Watchstars 2017: Die Sieger

Watchstars 2017 - Die Gewinner

Text: Gisbert L. Brunner
Fotos: Uhrenmarken  

Audemars Piguet, Bulgari, Hermès und Rolex stellen die Sieger der Watchstars Awards 2017.
Gisbert L. Brunner
Gisbert L. Brunner

Gisbert L. Brunner berichtet seit 1981 über Uhren und Zeitmessung. Er fungiert als Präsident der Watchstars-Jury.

Fast 100 unabhängige und international anerkannte Journalistinnen und Journalisten haben anhand der kürzlich an dieser Stelle vorgestellten Shortlists entschieden, welche Uhrenmodelle die Watchstars des Jahres 2017 zugesprochen bekommen.

Die Preisverleihung wird Ende März 2017 im Rahmen der Baselworld über die Bühne gehen. Mittlerweile haben die CEOs der vier Siegermarken Audemars Piguet, Bulgari, Hermès und Rolex ihre Einladung bereits erhalten.

Hier nun sind die glücklichen Sieger-Modelle in fünf Kategorien:

Watchstars Classic Star 2017 - Rolex Air King

Watchstars Classic Star 2017 - Rolex Air King

Das Comeback der in den 1950er Jahren lancierten „Air King“ gehörte zu den großen Überraschungen der diesjährigen Baselworld. Diese Armbanduhr markierte den Einstieg in die sportliche Welt von Rolex. Das trifft auf den Newcomer definitiv nicht mehr zu. Er liegt auf einer Ebene mit den anderen Sportuhren, insbesondere aber der legendären „Milgauss“, denn seine stählerne Schale besitzt ein Weicheisen-Innengehäuse. Selbiges leitet Magnetfelder bis zu einer Stärke von 1000 Gauss ähnlich einem Faraday’scher Käfig um das mechanische Uhrwerk herum.

Gleichermaßen zuverlässig wie präzise ist das altbekannte Automatikkaliber 3131 mit beidseitig wirkendem Rotoraufzug, 48 Stunden Gangautonomie und hauseigener „Parachrom“-Unruhspirale. Seit diesem Jahr gewährleistet Rolex für ausnahmslos alle Armbanduhren eine maximale tägliche Gangabweichung zwischen minus und plus zwei Sekunden. Alle diese Merkmale überzeugten die Watch Stars-Jury bei der Vergabe des „Classic Star“.

Watchstars Technical Star 2017 - Audemars Piguet Royal Oak Concept Supersonnerie

Watchstars Technical Star 2017: Audemars Piguet Royal Oak Concept Supersonnerie

Nicht weniger als acht Jahre intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeiten führten zur Audemars PiguetRoyal Oak Concept Supersonnerie“. Dabei haben Uhrmacher der Manufaktur und Wissenschaftler der Polytechnischen Hochschule Lausanne ein neues, durch drei Patente geschütztes Gehäusekonzept aus der Taufe gehoben.

Seitliche Öffnungen im äußeren der beiden Böden der 44 Millimeter großen Titanschale lassen die Minutenrepetition besonders klangstark in Erscheinung treten. Beim Klangkörper kamen bewährte Prinzipien aus dem Streichinstrumentenbau zur Anwendung. Im Gegensatz zu den aktuellen Trends bei Minutenrepetitionen steuert ein klassischer, nicht ganz geräuschloser Anker-Regulator den Ablauf des Schlagwerks. Neben dem Schlagwerk verfügt das Handaufzugskaliber 2937 auch noch über ein Tourbillon und einen Schaltrad-Chronographen. Weil der Klang wirklich beeindruckend ist, gebührt diesem Zeit-Manifest der „Technical Star“.

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Watchstars Design Star 2017 - Hermès Slim d‘Hermés Grand Feu Email

Watchstars Design Star 2017: Hermès Slim d‘Hermés Grand Feu Email

Die Uhrenlinie „Slim d‘Hermès“ führte Philippe Delhotal, den Kreativ-Direktor des französischen Luxus-Labels Hermès, und Philippe Apeloigs, einen französischen Star des Kommunikationsdesigns, zusammen. Letzterer kreierte eine markante Ziffern-Typografie für die in unterschiedlichen Ausführungen erhältlichen, in jedem Fall jedoch ultraflach ausgeführten Armbanduhren.

