Die neue Uhr von Porsche Design: "Monobloc Actuator"

Porsche: Die Uhr zum Traumauto

Text: Gisbert L. Brunner
Fotos: Gisbert L. Brunner und Porsche Design

Porsche Design kooperiert mit dem Porsche Entwicklungszentrum Weissach und präsentiert den neuen „Monobloc Actuator“-Chronographen.

Gisbert L. Brunner berichtet seit 1981 über Uhren und Zeitmessung

„Mir schwebte eine Uhr zum Auto vor. Schwarz wie die Tachometer und Drehzahlmesser des 911er, weil das beim Ablesen nicht blendet.“ Seine innere Überzeugung, dass „Schwarz keine Farbe, sondern ein Zustand“ ist, tat dem Erfolg des tickenden Boliden mit Tachymeterskala zum unkomplizierten Erfassen von Durchschnittsgeschwindigkeiten über einen Kilometer hinweg nicht den geringsten Abbruch.

Erstaunlich schnell fanden mehr als 50.000 Exemplare an die Handgelenke designbewusster Sportwagenfans. Auch Formel-1-Piloten wie Clay Regazzoni schätzten den Design-Star am Chronographenhimmel, welcher die tiefe Abneigung des Produktgestalters gegen Schnörkel und Gags zelebrierte. 

 „Ein formal stimmiges Produkt braucht keine Verzierung, keine Erhöhung, es soll durch die reine Form erhöht werden. Die Form sollte durch das Minimum leben, sich verständlich präsentieren, nicht ablenken vom Produkt und dessen Funktion.“ Dieser Denkweise folgten auch die weiteren Meilensteine, welche den Uhrenmarkt förmlich revolutionierten.

Dazu gehörte die bereits 1976 angedachte und in Kooperation mit der Schaffhauser IWC 1978 endlich realisierte Kompassuhr. Oder der 1980 vorgestellte Titan-Chronograph mit großflächigen und deshalb besonders ergonomischen Bedientasten. Dieser Stopper läutete eine neue Ära in der Uhrengeschichte ein, denn er demonstrierte auf eindrucksvolle Weise, was möglich ist, wenn die richtigen Partner zusammenfinden.

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Das gilt auch für die neueste Kreation, den während der Baselworld 2017 vorgestellten „Monobloc Actuator“. Für diesen Stopper kooperierte Porsche Design mit dem vielseitig erfahrenen und erprobten Entwicklungszentrum der Porsche AG im Weissach bei Stuttgart. Auf höchste Belastbarkeit verstehen sich dort jene Techniker, welche sich um die Konstruktion von Boliden für den Rennsport kümmern. Sie sind mit allen Wassern gewaschen und lieferten ein Detail dieses Chronographen mit sehr ungewöhnlichem Erscheinungsbild. Wie beim Titan-Vorbild aus dem Jahr 1980 sucht man konventionelle, sprich von Gehäuserand abstehende Drücker vergebens.

„Monobloc Actuator“ von Porsche Design

Der neue „Monobloc Actuator“ von Porsche Design

Vielmehr obliegt das Starten, Anhalten und Nullstellen einer sehr speziell gestalteten und dadurch weitestgehend integrierten Wippe. Hierfür nahmen die Produktgestalter Anleihen bei einem Teil der hochdrehzahlfesten mechanischen Ventilsteuerung des rasanten Porsche 911 RSR. Ganz genau handelt es sich um einen extrem belastbarer Kipphebel. Trotz dieser Patenschaft nahm die Realisation der Ausnahme-Schale ungefähr vier Jahre in Anspruch. Die Übertragung der Druckkräfte auf den Hebelmechanismus des Uhrwerks erfolgt mit Hilfe gehärteter Spezialstößel, die ebenfalls im Autobau zu finden sind.

Technologie aus dem Autobau fließt in den neuen Chronographen ein.

Beim „Motor“ und „Getriebe“ haben sich die Produktverantwortlichen für langjährig Bewährtes entschieden. Das verbaute Automatikkaliber Eta 7754 mit zusätzlichem und unabhängig verstellbarem 24-Stunden-Zeiger ist ein Derivat des Eta 7750, welches bereits den ersten Porsche Design-Chronographen von 1973 beseelte. Hochleistungsdichtungen halten Schmutz und Feuchtigkeit von der mit vier Hertz tickenden Mechanik fern.

Bis zu 100 Meter unter dem Meeresspiegel kann Mann mit dieser 45,5 mm großen Armbanduhr Zeitintervalle zwischen einer Achtelsekunde und zwölf Stunden erfassen. Am Handgelenk trägt das Titan-Oeuvre mit kratzfestem und siebenfach entspiegeltem Saphirglas insgesamt 15,5 Millimeter auf. Aufmerksamkeit ist also gewiss. 

Porsche Design Monobloc Actuator

Macht sich gut am Handgelenk: Der neue Porsche Design „Monobloc Actuator“

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03 2017 The Red Bulletin

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