MB&F HM7 "Aquapod" - Die "Quallen-Uhr"

Hommage an die Qualle: Horological Machine HM7 „Aquapod“ von MB&F

Text: Gisbert L. Brunner
Fotos: Gisbert L. Brunner und MB&F

Max Büsser & Friends präsentieren exklusive Mechanik mit sportlichem Look

Gisbert L. Brunner berichtet seit 1981 über Uhren und Zeitmessung

Max Büsser und seine Freunde (MB&F) sind bekannt für nicht alltägliche Zeitmesser. Ihre Armbanduhren unterscheiden sich sowohl durch ihre Optik wie auch das mechanische Innenleben vom Üblichen. Beredte Beweise sind die Horological Machines (HM)mit den Nummern 2 bis 6. Für ausgiebige Kontakte mit dem nassen Element eignet sich keines dieser und anderer Instrumente. Die Kooperation mit Freunden, welche im Juli 2005 zur Gründung von MB&F führte, resultiert auch aus der Tatsache, dass Max kein Uhrmacher ist, sondern ein ambitionierter Produktgestalter mit ausgeprägter Passion für außergewöhnliche mechanische Mikrokosmen. Zum Genfer Uhrensalon SIHH 2017 wagte der mittlerweile in Dubai residierende Schweizer mit Masterstudium im Bereich Mikrotechnologie den sprichwörtlichen Sprung ins kalte Wasser. Selbiger drückt sich aus in der Horological Machine No.7 mit dem Beinamen „Aquapod“.

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Quallen, denen ein radialsymmetrischer Neuronenring als Gehirn dient, inspirierten zum organisch angehauchten Outfit dieses Objekts, das Max Büsser ganz bewusst nicht in die Kategorie Taucheruhr eingegliedert sehen möchte. Seine äußere Gestalt bildet einen augenfälligen Kontrast zum selbstverständlich tickenden Innenleben mit „fliegendem“ Tourbillon unter einer Art Glocke. Die Unruh vollzieht stündlich 18.000 Halbschwingungen.

Ein weiterer Link zu Quallen ist in jenen Tentakeln zu sehen, mit denen die durchaus gefährlichen Lebewesen ihre Nahrung aufnehmen. Im Fall der Uhr dient die tentakelähnliche Werksarchitektur dem automatischen Aufzug. Die ans Federhaus weitergeleitete Energie, welche die Uhr 72 Stunden am Stück laufen lässt, erzeugt ein Titan-Rotor mit äußerem Platinsegment.

Zur Stunden- und Minutenanzeige hat MB&F  radialsymmetrische Ringe gewählt. Für markanten Auftritt sorgt auch die einseitig verstellbare und rastende Keramiklünette. Sie ist nicht an der eigenwilligen Schale befestigt, sondern „schwimmt“ ähnlich einem Rettungsring.

Aus insgesamt 303 Komponenten besteht die verbaute Mechanik. Alles, angefangen beim Rotoraufzug über das Federhaus sowie die Stunden- und Minutenindikation bis hin zum Tourbillon, rotiert konzentrisch um den Mittelpunkt.

Ähnlich etlichen Quallenarten leuchtet auch die HM7 im Dunkeln. Neben den Stunden- und Minutenziffern ist auch der Drehgang angemessen illuminiert. Zu diesem Zweck implantiert MB&F rund um das Tourbillon drei AGT-Ultra-Lumenpaneele (Ambient Glow Technology).

Von der HM7Aquapod“ in den Dimensionen 53,8 mm (Durchmesser) und 21,3 mm Höhe entstehen 33 Exemplare aus Titan Grade 5 mit blauer Lünette (Preis 95.000 Euro plus Mehrwertsteuer) und 66 Stück aus 18karätigem Rotgold mit schwarzem Drehring zu 110.000 Euro plus Mehrwertsteuer. Die Wasserdichte reicht bis zu fünf bar Druck, die in 50 Meter Tiefe herrschen.

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02 2017 The Red Bulletin

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