Candice Patton & Danielle Panabaker aus The Flash

Candice Patton & Danielle Panabaker über Superhelden des Alltags und starke Frauenrollen

Interview: Holger Potye
Foto: Getty Images

Wir haben mit den The Flash-Beauties Candice Patton & Danielle Panabaker beim TV Festival in Monte Carlo über reale Superhelden, Überleben in Hollywood und die neue Staffel gesprochen

Candice Patton spielt in der Superhelden-TV-Serie The Flash Iris West, Barry Allens potentielle zukünftige Freundin, während Danielle Panabaker Caitlin Snow mimt. 

THE RED BULLETIN: Candice, welche Vor- und Nachteile gibt es, wenn man die möglicherweise zukünftige Freundin von The Flash spielt?

CANDICE PATTON: Ich liebe meinen Job. Es ist nur ein bisschen schwierig, den Fan-Erwartungen zu entsprechen. Manche wünschen sich, dass wir bald zusammenkommen. Manche wollen das auf keinen Fall. Die Beziehung zwischen Barry und Iris ist - wie ich finde - sehr romantisch und schicksalhaft. Es geht darum, die Person in deinem Leben zu finden, die für dich bestimmt ist. Das ist eine sehr erhabene und romantische Idee.

Danielle, dürfen wir in der 3. Staffel mit Killer Frost rechnen?

DANIELLE PANABAKER: Ich fände es toll, wenn wir mehr von Killer Frost sehen würden. Leider ist die Earth-2-Version von Killer Frost aber tot. Aber es gibt ja jede Menge weiterer Earth-Versionen, vielleicht sehen wir sie auf einer von ihnen.

© Youtube // Warner Bros. TV

Wir haben bereits Ihre Charaktere von Earth 1 und Earth 2 gesehen. Welche Erwartungen haben Sie an Earth 3?

DANIELLE: Einfach nur Abwechslung. Ich liebe es, wenn alles immer wieder anders ist. 

CANDICE: Ich habe keine Ahnung was sich unsere Drehbuchschreiber für Earth 3 ausgedacht haben. Und es gibt noch so viele weitere. Wir haben nicht erwartet, dass wir in so viele Rollen schlüpfen dürfen. Das ist eine Chance, die man nur selten bekommt.

In „The Flash“ gibt es viele ambitionierte Spezialeffekte für eine TV-Serie. 

DANIELLE: Ja, mir wird immer noch schwindelig, wenn ich vor unserem gigantischen Green Screen stehe.

CANDICE: Eigentlich machen wir jede Woche einen großen Kino-Blockbuster, keine kleine TV-Serie. Es ist schon schwierig sich vorzustellen, dass etwas da ist, was man als Schauspieler nicht sehen kann. Aber dir etwas vorzustellen, was in der realen Welt nicht existiert - wie z.B. einen Hai in Hosen - macht es zu einer echten Herausforderung.

Team Flash. Regram from @grantgust 📷 by @tylergust10 #SDCC #TheFlash

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Hatten Sie einen Lieblings-Superhelden als Sie noch ein Kind waren?

DANIELLE: Für mich ist das alles neu. Ich lerne jeden Tag dazu.

CANDICE: Ich bin mit DC aufgewachsen. Batman war mein Lieblingsheld. Ich habe zwar keine Comics gelesen, aber dafür alle Batman- und Superman-Filme geschaut. Ich habe begonnen die Flash-Comics zu lesen und natürlich die Preacher-Comics.

„Iris ist in ihren 20ern. Es ist unmöglich, dass sie bei allem bereits den Bogen raus hat. Ich kenne niemanden Mitte 20, der so weit ist.“ 
Candice Patton über ihre Rolle

Das Publikum scheint manchmal von weiblichen Hautpfiguren zu erwarten, dass sie immer stark sind.

