Aaron Eckhart

Aaron Eckhart: „Was genau ist deine Message?“

Text: Nora O’Donnell
Foto: David Yellen

Aaron Eckhart sitzt lieber am Lagerfeuer und schaut in die Wolken, als mit anderen Hollywood-Stars Party zu machen.

Aaron Eckhart ist 48 und hat sich in Hollywood als aufrichtiger Mann einen Namen gemacht, den das Schicksal gern mal vor heiklere Lebensaufgaben stellt. Wie auch in den beiden bewegenden Biopics, die demnächst anlaufen: In „Sully“ über die spektakuläre Notwasserung des US-Airways-Fluges 1549 (zu sehen ab 1. Dezember) spielt er ­Kopilot Jeffrey Skiles (als ­Kapitän Chesley Sullenberger: Tom Hanks). Und in „Bleed for This“ (vorläufig nur auf US-Leinwänden) trainiert er Profiboxer Vinny Pazienza (Miles Teller), der 13 Monate nach einem Genickbruch wieder in den Ring steigt. 

Beide Rollen sind anspruchsvoll und intensiv, beide leben von dem Druck, für das Schicksal anderer verantwortlich zu sein. So viel Verantwortung im Job braucht ausreichend Gegengewicht im Privatleben, sagt der gebürtige Kalifornier.

THE RED BULLETIN: Du hast einmal gesagt: „Umso einfacher mein Leben ist, desto besser.“ Wäre kompliziert und luxuriös nicht manchmal spannender?

AARON ECKHART: Ich verstehe „einfach“ im Sinn von „unaufgeregt“. Je älter du wirst, desto wichtiger wird es, dich selbst zu kennen. Am Anfang meiner Karriere wandte ich viel von meiner Energie dafür auf, Everybody’s Darling zu sein. Das mache ich jetzt nicht mehr. Ich verstelle mich nicht mehr. Und dabei ist meine Ranch in Montana sehr hilfreich. 

Wie das?

Dort verbringe ich Stunden über Stunden damit, das Wasser im Bach zu beobachten. Holz sammeln, Feuer machen, Wolken ansehen. Nichts entspannt mich wie das. Alle Sorgen sind wie weggefegt. Das ist Glück. Und wirklich einfach, nicht? 

© KinoCheck // Youtube

Klingt nach einem Menschen, der im Gefühl lebt, im Leben alles erreicht zu haben.

Ganz und gar nicht. So eine Karriere ist ja auch eine Aufgabe, die man ernst nehmen muss. Du musst dir Gedanken darüber machen, wer du bist. Und vor allem: Was ist deine Message?

Wer löst diese Herausforderung besonders gut? 

Sean Penn. Absolut. Er ist mutig, er steht zu seinen Überzeugungen, er lässt seinen Worten Taten folgen.

© FabianPohl Trailers // Youtube

Und er ist Aktivist. Wie sieht’s mit deiner politischen Botschaft aus?

Ich versuche Dinge eher gesamthaft zu sehen. Das Verbindende zu stärken anstelle des Trennenden ist etwas, das ich auch in meinen Filmen umzusetzen versuche. Solche Prinzipien sind es doch, die im Mittelpunkt stehen, ganz egal ob Religion, Politik oder Hautfarbe aktuell das Thema sind.

Warum müssen wir ­immer kämpfen? Mir gefällt die Message, dass wir alle gleich sind. 

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09 2016 The Red Bulletin

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