Stephen Marley: Playlist

Stephen Marley: Die besten jamaikanischen Songs

   

Bob Marleys zweitgeborener Sohn nennt 5 seiner Lieblingssongs aus Jamaika

Stephen Marley war – Überraschung! – schon als Kind Musik-Allrounder. Mit sieben spielte er mit seinen Geschwistern bei The Melody Makers Gitarre und Schlagzeug und performte auf Festivals mit dem Vater.

Der mittlerweile 44-jährige Produzent und Musiker hat acht Grammy Awards gewonnen, so viele wie kein Reggae-Künstler vor ihm. Sein neues Album „Revelation Pt II: The Fruit of Life“ vereint Roots-Reggae mit Rap-Versen von Busta Rhymes oder Iggy Azalea. Für uns gibt er den musikalischen Reiseführer und nennt fünf Lieblingssongs aus seiner Heimat Jamaika.

stephenmarleymusic.com

 

Bob Marley and the Wailers: „One Love“

„Wohl keine Überraschung, dass meine erste Wahl auf meinen Vater fällt. Der Einfluss seines Songwriting ist bis heute ungebrochen, für viele ist er die Personifizierung jamaikanischer Musik. Kein anderer Song fängt den Vibe der Insel besser ein als ‚One Love‘. 1976 schrieb er diesen Aufruf zur Einigkeit während blutiger politischer Unruhen. Ich liebe es, diese zeitlose Hymne des Friedens auf meinen Konzerten zu covern.“

© YouTube // Reggae Man

Toots & the Maytals: „Pressure Drop“

„Uncle Toots, wie wir ihn stets nannten, war ein Freund meines Vaters. Bis heute sprüht er nur so vor Leben – dafür liebe ich ihn. Seine energiegeladenen Live-Shows gaben ihm den Ruf des jamaikanischen James Brown. Dieser Upbeat-Song auf dem Filmsoundtrack von ,The Harder They Come‘ half dabei, Reggae in der Welt zu verankern. Einer der besten jamaikanischen Songs aller Zeiten. Punkt.“

© YouTube // riquemx

Alton Ellis: „I’m Still in Love with You“

„Wer tiefer in die Welt jamaikanischer Musik eintauchen möchte, muss diesen Song hören. Viele kennen das Cover von Sean Paul, nur leider haben sie vom Original von Alton Ellis – einem der Rocksteady-Pioniere – noch nie etwas gehört. Rocksteady war noch vor Reggae; ein bisschen schneller, stark von US-Soul inspiriert, darum haben viele Songs auch diesen positiven Vibe. Wunderschön – unbedingt anhören!“

Culture: „Jah, Jah See Dem a Come“

„Für manche ist Reggae unbeschwerte Musik. Was viele nicht wissen: Reggae kann richtig politisch sein, besonders die Songs der 1970er. Von der US-Bürgerrechtsbewegung inspiriert, schrieben jamaikanische Künstler wie Burning Spear oder Culture gesellschaftskritische Songs, die meinen Blick auf die Welt schärften. Als Teenager waren Songs wie ,Jah, Jah, See Dem a Come‘ Teil meiner politischen Bildung.“ 

© YouTube // browningbbw

Third World: „1865 (96° in the Shade)“

„Dieser Song ist wie eine Lehrstunde in jamaikanischer Geschichte. Die Lyrics sind eine poetische Nacherzählung der Ereignisse des Morant-Bay-Aufstands 1865 (eines Protests armer schwarzer Jamaikaner gegen Regierung und Justiz der Kolonialmacht Großbritannien; Anm.). Ich war erst neun, als ich den Song zum ersten Mal hörte, aber ich verstand ihn damals schon. Er ist Zeugnis der revolutionären Kraft jamaikanischer Musik.“ 

© YouTube // Erick Brown

Klicken zum Weiterlesen
10 2016 The Red Bulletin

Nächste Story