CANDICE: Absolut. Ich musste feststellen, dass das Publikum nicht sehr interessiert daran war, ob ich eine Entwicklung durchmache oder nicht. Es erwartet scheinbar, dass du stark beginnst, stark bleibst und stark abschließt. Aber das ist unrealistisch und entspricht in keiner Weise dem realen Frauenbild. Frauen sind kompliziert. Wir sind chaotisch, sind durcheinander. Wir machen Fehler. Ich denke, es ist wichtig, auch diese Seiten zu zeigen. Meine Rolle, also Iris, hat sich von der ersten zur zweiten Staffel kontinuierlich weiterentwickelt. Und das sollte so bleiben. Damit zeichnen wir ein realistischeres Bild von Frauen. Iris ist in ihren 20ern. Es ist unmöglich, dass sie bei allem bereits den Bogen raus hat. Ich kenne niemanden Mitte 20, der so weit ist.

Wenn Superhelden in unserer realen Welt existieren würden, wäre unsere Erde dann ein besserer oder schlechterer Ort?

CANDICE: Wir deuten in unserer Serie an, dass Superhelden in unserer Welt bereits existieren. Du brauchst keine Superkräfte, um Gutes in deiner Nachbarschaft zu tun. Es geht darum deine Fähigkeiten so gut wie möglich einzusetzen, um anderen zu helfen. Wenn du heute vom Blitz getroffen würdest und plötzlich superschnell laufen könntest, wofür würdest du diese Fähigkeit einsetzen? Wärst du Barry Allen (aka The Flash) oder wärst du Reverse Flash? Würdest du Gutes oder Böses tun? 

#tbt. Missing you San Diego Comic Con!

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Wer sind Ihre Superhelden im echten Leben?

DANIELLE: Ich finde Hillary Clinton gut.

CANDICE: Unser Militär, unsere Krankenschwestern, unsere Ärzte, ganz normale Menschen, die ehrliche Arbeit verrichten. Manchmal beneide ich als Schauspielerin diese Menschen. Manchmal denke ich, was ich tue, ist nicht wichtig oder bedeutend. Für mich persönlich ist mein Vater ein Held. Er hat hart gearbeitet für sein Geld. Und er hat in mir diese Idee verinnerlicht, dass man niemals aufgeben sollte. Das ist ein Held für mich - jemand, der andere Menschen in ihrem Leben inspiriert.

Gab es Momente in Ihrer Karriere, in denen Sie ans Aufgeben dachten?

„ Für mich persönlich ist mein Vater mein Held. Er hat in mir die Idee verinnerlicht, dass man niemals aufgeben sollte.“
Candice Patton

CANDICE: Ja, kurz bevor ich diese Rolle bekommen habe. Als Schauspielerin verbringst du die Hälfte deines Leben bei Castings. Du hantelst dich von einem Job zum nächsten. Man hat das Gefühl, dass man niemals Stabilität in seinem Leben finden wird. The Flash kam zu einem Zeitpunkt in meinem Leben, in dem ich einige Jobs immer ganz knapp verpasst habe. Wenn dir das öfter passiert, fängst du an, die Hoffnung zu verlieren. Du fragst dich, ob das alles nur ein Wunschtraum ist, dem du nachhängst, der sich aber niemals erfüllen wird. Ich kann mich noch genau erinnern. Ich bin an Weihnachten zu meinen Eltern nach Texas gefahren. Ich dachte, ich hätte das The Flash-Casting vermurkst. Also hab ich meinen Eltern erzählt, dass ich darüber nachdenke aufzugeben und zurück nach Texas zu gehen. Meine Mutter sagte daraufhin: „Du kannst zurück nach Texas gehen, aber du kannst nicht hier bei uns wohnen. Ich werde dich nicht dabei unterstützen, wenn du deine Träume aufgibst.“ Also bin ich zurück nach L.A. und zwei Wochen später hatte ich die Zusage für meine Rolle in The Flash.

DANIELLE: Ich war einige Male kurz davor aufzugeben. Die Schauspielerei ist ein Business, in dem du ständig mit Zurückweisung zu kämpfen hast. Du musst einen Weg finden damit umzugehen oder aufhören.

Was mögen Sie an „The Flash“ am meisten? 

DANIELLE: Die Art, wie wir Geschichten erzählen. Das und die Tatsache, dass dir ein Serien-Job ein regelmäßiges Einkommen und Stabilität verschafft. Ich arbeite zehn Monate im Jahr. Das ist ein gutes Gefühl und für eine Schauspielerin keine Selbstverständlichkeit.

