliber 36-04

Glashütte Original Kaliber 34-04

Glashütte Original „Senator Excellence Panoramadatum und Mondphase“

Vor dem Verlassen der Manufaktur muss jedes Exemplar 24 Tage lang auf den Prüfstand. Die Gangabweichungen der fertigen Uhr bewegen sich im Bereich der offiziellen Chronometernorm, also im Delta zwischen minus vier und plus sechs Sekunden täglich. Zusammen mit jeder Uhr, in der ein Automatikwerk von Kaliber 36-xx tickt, liefert Glashütte Original ein Zertifikat. Nach dem Einloggen in ein spezielles Portal, können die Kunden detailliert nachvollziehen, welche Leistungen ihr persönlicher Zeitmesser während der Prüfperiode erzielte.

Glashütte Original Prüfzertifikat

Ein solches Prüfzertifikat begleitet alle Armbanduhren der Linie „Senator Excellence“.
 

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10 2016 The Red Bulletin

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