Frédérique Constant Flyback Chronograph

Bezahlbarer Luxus: Frédérique Constant bleibt seinem Slogan treu

Text: Gisbert L. Brunner
Fotos: Gisbert L. Brunner und Frédérique Constant

Den neuen „Flyback Chronograph Manufacture“-Modelle gibt es ab 3.695 Euro
Gisbert L. Brunner

Gisbert L. Brunner berichtet seit 1981 über Uhren und Zeitmessung

Klassische Automatik-Chronographen gehören seit Jahren zum festen Repertoire von Frédérique Constant. Alles bisher Offerierte eint die Tatsache, dass die verbaute Mechanik entweder von Eta oder Sellita stammte. Mit anderen Worten: Das Stoppen der Zeit obliegt dem bewährten 7750, dem weitgehend baugleichen SW 500 oder einem Derivat davon.

Obwohl das mittlerweile zur Citizen Gruppe gehörende Unternehmen, über umfassende Komplikationen-Kompetenz verfügt, wie beispielsweise Tourbillon oder ewiger Kalender belegen, gab es mit dieser Signatur bislang keinen eigenen Chronographen. Dafür kam 2015 die Schwester Alpina in den Genuss einer hauseigenen zeitschreibenden Innovation. Das selbst entwickelte Automatikkaliber AL-760 mit vorderseitig montiertem Schaltwerk tickte im sportiven „Alpiner 4“-Chronographen.

2017 kommt nun auch die Stammmarke Frédérique Constant in den Genuss des intelligent konstruierten Kalibers. Der internen Nomenklatur entsprechend heißt es nun FC-760. Es tickt im „Flyback Chronograph Manufacture“.

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Verantwortlich für das Uhrwerk zeichnet Pim Koeslag. Von ersten Ideen bis zum serienreifen Produkt zogen gut drei Jahre durch die Lande. Bei seinem ersten Manufaktur-Stopper hat sich der Chefkonstrukteur ganz bewusst für die modulare Bauweise entschieden. Sie gestattet nämlich die Verwendung des bewährten Rotor-Kalibers AL- oder FC-710 mit 38 Stunden Gangautonomie, vier Hertz Unruhfrequenz, Zentralsekunde und Zeigerdatum bei der „6“.

Frederique Constant Flyback Chronograph Manufacture Automatikkaliber FC-760

Gerade einmal 95 Bauteile sind für die Kadratur erforderlich. Wie allgemein üblich dient der Drücker bei „2“ zum Starten und Anhalten des Chronographen. Das Nullstellen auch ohne Zwischenstopp besorgt das Pendant bei „4“. Das Kaliber AL-/FC-760 besitzt also eine Flyback-Funktion.

Zum Zweck der Temposchaltung kommen besagtem Drücker sowie der von ihm beeinflussten Mechanik gleich drei unmittelbar aufeinander folgende Aufgaben zu: Auskuppeln, Nullstellen mittels einteiligem Herzhebel und beim Loslassen des Drückers sofortiges Einkuppeln. Das komplexe Bewegungsschema vollzieht sich auf direkter Linie vom Drücker zum Kupplungshebel. Vergebens sucht man unter dem Zifferblatt nach einem konventionell ausgeführten Schaltrad. An seine Stelle tritt ein sternförmiges Gebilde, dem Start-/Stopp-Drücker und Schalthebel die Kommandos erteilen.

Bei der Kupplung, welche Uhrwerk und Kadratur verbindet, hat der geistige Vater gleichfalls unkonventionelle Wege beschritten. Indiz für konstruktive Kreativität ist ein neuartiges schwenkbares Bauteil mit zwei Zahntrieben. Selbige verbinden auf Knopfdruck die beiden „Stockwerke“ miteinander. Im unteren Uhrwerk nimmt es die Drehungen der Zentralsekunde auf, um sie nach oben zu übertragen. Per Zwischenrad wird auch die Permanentsekunde bei „9“ angetrieben. Bis zu 30 Umläufe des Chronographenzeigers zählt der Totalisator bei „3“. Das bei „6“ angesiedelte Zeigerdatum ist ein Spezifikum des Kalibers AL-/FC-710. Trotz modularer Bauweise des Automatikkalibers 760 befinden sich Krone und Drücker auf einer geraden Linie.

Im Gegensatz zum sportlichen Alpina Alpiner 4“ präsentiert sich der 42 Millimeter große „Flyback Chronograph Manufacture“ von Frédérique Constant ausgesprochen klassisch. Erhältlich sind unterschiedliche Zifferblätter und Gehäuse. Letztere gibt es in Edelstahl oder in Edelstahl mit Rotgold-Auflage. Einen Sichtboden besitzen beide Versionen. Die Preise beginnen bei moderaten 3.695 Euro.

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03 2017 The Red Bulletin

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