Chris Pratt Interview

Chris Pratt: „Ich bin kein Held!“      

Interview: Rüdiger Sturm
Bild: Getty Images

Nach „Guardians of the Galaxy“ und „Jurassic World“ reitet Chris Pratt als einer der „Glorreichen Sieben“ durch den Wilden Westen. Der 37-Jährige kann auch mit realen Schurken fertig werden, aber gegen seinen kleinen Sohn ist er völlig machtlos.

Hollywood-Star Chris Pratt im Gespräch über …

  • seine Heldentaten
  • die „glorreichen Sieben“ in seinem Leben
  • Parallelen zu seiner Rolle Josh Farraday

THE RED BULLETIN: Was haben Sie mit einem Westernhelden gemeinsam?

CHRIS PRATT: Ich habe ziemlich viele Leute umgebracht - aber das wissen nur die wenigsten.

Zum Glück. Sonst wären Sie wahrscheinlich längst im Gefängnis gelandet.

Okay, das war ein Scherz. Das Einzige, was ich an Talent für den Wilden Westen mitbringen würde, wären meine Kartentricks. Die habe ich mit meiner Filmfigur gemeinsam. Aber vor dem Dreh zu den „Glorreichen Sieben“ konnte ich nicht mal reiten, geschweige denn mit alten Pistolen schießen. Aber ich habe es gelernt.

Und dann haben Sie zu sich gesagt ‚Mann, bin ich gut’. – So wie Ihre Filmfigur?

Nein, so würde ich nie von mir sprechen. Der Typ ist viel arroganter als ich. Okay, ich bringe es auch mal fertig, etwas Klugscheißerisches von mir zu geben, aber ich habe nicht dieselbe Dreistigkeit.

© Youtube // KinoCheck

 

„Die glorreichen Sieben“ sind alle Männer. Aber sind nicht Frauen in Wirklichkeit das starke Geschlecht?

Ich würde nicht verallgemeinern wollen, aber keine Frage: Stärke ist nicht von Äußerlichkeiten abhängig, die kann viele Formen annehmen. Es gibt viele Frauen, die mehr drauf haben als Männer. Mein ganzes Team besteht aus Frauen. Und einer der stärksten Menschen, der mir je untergekommen ist, ist meine Mutter. Die schlug sich mit drei Kindern durch, die sie ganz jung bekam, schuftete 30 Jahre lang bis zum Umfallen.

Und wer ist die stärkste männliche Person, die Sie kennen?

Mein vier Jahre alter Sohn. Der lässt sich von niemand einschüchtern, auch nicht von mir. Ich kann ihm noch so lange sagen ‚Schlag mir nicht in die Eier’, er macht es trotzdem.

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Gab es denn einmal eine Situation, in der Sie zum Helden wurden?

Mein ganzes Leben ist eine einzige Heldentat. – Okay, das war wieder ein Scherz. Ich weiß nicht, ob ich das heldenhaft nennen würde, aber ich habe in New York einmal verhindert, dass ein Typ ein Mädchen verprügelte.

Was haben Sie da getan?

Ich habe den Mann gegen ein Auto gedrückt und gedroht, ihm die Zähne einzuschlagen, falls er das Mädchen wieder anfassen sollte. Niemand sonst hat etwas gemacht. Also musste ich einschreiten.

Und danach haben Sie sich wegen Ihres Muts auf die Schulter geklopft?

Danach hatte ich Stunden lang weiche Knie. Mein Mut hat nur die paar Sekunden gehalten, in denen ich das gemacht habe. Eigentlich habe ich dem Mädel bloß genügend Zeit verschafft, damit sie weglaufen kann. Also, wenn ich es mir recht überlege: Held bin ich sicher keiner. Und jetzt lasse ich mich gerade wieder von meiner Frau mit Essen vollstopfen. Da bin ich sowieso zu keinen großen Taten fähig, aber das ist okay so.

Gibt’s eigentlich in Ihrem Leben die ‚glorreichen Sieben’?

Das ist ganz leicht. Da muss ich nur die Mitglieder meiner Familie und meine Freunde nennen. Allerdings sollte ich das besser nicht tun. Denn das sind wesentlich mehr und wenn ich mich auf sieben beschränke, dann glauben sie noch, ich stelle eine Rangordnung auf. Auf jeden Fall, wenn es einen echten Helden darunter gibt, dann ist das mein Bruder – der ist Cop. Das Einzige, was ich Großartiges vollbringe, ist, mit meinem Sohn Stunden lang Lego zu spielen.

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09 2016 THE RED BULLETIN

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