Effie Trinket (Elisabeth Banks) in The Hunger Games

Die furchtbarsten Frisuren der Film-Geschichte

Text: Christoph Stachowetz
Bild (oben): StudioCanal

Schauspieler sind schöne Menschen, die in ihren Filmen top-gestylt sind. Diesen Mythos von perfekten Frisuren gilt es zu widerlegen. Hier sind 10 Gründe, die dich glücklich machen, in keine Rolle schlüpfen zu müssen.

Nicht erst seit Donald Trump seine Kandidatur bei den US-Präsidentschaftswahlen angekündigt und mit seinem Verhalten sowie seiner Aufmachung gleichermaßen für Schock und Belustigung gesorgt hat, ist die unterhaltsame Haartracht an sich wieder auf der Tagesordnung. Mit steter Regelmäßigkeit begeistern Maskenbildner und Set-Friseure auch im Zuge des Filmemachens immer wieder mit schrägen Haarschnitten, Toupets und sonstigem Gestaltungswahnsinn. Grund genug also, sich mal ein paar der fantastisch-furchtbarsten aller Zeiten genauer anzusehen.

Cressida in The Hunger Games

© StudioCanal

Die Tribute von Panem

Caesar Flickerman (Stanley Tucci), Cressida (Natalie Dormer) und Effie Trinket (Elisabeth Banks)

Warum dystopische Visionen von zerfallenen Gesellschaftstrukturen oftmals auch die absurdesten Charaktere mit noch verwegeneren Haarschnitten mit sich bringen, kann sich wohl niemand erklären. Das gleiche gilt übrigens auch für Musiker: Warum ist Tom Waits in „Book of Eli“, Ice-T in „Tank Girl“ oder Lenny Kravitz in „The Hunger Games“? Wie auch immer: Bei der letztgenannten Filmreihe übertrumpfen sich die Charaktere nur so mit abenteuerlichen Frisuren - man denke hier etwa an Stanley Tuccis exzentrischen Moderator Caesar Flickerman und dessen unmögliche Tolle, Elisabeth Banks Effie Trinket und ihre beständig schräge Aufmachung oder seit neuestem auch Natalie Dormers Cressida. Schlimm.

Jim Carrey in Dumm und Dümmehr

© Universal Pictures

Dumm und Dümmer

Lloyd Christmas (Jim Carrey)

Ein Klassiker unter den “Topf drauf und rundherum schneiden bitte”-Frisuren: Jim Carrey in der unsterblichen Rolle als Obertölpel Lloyd Christmas in „Dumm und Dümmer“ (oder weniger lustig in „Dumm und Dümmehr“). Der beste Beweis dafür, dass man oftmals in Filmen von der (fehlenden) Extravaganz der Haartracht auf einige persönliche Merkmale Rückschlüsse ziehen kann - wenn nicht schon in diesem Fall das Verhalten selbst mehr als genug Hinweis ist.

Johnny Depp in Alice in Wonderland

© Disney

Alice im Wunderland

Der verrückte Hutmacher (Johnny Depp) und Die Rote Königin Iracebeth (Helena Bonham Carter)

Es mag vielleicht etwas verwundern, aber ja, Tim Burton hat einen recht exzentrischen Stil, zumindest was seine Filme anbelangt. Wenn der bekannte Regisseur schon nicht vor der Kamera selbst diese Eigenheiten vorführen darf, so hat er mit seinem langjährigen Kompagnon Johnny Depp sicherlich das geeignete Mannequin gefunden: Vom krausen Edward mit den Scherenhänden bis hin zum zerrupften Sweeney Todd finden sich so einige Stile, die kaum zur Nachahmung verleiten dürften. Auch in der Rolle des Mad Hatters darf Burton oder eben Depp dem Haarwuchs freien Lauf lassen. Ebenfalls eine dringende Erwähnung wert: Helena Bonham Carters knallroter Wahnsinn auf dem Kopf.

Javier Bardem in No Country for Old Men

© Universal Pictures

No Country for Old Men

Anton Chigurh (Javier Bardem)

Vielleicht nicht mehr allzu gebräuchlich im 21. Jahrhundert, hat der Ausdruck “Prinz Eisenherz”-Haarschnitt spätestens seit dem großartigen Thriller „No Country For Old Men“ des Regieduos Joel und Ethan Coen ein kleines Revival gefeiert. Episch verkörpert von einem auf dem Zenit seiner schauspielerischen Fähigkeiten angelangten Javier Bardem, darf seine Figur Anton Chigurh mit der Zielstrebigkeit und Effizienz eines Terminators auf Menschenjagd gehen, Bolzenschußgerät inklusive. Und das Ganze dann eben mit einer Frisur, die das schreckliche Treiben nochmals zu unterstreichen vermag.

Peter Dinklage in X-Men

© 20th Century Fox

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

Storm (Halle Berry) und Bolivar Trask (Peter Dinklage)

Ok, hier sollte vielleicht doch mit Vorsicht argumentiert werden, weil: Immerhin gibt ja schon der Titel der aktuellsten X-Men Verfilmung Aufschluss darüber, dass es sich hier um ein zeitliches Fragment handelt. Hugh Jackmans (ohnehin schon recht gewöhnungsbedürftig geföhnter) Wolverine reist handlungsbedingt in die 70er Jahre zurück - da kann man angesichts exotischer Haarschnitte schon mal ein Auge zudrücken. So gern man das auch bei vielen der vorhandenen Charaktere machen will (looking at you, Patrick Stewart) - Peter Dinklage als Bolivar Trask sorgt für Gänsehaut, nicht nur bewusst. Zumindest bei Halle Berrys Storm kann man nachsichtiger sein - Sturmfrisur und so.

