Emma Stone talks La La Land

Emma Stone und ihr Tipp aus dem La La Land: „Sei netter zu dir selbst“

Foto: Getty Images / The Washington Post / Contributor
Interview: Rüdiger Sturm

„La La Land“ ist momentan der Film, über den die Welt spricht. Nach sieben Golden Globes gilt der Streifen mit Emma Stone und Ryan Gosling in den Hauptrollen auch als großer Favorit bei der Oscar-Verleihung im Februar. Im Interview mit The Red Bulletin spricht Protagonistin Stone über ihre Rolle, die eigentlich jede spielen könnte.

THE RED BULLETIN: Sie sind auf einmal zum Musicalstar geworden, obwohl Sie gar keine Sängerin sind, greifen jetzt sogar nach dem Oscar. Wie ist so etwas möglich?

EMMA STONE: Erstmal muss ich betonen, dass ich weder eine große Sängerin noch Tänzerin bin. Ich könnte auch nie acht Shows pro Woche am Broadway absolvieren. Und auch in „LaLa Land“ gibt es Szenen, wo ich mir einen Fehltritt leiste oder falsch singe.

Das heißt, jeder könnte so etwas machen?

Ich gebe zu, dass ich schon in meiner Jugend in sehr vielen Amateur-Musicals aufgetreten bin. Aber die Rolle in „Cabaret“ am Broadway konnte ich nur spielen, weil eben die Figur der Sally Bowles eine Sängerin in einem drittklassigen Nachtclub ist. Auch im Film „LaLa Land“ geht es nicht um Perfektion. Und wenn meine Stimme mal besonders daneben war, dann haben wir das in der digitalen Nachbearbeitung hingebogen.

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Welchen Tipp haben Sie für jemanden, der es Ihnen nachtun möchte?

Hab keine Angst vor dem Singen. Ich war früher immer so nervös, dass ich nicht gut klinge, dass ich die Stimme verloren habe. Aber für „Cabaret“ hatte ich einen Gesangslehrer, der mir beigebracht hat, dass es dabei auf die Emotionen ankommt. Du musst nicht kristallklar klingen, sondern einfach aus deinem Bauch raus singen. Klassisches Training brauchst du dafür nicht. Und seither liebe ich es. Ich singe ständig – ob in der Dusche oder im Auto.

Kann man auch menschlich etwas beim Singen lernen?

Einfach, dass du mal Sachen ausprobieren sollst, vor denen du dich fürchtest. Und dass du ruhig netter zu dir sein kannst. Bei „Cabaret“ habe ich immer wieder mal meine Stimme verloren, weil ich mir zu viel Stress gemacht und zu wenig geschlafen habe. Sei gelassener, denn kein Mensch ist perfekt. Und wenn du einmal versagst, dann wirst du das andere Mal dafür gut sein.

Muss man ein Träumer sein, um solche Aktivitäten zu verfolgen?

Ich war auf jeden Fall eine Träumerin, als ich aufwuchs. Ich verbrachte viel Zeit in meinem Zimmer und malte mir die ganzen Geschichten aus, die ich erzählen wollte. Ich las auch stapelweise Bücher und stellte mir vor, ich sei die Hauptfigur.

Jetzt haben Sie ja viele dieser Träume verwirklicht. Wird man ein wenig zynisch, wenn man in dieser Branche arbeitet?

Du kannst dir deinen Idealismus und den Glauben an die Magie schon behalten. Aber es wird ein wenig kompliziert, wenn aus deiner Leidenschaft dein Job wird. Wenn du das tun kannst, was du liebst, und auf einmal musst du geschäftliche Entscheidungen treffen, dann musst du gedanklich umschalten. Ich tat mich da erstmal etwas schwer.

„LaLa Land“ handelt von Leuten, die wie Sie ihre Träume in Los Angeles verwirklichen wollen. Können Sie das empfehlen?

Von den Hunderttausenden, die hierher kommen und das versuchen, werden es nicht alle schaffen. Oder zumindest nicht auf dem Niveau, das sie sich erhoffen. Das kann dich seelisch ganz schön fertig machen. Aber ich kann logischerweise nicht davon abraten. Es ist eben ein magischer Moment, wenn es passiert, und der wiederholt sich. Aber es existiert kein allgemeines Rezept, wie man „es in Hollywood schafft“, wie es so schön heißt.  Es gab auch bei mir eine Phase, wo ich verzweifelt habe – und ein paar Wochen später bekam ich eine Rolle, die alles verändert hat. Irgendwie sollte es einfach sein.

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01 2017 The Red Bulletin 

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