Montblanc Summit Smartwatch

Montblanc Summit:
Smartwatch im klassischen Retrolook

Text: Gisbert L. Brunner
Fotos: Montblanc

Vier Gehäuse, acht Armbänder und verschiedene Zifferblätter: die Montblanc Summit bietet über 300 Möglichkeiten, seine Uhr zu gestalten. 
Gisbert L. Brunner

Gisbert L. Brunner berichtet seit 1981 über Uhren und Zeitmessung

Jérôme Lambert, das steht außer Zweifel, liebt mechanische Uhren über alles. Das hat er bei Jaeger-LeCoultre bewiesen, bei A. Lange & Söhne und während der zurückliegenden vier Jahre auch bei Montblanc.

Elektronik und Verbundenheit mit dem Smartphone sind für den studierten Betriebswirt aber auch keine Fremdwörter. Das konnte er schon mit dem Montblanc e-strap zeigen, welches sich zusätzlich zur Uhr am Armband befestigen lässt und Informationen vom Telefon zum Handgelenk liefert.

Alternative zur Smartwatch - Montblanc e-strap

Nachdem das Display nur zwei Zeilen hat, werden die Texte „portionsweise" nacheinander indiziert. Durch leichten Druck auf das Display können mehrere Mitteilungen nacheinander abgerufen werden. Wiederholungen eingegangener Mitteilungen sind ebenfalls möglich, wenn nicht alles einwandfrei gelesen werden konnte. Ebenso laufen u.a. Facebook-, Twitter-, WhatsApp-, Instagram- oder gepushte eMail-Texte durchs Display.

„Zu Montblanc“, so sein Credo, „passt das e-strap ausgesprochen gut, denn trotz großer Tradition fühlt sich die Marke auch in der Moderne wohl. Mit diesem Accessoire erweitern wir die Funktionalität existenter Uhren, bieten wir etwas Additives zum klassischen mechanischen Timewalker. Wir ersetzen ihn also nicht durch Elektronik, die möglicherweise schon nach 18 Monaten wieder veraltet ist.“ Allerdings, und daran störten sich eingefleischte Connected-Freaks, bot das einzeilige monochrome Display nur vergleichsweise wenige Informationen wie zum Beispiel Textnachrichten oder die Telefonnummern von Anrufern. 

Mit der brandneuen „Summit“, einer echten Smartwatch, die am 16. März 2017 in London debütiert, beschert Jérôme Lambert der Manufaktur noch ein Abschiedsgeschenk. Bekanntlich wechselt er Ende März an die Spitze der Richemont-Zentrale in Genf. 

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Man muss schon zweimal hinschauen, um zu erkennen, dass es sich beim smarten Newcomer nicht um einen klassischen 1858-Monopusher-Chronographen handelt. An ihn nämlich erinnern das in Edelstahl oder Titan erhältliche Gehäuse, einige Zifferblattvarianten und vor allem das bombierte Saphirglas der ersten Smartwatch von Montblanc.

Der klassische Auftritt des 46 Millimeter großen Instruments ist ganz bewusst gewählt, denn es soll eine möglichst breite Zielgruppe ansprechen. Menschen mit einer Passion für Retrolook kommen also voll auf ihre Kosten. Beim stilgerecht gewölbten Saphirglas handelt es sich übrigens um eine echte Weltpremiere bei Smartwatches.

Montblanc Summit Smartwatch

In das schlichte runde Gehäuse haben die Techniker den letzten Stand kommunikativer Elektronik verpackt. Und zwar den Qualcomm Snapdragon Wear 2100 Prozessor. Das Chipset von Qualcomm Technologies gewährleistet ein Durchhaltevermögen der Summit von einem ganzen Tag. So lange kommt der Akku ohne nachladen aus. Die Zufuhr frischer Energie erfolgt mit Hilfe einer Ladeschale. Als Software nutzt der Chip Android Wear 2.0, welche iOS-kompatibel ist. Hierfür kooperieren die Hamburger mit dem kalifornischen Riesen Google.

Nun zur Funktionalität des digitalen Mitglied der 1858-Kollektion, welches logischerweise einen Touch-Screen und ein AMOLED-Display besitzt. Dank eingebautem Mikrophon können die Besitzer ihren Google-Assistenten zur Erlangung unterschiedlichster Informationen direkt ansprechen. Auch Übersetzungen, das Diktieren von eMails, Sprachnachrichten und das Vormerken von Terminen sind auf diese Weise möglich. Die Benutzeroberfläche der Summit bietet ferner eine Tastatur. Sie erkennt Handschrift und natürlich Fingerstriche.

Ohne Fitness-Features geht es heutzutage selbstverständlich auch nicht. Zu diesem Zweck ist die Rückseite so ausgelegt, dass die Puls- und Herzfrequenz mit für gegenwärtige Smartwatch und Wearable-Verhältnisse optimaler Genauigkeit erfasst, gespeichert und dargestellt wird. Ein speziell entwickeltes Sportuhr-Zifferblatt offeriert tägliche Fitness-Programme. Darüber hinaus ist jedes Teil standardmäßig mit der Runtastic-App zur unkomplizierten Herzüberwachung ausgestattet. 

Erwähnenswert auch die Kooperation mit dem Fahrdienstleister Uber und der bereits geladene Stadtführer Foursquare. Bordkarten können auch aufs Display geholt werden. All das erleichtert Kosmopoliten das Leben.

Mit Hilfe der Google-Play-Musik-App lassen sich die Lieblingslieder in den Summit-Speicher laden und ohne Smartphone auf einen Bluetooth-Kopfhörer oder Verstärker übertragen. Neben Bluetooth ist übrigens auch die direkte Verbindung per Wireless-LAN ins Netz möglich. 

Montblanc Summit Smartwatch

Das Display ist zügig personalisier- und mit individuellen Einstellungen dem Lebensstil und Vorlieben anpassbar. Chronographen- oder Drei-Zeiger-Look gefällig? Kein Problem! Stoppen lässt sich auf die Hundertstelsekunde genau. Alarmfunktion ist gleichfalls mit an Bord. Und einen kompletten Display-Blackout gibt es - so lange Strom vorhanden ist - auch nicht. 

Wem das immer noch nicht reicht, der kann sich durch einen ebenfalls angebotenen Service in Zusammenarbeit mit Montblanc ein „maßgeschneidertes” Zifferblatt gestalten lassen. So etwas hat natürlich seinen Preis. Ab 15.000 Euro ist Mann ein hundertprozentiger Smartwatch-Individualist. 

Montblanc Summit Smartwatch

Mit dem Kauf der Summit erhält Mann mehr als 300 verschiedene Montblanc Wearable-Kombinationen. Montblanc bietet vier verschiedene Gehäuse (schwarz beschichteter Stahl, Stahl mit schwarz beschichteter Lünette, Stahl pur und Titan pur. In allen Fällen besitzt die Schale einen Kronendrücker à la 1858 Chronograph. Dazu gibt es acht verschiedene Armbänder von sportlichem NATO-Stil bis elegantem Kalbsleder aus der eigenen Manufaktur in Florenz. 

Der Verkauf startet im Mai 2017 zwei Wochen lang exklusiv über die Online-Plattform Mr. Porter. Danach ist die Summit auch über die Montblanc-Website sowie die Boutiquen und alle anderen Montblanc-Vertriebskanäle zu erwerben. Ein Konfigurator hilft beim Zusammenstellen der passenden Smartwatch. Die Preise starten bei 890 Euro.

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03 2017 The Red Bulletin

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