Hublot Ferrari Techframe: Neue Uhr zum 70. Geburtstag

Ferrari und Hublot:
Drei Mal 70 Uhren zum 70. Geburtstag

Text: Gisbert L. Brunner
Fotos: Gisbert L. Brunner und Hublot

Ferrari wird 70 - und Hublot feiert mit. Zum Jubiläum kreieren Flavio Manzoni und sein Team das Gehäuse des „Techframe Ferrari 70 Years Tourbillon Chronograph“.

Gisbert L. Brunner berichtet seit 1981 über Uhren und Zeitmessung

„Ein Auto muss man zuerst träumen.“ hat Enzo Ferrari die Philosophie der 1947 von ihm gegründeten Sportwagenschmiede mit knappen Worten umrissen. Dem mitunter recht eigenwillig agierenden Ex-Rennfahrer ist Jean-Claude Biver nie begegnet. Vom charismatischen Manager, dem Hublot ein unglaubliches Revival verdankt, könnte jedoch der Satz stammen: „Eine Uhr muss man zuerst träumen.“

In seiner erfolgreichen Biographie kennzeichnen das Jahr 2004 gleich mehrere Träume. Einer galt dem Thema Fusion, also der Verknüpfung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie der Kombination ganz unterschiedlicher Materialien in einer Uhr, welche seit 2006 als „Big Bang“ in aller Munde ist. Ein anderer drehte sich um die Kooperation der aufstrebenden Uhrenmarke Hublot mit der etablierten Automanufaktur Ferrari. Hier musste sich der ungeduldige Jean-Claude Biver sieben Jahre lang gedulden. Für den stolzen Besitzer eines silbergrauen 275 GTB von 1967 war diese Automarke „schon immer ein echter Mythos. Mythen muss man schaffen. Die entstehen nicht von selbst.“ 

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In diesem Bewusstsein reiste er Ende 2004 zum alten Freund Jean Todt. Der damalige Scuderia-Ferrari-Teamchef bekam Zeichnungen ganz unterschiedlicher Armbanduhren mit unübersehbarem Ferrari-Branding auf Gehäuse, Band und Aufzugsrotor zu sehen. „Selbige wollte ich zusammen mit Ferrari realisieren. Todt teilte mir mit, es handle sich vielleicht um das beste Konzept, das er je gesehen habe. Aber die Verantwortlichen konnten sich damals nicht mit einer wenig bekannten und darüber hinaus Verluste schreibenden Marke identifizieren.“

Diese Entscheidung nötigt Jean-Claude Biver rückblickend sogar Dankbarkeit ab. „Hätte Ferrari damals zugestimmt, gäbe es weder Modell noch Namen Big Bang.“ Für ihn war die Angelegenheit damit vom Tisch. Bis 2011 jedenfalls. Dann lud Lapo Elkann, der Bruder des FIAT-Präsidenten John Elkann seinen Freund Jean-Claude nach Maranello zu Luca di Montezemolo ein. Der Ferrari-Präsident hatte eingesehen, dass außer Hightech und Fusion, Ferrari und Hublot bestens zusammenpassen. Den Vertrag unterzeichneten beide im November 2011. Seitdem entfalten die Partner in vielen Bereichen gemeinsame Aktivitäten.

Jean-Claude Biver und Luca di Montezemolo

Jean-Claude Biver und Luca di Montezemolo

Als Hublot und Ferrari 2012 die 30-jährige Präsenz in Hongkong zelebrierten, debütierte die weltweit erste Armbanduhr mit Keramiklünette in leuchtendem Ferrari-Rot.

Hublot Ferrari 2012 Hongkong mit roter Keramiklünette

Die erste Ferrari-Hublot aus dem Jahr 2012 mit roter Keramiklünette

Ausdruck der gemeinsamen Passion für technische Pionierleistungen sind beispielsweise die markante „Big Bang Ferrari Magic Gold“, der Hublot 2016 ein vollkommen transparentes und deshalb extrem aufwändiges Saphirgehäuse spendierte. 

Die Hublot Big Bang Magic Gold Ferrari

Hublot Big Bang Magic Gold Ferrari

2016 bündelten Flavio Manzoni, seines Zeichens Chefdesigner von Ferrari, und die Hublot-Produktgestalter ihre Kräfte zur Kreation eines limitierten „Big Bang Ferrari Chronographe Unico“ mit unverkennbar neuem Gewand. Beim Gehäuse, erhältlich in Titan, Carbon oder King Gold stechen die überarbeiteten Konturen des Glasrands samt sechs Aussparungen für die Schrauben sofort ins Auge. Auch das Mittelteil erfuhr mit Blick auf Karosseriedetails eine gründliche Überarbeitung.

Hublot Big Bang Ferrari Chronographe Unico Manzoni Gold

Hublot Big Bang Ferrari Chronographe Unico Gold

2017 feiert Ferrari seinen 70. Geburtstag. Und Hublot ist selbstverständlich mit von der Partie. Für den „Techframe Ferrari 70 Years Tourbillon Chronograph“ haben Flavio Manzoni und sein Team ein komplett neues, skelettiertes Uhrendesign entwickelt. An Hublot erinnern lediglich die sechs charakteristischen Gehäuseschrauben sowie die grundsätzliche Schalenform mit integrierten Bandanstößen.

Das eigens für diese Edition umgestaltete und im Gehäuse um 30 Grad nach rechts gedrehte Handaufzugskaliber HUB6311 basiert auf jenem HUB6300, welches 2011 die allererste Hublot mit dem „cavallino rampante“ beseelte.

 

Techframe Ferrari 70 Years Tourbillon Chronograph

Techframe Ferrari 70 Years Tourbillon Chronograph

Insgesamt 253 Komponenten benötigen die Uhrmacher für ein Exemplar des tickenden Mikrokosmos mit Minutentourbillon, daran direkt gekoppeltem Schaltrad-Chronographen, 30-Minuten-Zähler und drei Hertz Unruhfrequenz. Gehäuse gibt es in so genanntem „King Gold“, Titan oder PEEK Karbon. Die vier Buchstaben stehen für eine Polyether ether ketone Polymer verstärkte Karbonfaser, will heißen dünne Schichten, welche um jeweils 15 Grad verdreht aufeinander gelegt sowie durch Hitze und Druck untrennbar miteinander verbunden werden. 

Durch die Drehung des Uhrwerks im Gehäuse wanderten die Krone zur „4“ und der ergonomisch gestaltete Chronographendrücker zur „3“. Jedes der drei Jubiläumsmodelle ist logischerweise auf 70 Stück limitiert.

Trotz aller Gemeinsamkeit zwischen Uhr und Auto bleiben drei signifikante Unterschiede: Seine Hublot kann Mann im Gegensatz zum Ferrari immer und überall am Handgelenk tragen. Während der vierrädrige Bolide reichlich Pferdestärken besitzt, begnügt sich das Uhrwerk mit einem Milliardstel davon. Schließlich muss ein zügig chauffierter Sportwagen spätestens nach fünf bis sechs Stunden zur Tankstelle. Demgegenüber ticken die neuen Zeit-Monumente ohne Energienachschub ganze 115 Stunden lang.

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03 2017 The Red Bulletin

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