Bradley Cooper und Christian Bale in American Hustle

© Tobis

American Hustle

 Irving Rosenfeld (Christian Bale), Richie DiMaso (Bradley Cooper)

Auch hier gilt ein 70er-Jahre-Bonus. Ein Großteil des Charmes von David O. Russells vielfach Oscar-nominierter Gangsterkomödie geht ja vom Retro-Chic des Settings und der großartigen Aufmachung der Figuren aus. So kann man durchaus argumentieren, dass der Glanz-Haarspray-Afro von Bradley Cooper im Film sicher seine Berechtigung hat und zur allgemeinen Erheiterung beisteuert. Das größte Abenteuer seiner bisherigen Leinwandkarriere durfte sicher Ex-Machinist und Ex-Batman Christian Bale in der Hauptrolle erleben: Eine in jeder Hinsicht massive Performance, deren Krönung ein kunstvoll drapierter Seitenscheitel über die Glatze darstellt. Hätte er gleich danach American Psycho gedreht, würde man den Wahnsinn sicherlich noch besser in seinen Augen erkennen.

Colin Farrell als Alexander

© Constantin Film

Alexander

Alexander der Große (Colin Farrell)

Ein Epos in vielerlei Hinsicht: Die Geschichte von Alexander dem Großen zu erzählen ist ein gewaltiges Unterfangen - dessen ist sich JFK-Regisseur Oliver Stone sicherlich auch im Vorfeld schon bewusst gewesen. Eine gigantische Produktionen mit ebensolchem Budget, letztendlich jedoch ein riesiger Flop an den Kinokassen. Die Gründe dafür sind vielfältig, wir vermuten jedoch (mit einem Schmunzeln), dass der billig wirkende blonde Fetzen auf Hauptdarsteller Colin Farells Kopf die Zuseher wohl zu stark von den diversen Feldzügen des wohl größten Eroberers aller Zeiten ablenkte. 

Taylor Lautner in Twilight

© Constantin Film

Twilight

Jacob Black (Taylor Lautner)

In einem Satz: “Get a Haircut, Hippie!” Über die „Twilight“-Filmreihe lässt sich ja gut diskutieren, in einem Punkt dürften sich aber alle Fans und Kritiker mehr als einig sein: Das Verbrechen gegen den guten Geschmack - aka Taylor Lautners als Vorhang getarnte Perücke - ist ohne Zweifel mehr als lachhaft. Glücklicherweise - für alle Beteiligten, Zuseher inkludiert - kommt sie auch nur vergleichsweise kurz zum Einsatz.

Chris Tucker in The Fifth Element

© Sony Pictures

Das fünfte Element

Ruby Rhod (Chris Tucker)

Dass sich der französische Regisseur Luc Besson nicht unbedingt in seinem eigenen Stil einschränken lässt, legt seine Filmographie („Leon“, „Lucy“) nahe. Auch als Produzent mit der von ihm gegründeten Filmproduktions- und Verleihfirma EuropaCorp hat der umtriebige Pariser so manches Werk veröffentlicht, das inhaltlich nicht gerade als “dezent” oder “subtil” zu beschreiben wäre (etwa: „Taxi“, „Taken“, „The Transporter“, „Hitman“). Mit diesem Hintergrund sollte man dann auch wenig überrascht sein, dass das als Sci-Fi-Epos angelegte „Fünfte Element“ schon mit den Produktionskosten von etwa 100 Millionen Dollar allerlei Grenzen überschritt. Eine nette Besetzung rund um Bruce Willis, Gary Oldman und Newcomerin Milla Jovovich, eine interessante Rahmenhandlung mit vielen schrägen Szenerien und grundsätzlich ungewöhnliche Figuren ließen das Werk dann doch zu einem der erfolgreichsten europäischen Filme überhaupt werden. Jeder, der „Das fünfte Element“ kennt, wird sicher auch bemerkt haben, dass die Ausstattung der Charaktere sehr, sehr exotisch anmutet - Designer Jean-Paul Gaultier zeichnet verantwortlich. Dass auch die Frisurengestaltung sehr “markant” ist, sollte also auch niemanden verwundern, vor allem bei Chris Tuckers Figur Ruby Rhod. In diesem Fall sagt ja ein Bild mehr als tausend Worte.

Nicolas Cage in Drive Angry

© Warner Bros.

Con Air, Tokarev, Drive Angry, Next, Duell der Magier, Knowing, Bangkok Dangerous

Nicolas Cage

Ah, Nicolas Cage. Der Oscar-prämierte Schauspieler (ja, tatsächlich) ist ja ein begehrtes Ziel für viele, die sich mit, man möchte sagen: ungewöhnlichen Performances in Filmen auseinandersetzen. Seine Anwesenheit alleine sorgt mittlerweile seit einiger Zeit für Schmunzeln beim Kinopublikum, wohl vor allem, weil seine Rollenauswahl willkürlicher nicht sein könnte. Abseits davon kann man aber auch schon von der Frisur seines Charakters oftmals auf die Ernsthaftigkeit der Rolle selbst schließen: Je schräger, desto unterhaltsamer, im guten wie im schlechten Sinne. “So bad it’s good” ist Cages Mantra wie es scheint, auch sein jeweiliger Stylist dürfte diesem mit Vergnügen folge leisten. Anders lassen sich weder Filme noch Haartrachten wie in „Con Air“, „Drive Angry“, „Knowing“ oder „Bangkok Dangerous“ ja nicht erklären.

Pressplay Logo
Klicken zum Weiterlesen
12 2015 pressplay für Redbulletin.com

Nächste Story