Glashütte Original "Sixties Iconic Square" Chonograph Limitierte Edition 2017 mit Kaliber 39-34

Glashütte Original bekennt Farbe

Text: Gisbert L. Brunner
Fotos: Gisbert L. Brunner und Glashütte Original
 

Vom markanten „Sixties Iconic Square“-Chronographen produzieren die Sachsen fünf Serien à 25 Exemplare.
Gisbert L. Brunner

Gisbert L. Brunner berichtet seit 1981 über Uhren und Zeitmessung.

In den umwälzenden 1960ern, den Jahren des Aufbruchs, als Beatles, Rolling Stones, Woodstock, Flower Power und Miniröcke eine ganze Generation prägten, hießen die Automatik-Armbanduhren von Glashütte Original noch „Spezimatic“. Die Uhrwerke entstammten natürlich eigener Fertigung, waren von hohem uhrmacherischen Anspruch - beispielsweise in Sachen Finissage - allerdings weit entfernt. Derartiger Luxus passte nicht zum sozialistischen System.

2009, also rund zwanzig Jahre nach dem legendären Fall der Mauer quer durch Deutschland, knüpfte der kissenförmige „Sixties“-Chronograph an diese bewegende Epoche. Die Designer im sächsischen Müglitztal wollten das Lebensgefühl der „swingenden“ Zeit stilgerecht reproduzieren. Und diese Absicht erfüllte das Retromodell mit dem Modulkaliber 39-34, einem Mix aus hauseigenem Automatikwerk (Kaliber 39) und vorderseitig montiertem Stoppmechanismus, beigesteuert vom Schweizer Spezialisten Dubois-Dépraz. Mit bombiertem silberfarbenen Zifferblatt war das Ganze vor acht Jahren für 6.500 Euro wohlfeil.

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2017 lenkt diese nostalgiebetonte Armbanduhr in Gestalt einer limitierten „Sixties Iconic Square“-Kollektion sicherlich viele Blicke auf sich. Und zwar nach dem Motto „Bring Farbe an dein Handgelenk!“ Fünf Serien zu je 25 Exemplaren liefert die Manufaktur unter Leitung des neuen CEO Thomas Meier in ausgewählte Geschäfte, darunter auch eigene Markenboutiquen.

Glashütte Original CEO Thomas Meier

Thomas Meier, neuer CEO von Glashütte Original

Eine Limitierungsnummer ist auf den Gehäusen nicht angegeben. Durch den Sichtboden zeigte sich das gleichermaßen bekannte wie bewährte und 7,2 Millimeter hoch bauende Kaliber 39 mit 21-karätigem Goldsegment an der Schwungmasse, vier Hertz Unruhfrequenz und – wie gehabt – unter dem Zifferblatt montierter Chronographen-Kadratur. Der Kurzzeitmesser verfügt über Nockenschaltung und 30-Minuten-Zähler. Das Ensemble nennt sich 39-34.

Apropos Zifferblatt: Die farbigen Metallscheiben, vor denen die Zeiger ihre Runden drehen, sind die Highlights der insgesamt nur 125 quadratischen „Sixties“ mit leicht ausgebauchten Flanken. Man könnte also auch von einer Kissenform sprechen.

Fünf augenfällige Farbtöne stehen zur Verfügung. Ihnen gemäß erhielten die Modelle ihren Namen:

  • Sixties Iconic Forest
  • Sixties Iconic Ocean
  • Sixties Iconic Graphite
  • Sixties Iconic Tangerine und
  • Sixties Iconic Fire

Die zeitaufwändige Produktion der Zifferblätter obliegt der einschlägig erfahrenen Dependance in Pforzheim. Dort authentische Werkzeuge zur Verfügung, beherrschen jung- und altgediente Spezialisten die unterschiedlichen Arbeitsschritte, um aus Blechplatten das zu gestalten, was den besonderen, weil von erfrischender Farbigkeit geprägten Charme dieser Armbanduhren ausmacht. 

© YouTube // Glashütte Original

Eines der Zauberwörter lautet in diesem Fall „Dégradé“, wohinter sich ein Farbverlauf von innen nach außen verbirgt.

Das andere nennt sich Einbrennlackierung.

Ausnahmslos alle Zifferblätter werden zunächst galvanisiert. Danach erfolgt das Aufbringen der Grundfarbe von Hand in mehreren Durchgängen: Grün („Forest“), Dunkelblau („Ocean“), Dunkelgrau („Graphite“) oder Rot („Fire“). Das zusätzliche Aufspritzen schwarzer Farbe führt zu besagtem Dégradé-Effekt. Beim orangefarbenen „Tangerine“ erfolgt eine Kombination der goldenen Galvanisierung mit schwarzem und zusätzlich rotem Lack. Damit das Ganze auch wirklich hält, muss es in den Brennofen. Abgesehen von der mit 60 Tonnen Druck geprägten „Graphite“-Basis resultiert die spezielle Zifferblatt-Optik auch aus gekonntem Sonnenschliff.

Bleibt am Ende wie so oft die Qual der Wahl. Mit 41,35 x 41,35 Millimeter großem, bis drei bar wasserdichtem Stahlgehäuse kosten die bunten Stopper unabhängig von ihrem farblichen Auftritt jeweils 8.100 Euro. Mein persönlicher Favorit ist übrigens die feuerrote „Sixties“. Das nur ganz nebenbei.

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02 2017 The Red Bulletin

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