Im Gehäuse-Inneren Inneren tickt das lediglich 2,6 Millimeter hoch bauende Mikrorotor-Kaliber H1950. Das Rohwerk stammt von der Manufaktur Vaucher, an der Hermès eine 25-prozentige Beteiligung hält. Seine Zugfeder speichert Energie für 42 Stunden. 2016 präsentiert sich die puristische „Schlanke“ in einer besonders exklusiven Variante. Ihr strahlend weißes Zifferblatt besteht aus kostbarer „Grand-Feu-Emaille“. Die ausgewogene Optik des Ensembles bewog die Mehrheit der Jurymitglieder zur Zuerkennung des „Design Star“ 2017.

Watchstars Star for a Lifetime 2017 - Audemars Piguet Royal Oak Extra Thin

Watchstars Star for a Lifetime 2017: Audemars Piguet Royal Oak Extra Thin

1972, beim Debüt der stählernen „Royal Oak“, staunten die Besucher der Basler Uhrenmesse nicht schlecht. Georges Golay, damaliger CEO von Audemars Piguet, hatte Gérald Genta mit der Kreation beauftragt. Sein Design bestach durch Bullaugen-Stil, verschraubte achteckige Lünette und Gliederband. Trotz des beachtlichen Preises verkauften sich die ersten tausend mit dem ultraflachen Automatikkaliber 2121 ausgestatteten Exemplare erstaunlich schnell.

Bei der Namensgebung hatten sich die Verantwortlichen bekanntlich auf Karl II. von England besonnen. Der englische König musste 1651 musste im Verlauf der Schlacht von Worcester vor seinen Widersachern flie­hen. Schutz vor den Verfolgern bot der hohle Stamm einer Eiche, später „Royal Oak“ genannt. Dementsprechend taufte die Britische Roy­al Navy einige ihrer Schlachtschiffe. Eines davon, die 1862 gebaute „HMS Roy­al Oak“ besaß Kanonenöffnungen im Rumpf, die Audemars Piguet zur Namensgebung inspirierten.

Die ultraflache „Royal Oak“, der „Jumbo“ genannte Klassiker schlechthin, ist auch heute noch mit dem Kaliber 2121 erhältlich. Die Verleihung des „Star for a Lifetime“ geht deshalb ohne Wenn und Aber in Ordnung.

Watchstars New Star 2017 - Bulgari Octo Finissimo Minute Repeater

Watchstars New Star 2017: Bulgari Octo Finissimo Minute Repeater

Der Erfolg des ultraflachen „Octo Finissimo Tourbillon“ inspirierte Bulgari zur Kreation einer nicht minder schlanken Armbanduhr mit Minutenrepetition. 3,12 Millimeter Bauhöhe des Handaufzugskalibers BVL 362 können als gegenwärtiger Superlativ gelten. Aktuell entsteht in der Schweizer Uhrenindustrie kein flacheres Uhrwerk mit dieser klangvollen Komplikation. Nach dem Auslösen des Repetitions-Mechanismus schlägt das komplexe Oeuvre die Zeit minutengenau auf zwei Tonfedern. Für gleichförmigen Ablauf der Schlagfolge sorgt ein geräuschloser Fliehkraftregler.

Die 362 Werkskomponenten des Kalibers BVL 362 sind, wie es sich für ein Produkt der chronometrischen Spitzenklasse gehört, allesamt sorgfältig feinbearbeitet. Bemerkenswertes Klangvolumen gewährleistet einerseits die Verwendung von Titan für das 40 Millimeter große, bis zu fünf bar Druck wasserdichte Gehäuse mit Sichtboden. Zum anderen sind die Strich-Indexe des Zifferblatts für bessere Klangabstrahlung nach vorne durchbrochen. Nicht ohne Grund bekommt diese Graue Eminenz den „New Star“ 2017.

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12 2016 The Red Bulletin

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