CANDICE: Das Coole an „The Flash“ ist, dass wir es geschafft haben ein Kult-Comic in eine gute TV-Serie zu verwandeln. Wir erreichen eine junge Generation und viele dieser Fans werden mich ein Leben lang als Iris West in Erinnerung behalten. (Zeigt auf Danielle) Und Danielle wird für sie immer Caitlin Snow sein. Das bedeutet mir sehr viel.

Wer ist ihr Lieblings-Bösewicht in der Serie?

DANIELLE: Wir hatten schon viele. Reverse Flash und Zoom sind großartig. Aber ich persönlich fand Captain Cold sehr cool, auch wenn er kein echter Bösewicht war. Wer mir noch als Bösewicht gefiel: The Trickster, Weather Wizard und Trajectory.

CANDICE: Ich sage auch Captain Cold. Ich weiß nicht genau, was es ist, aber er hat etwas Cooles an sich.

Welche Art von Feedback bekommen Sie von den Fans?

DANIELLE: Da wir in Vancouver leben und arbeiten, bekommen wir nicht viel mit. Ich liebe es aber, wenn mir Fans verraten, dass sie die Serie immer im Familienkreis schauen.

CANDICE: Iris ist in den Comics eine weiße Frau. Ich fand es toll, dass die Produzenten sich entschlossen haben, sie in der Serie als Afro-Amerikanerin zu besetzen. Das schönste Kompliment von den Fans ist: „Ich bin mit den Comics aufgewachsen. Ich kenne Iris West und ich kenne Barry Allen. Für mich bist du die perfekte Iris West.“ 

War es eine gewagte Entscheidung, Iris West als Afro-Amerikanerin zu besetzen?

CANDICE: Ich finde es nicht gewagt, aber ich gehöre zu einer Minderheit in den USA. Es fühlt sich richtig an. Eines der schönsten Komplimente, das wir von den Fans bekommen, lautet: „Ich finde mich in der Serie wieder. Diese Welt fühlt sich an wie meine Welt.“ Das ist wichtig. Unsere Welt ist extrem vielfältig. Nicht jede(r) hat blonde Haare und blaue Augen.

Wenn man sich ihre Postings auf Social Media ansieht, scheint am Set eine äußerst gute Stimmung zu herrschen.

DANIELLE: Wir sind alle Freunde. Social Media macht mir allerdings ein bisschen Angst, weil ich ständig befürchte, dass ich etwas Spoilern könnte.

CANDICE: Was man von uns auf Social Media sieht, entspricht ziemlich genau der Realität. Wir nehmen uns Gott sei Dank nicht allzu ernst. 

Wenn Sie außerhalb des DC-Universums einen Charakter spielen könnten, wer würde Sie am meisten reizen?

CANDICE: Carrie Mathison in „Homeland“ oder Daenerys, Mutter der Drachen, in einer kleinen, unbekannten Show namens „Game of Thrones“.

Was würden Sie sich für Ihre Charaktere in der nächsten Staffel wünschen?

DANIELLE: Ich würde gerne Caitlins Mutter treffen und mehr über ihr Familie und ihre Geschichte lernen. 

Würden Sie nicht auch gerne mehr über Ronnies Background erfahren?

DANIELLE: Das versuche ich den Drehbuchautoren ständig einzureden: “In einer alternativen Welt könnten Caitlin und Ronnie (Raymond) doch glücklich verheiratet sein! Das wäre doch nett.

Können Sie auf die Story Einfluss nehmen? Sind die Drehbuchautoren immun gegen Bestechungsversuche?

CANDICE: Du kannst natürlich Vorschläge machen, aber die Entscheidung treffen andere.    

DANIELLE: Was mich nicht davon abhält, immer wieder Vorschläge zu machen. Zum Beispiel: „Was, wenn Ronnie noch am Leben wäre?“ 

CANDICE: (Lacht.) Oder: „Was, wenn Iris in Eddies Penthouse leben würde?“ 

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09 2016 The Red Bulletin

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