FIFA-WM-Reform: Kuriose Ideen

7 verrückte Ideen für die kommenden Fußball-Weltmeisterschaften

Text: Christian Eberle
Foto: Getty Images

Mehr Teams, mehr Spiele, mehr Geld - Die FIFA reformiert die Weltmeisterschaften. Und wer sich schon an 48 Teilnehmern stört, hat keine Ahnung, was uns noch alles erwartet.

Gianni Infantino hat es geschafft. Nicht einmal die einhellige Meinung der „The Red Bulletin“-Expertenriege um Raphael Honigstein und Marcel Reif konnte den FIFA-Präsidenten und seinen Rat davon abhalten, die Fußball-WM auf 48 Mannschaften aufzustocken. Künftig wird in der ersten Turnierphase in 16 Dreiergruppen gespielt, die Anzahl der Matches steigt somit auf 80. Doch damit ist der Reformeifer der FIFA-Granden noch lange nicht gestillt. 

Infantino hat bereits kundgetan, auch die Unentschieden in der Gruppenphase abschaffen und per Elfmeterschießen einen Sieger finden zu wollen. Während hier noch eine Entscheidung aussteht, haben wir uns bereits ein paar Gedanken gemacht, welche kuriosen Ideen der höchste Fußballfunktionär der Welt und seine Kollegen noch aus dem Hut zaubern könnten.

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WM der Zukunft: Das erwartet uns

1 Noch mehr Teams

Wer sagt, dass 48 das Ende der Fahnenstange sei. Aktuell hat die FIFA 211 Mitgliedsverbände. Das heißt, nicht einmal ein Viertel der Welt darf bei der neuen „Mega-WM“ mitspielen. „WM für alle“ (Copyright Gianni Infantino) sieht anders aus. Der Weg kann also nur heißen: Noch mehr Mannschaften, schließlich stehen dank zahlreicher Abspaltungsbewegungen wie in Katalonien oder Wallonien schon längst potentielle Kandidaten ante portas.

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Mejor once posible de Catalunya?

2 Kürzere Spiele

Was tun, wenn knapp 100 Mannschaften eingeladen wurden, aber man dennoch nur vier bis sechs Wochen Zeit hat, alle Spiele unterzubringen? Richtig: Man kürzt die Spielzeit. Dauert eine Hälfte nur noch 15 Minuten, ist es nämlich möglich, dass Italien vormittags gegen St. Kitts und Nevis, mittags gegen Eritrea und am Abend gegen Venezuela antritt. 3 Spiele und dennoch nur 90 Minuten Belastung - Bravo FIFA!

3 Elfmeter-WM

Gianni Infantino ist ein Freund des Elfmeterschießens (siehe Einleitung) und wir natürlich auch. Nichts ist spannender, nirgends kommen die Sponsoren an den Banden besser zur Geltung, nirgends lassen sich geschickt Werbepausen platzieren. Warum also nicht gleich ab dem Viertelfinale auf das taktische Geplänkel davor verzichten. Allerdings wird die Zahl der Schützen pro Team auf 7 erhöht. Ansonsten fände sich vielleicht für einen Werbepartner keine geeignete Unterbrechung mehr.

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4 Die gemischte WM

Wer immer mehr Gleichheit für seine Mitglieder schaffen will, darf die Gleichheit der Geschlechter nicht vergessen. Anbieten würde es sich, Herren- und Damenteams künftig gemeinsam auflaufen und gegen andere gemischte Teams antreten zu lassen; man will ja schließlich die Anzahl der Spiele gleichbehalten. Zwei Optionen stehen zur Auswahl: 6 Frauen und 5 Männer pro Mannschaft, oder die Aufstockung auf 22 Spieler/Spielerinnen, was etliche neue taktische Varianten wie das berüchtigte 8-8-4 zur Folge hätte. Teamchef Pep Guardiola hätte seine Freude.

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5 In Schieflage spielen

Viele Mannschaften und viele Spieler auf dem Feld bedeuten gleichzeitig wenige Tore. Das besagt die Fußball-Arithmetik und dem muss natürlich gegengesteuert werden. Also könnten Gianni Infantino und Co. auf eine Maßnahme zurückgreifen, die sich bereits in der Testphase befindet: Das hängende Spielfeld. Anders als beim Projekt „Extreme Alpine Soccer“ soll das Gefälle aber Richtung Tor der favorisierten Mannschaft führen.

Keine Sorge: Bei der FIFA-WM wird das Spielfeld um 90 Grad versetzt, mit einem Tor oben und einem unten.

© YouTube // MYVAN

6 Klubs bei der WM

Als erbittertste Gegner jeglicher WM-Reform erweisen sich seit jeher die großen Fußballvereine, die eine zu hohe Belastung ihrer Spieler bekritteln. Warum also nicht Karl-Heinz Rummenigge und Co. dadurch besänftigen, den Spitzenteams eine eigene Wild Card für die WM zu geben. Bei bald 100 Teilnehmern stören ein paar mehr oder weniger auch nicht mehr. Wenn sich der FC Bayern, Chelsea und Real Madrid dann auf der größten Fußballbühne der Welt präsentieren können, ist sicherlich niemand mehr böse. Und ob sich Arjen Robben nun im Dress der Niederlande oder der Bayern verletzt, spielt im Endeffekt keine Rolle.

Live auf ServusTV: RB Leipzig gegen Glasgow Rangers

Spannende Standortbestimmung für RB Leipzig: Eine Woche vor dem Pflichtspiel-Auftakt 2017 gegen Eintracht Frankfurt absolviert das Überraschungsteam der Bundesliga-Hinrunde einen echten Härtetest gegen den Kult-Klub aus Glasgow.

7 WM für (wirklich) alle

Öffnung für mehr Teams, Frauen und Vereinsmannschaften ist ja schön und gut, aber auf eine wichtige Gruppe wird völlig vergessen - die Fans. Wieso sollten die Fußball-Konsumenten nur auf den Tribünen oder vor den Fernsehern sitzen. Bald schon wird jeder im Stadion an Seite derer auflaufen, die er früher bewundert hat. Die „Seleçao“, verstärkt durch 200 Millionen Anhänger auf dem Rasen, im Finale gegen Italien und 60 Millonen Tifosi - Virtual Reality macht es möglich.

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01 2017 The Red Bulletin

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